Spaniens Generation der 30- bis 45-Jährigen: Nur 30.000 € Vermögen

Laut Banco de España besitzen junge Spanier zwischen 30 und 45 Jahren im Schnitt nur 30.000 € Finanzvermögen, während ihre Eltern auf 100.000 bis 200.000 € kommen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens Generation der 30- bis 45-Jährigen: Nur 30.000 € Vermögen
Die generation ohne Sicherheitsnetz: 30.000 Euro mit 40

Wie viel Geld muss man haben, um ruhig schlafen zu können? Der Banco de España liefert eine Zahl, die unbequem ist. Menschen zwischen 30 und 45 Jahren verfügen über ein durchschnittliches Finanzvermögen von 30.000 Euro. Das entspricht in der Praxis dem Wert einer Eigentumswohnung abzüglich der noch offenen Hypothekenschuld. Ihre Eltern hatten im selben Alter bereits zwischen 100.000 und 200.000 Euro. Dies ist kein subjektives Gefühl oder eine Beschwerde beim Abendessen: Die Daten der spanischen Zentralbank zeigen eine geringere Nettovermögensbildung als bei früheren Kohorten. Und wer kein Vermögen aufbaut, ist nicht widerstandsfähig.

Warum sparen junge Erwachsene weniger als ihre Eltern?

Zwei Ursachen, die sich nicht durch einen Kurs in persönlicher Finanzplanung beheben lassen. Erstens sind die Gehälter so niedrig, dass sie vielen dieser Generationen das Sparen unmöglich machen. Zweitens frisst die Wohnkostenlast – vor allem Mieten – jeden Versuch, Rücklagen zu bilden. Der Jahresbericht des Banco de España formuliert es deutlich: Steigende Immobilienpreise, sowohl für Kauf als auch für Miete, schränken die Sparfähigkeit der Haushalte ein und beeinflussen den Vermögensaufbau über den Lebenszyklus hinweg. Die Auswirkungen sind besonders hart für einkommensschwache Haushalte und insbesondere für junge Menschen.

Das Beispiel von Elena, einer Madrilenin, die gerade die 40 überschritten hat, verdeutlicht den Mechanismus. In ihrer Jugend sparte sie 100 Euro pro Monat; heute denkt sie nicht einmal daran. Ihre Miete verschlingt mehr als 60 % ihres Einkommens, doppelt so viel wie die in Ratgebern empfohlene Obergrenze von 30 %. Sie lebte jahrelang in Deutschland und kehrte mit einem kleinen Polster zurück, das sie nun verzweifelt verteidigt, indem sie Reisen und Freizeit auf ein Minimum reduziert. Ihr Kampf dreht sich nicht mehr ums Sparen, sondern darum, dass das Leben ihr nicht das vorhandene Ersparte wegfrisst.

Jeder dritte junge Mensch hat Mietzahlungen verzögert

Diese Zahl liest man zweimal: Jeder dritte junge Mensch musste seine Mietzahlung aufgrund steigender Preise verschieben oder aussetzen. Mehr als die Hälfte der jungen Erwachsenen lebt zur Miete, und fast 35 % der unter 44-Jährigen tun dies ebenfalls. Jede Mieterhöhung wird nicht durch Einsparungen ausgeglichen, sondern durch Schulden oder Zahlungsausfälle. Und dieser Ausfall ist kein sarracena Problem, sondern eine arithmetische Konsequenz.

61 % der Mieterhaushalte können nicht einmal in ihrer eigenen Gemeinde kaufen

Hier liegt der Kern des Problems. Schätzungen zufolge verfügten 2021 61 % der Haushalte, die zur Miete wohnten oder eine Wohnung kostenlos nutzten, nicht über die nötigen Ersparnisse, um eine Immobilie in ihrer Wohngemeinde zu erwerben. Dabei wurden die Anzahlung, die nicht durch die Hypothek gedeckt war, sowie die damit verbundenen Kaufnebenkosten und Steuern berücksichtigt. Ohne Eigenkapital gibt es keinen Kauf; ohne Kauf kein Sicherheitsnetz; ohne Sicherheitsnetz wird jede kleine Krise zum Notfall. Der Kreis schließt sich selbst.

Vom Praktikantengehalt zur „Auslands-Mobilität“

Die Kohorte, die heute zwischen 35 und 40 Jahre alt ist – jene, die während oder kurz vor dem Platzen der Immobilienblase 2008 auf den Arbeitsmarkt kam – erreicht kaum 40.000 Euro Finanzvermögen. Sie begann ihre Karriere mit Praktikantenverträgen, fast vollen Arbeitstagen und Vergütungen von 200 oder 300 Euro. Viele wanderten massenhaft aus, ein Phänomen, das die damalige spanische Arbeitsministerin Fátima Báñez als „movilidad exterior“ (Auslandsmobilität) bezeichnete. Diese beschönigende Bezeichnung zahlte keine Beiträge ein.

Beamtenlaufbahn, Pflegeberuf oder Rückkehr ins Elternhaus: Plan B

Da der Weg zum Immobilienkauf versperrt ist, entstehen unterschiedliche Strategien. Einige zielen auf den öffentlichen Dienst ab: Entweder durch bestandene Prüfungen für Beamtenstellen oder direkt durch ein Studium der Krankenpflege, wo Teilnehmer Gehälter über 2.000 Euro, bevorstehende Einstufung in die höchste Kategorie (A1) und eine geringere Verantwortungslast als bei Ärzten beschreiben. Andere, bisher sichere Sektoren sind gesättigt: Es wird berichtet, dass eine Stellenanzeige für Tierärzte innerhalb von zwei Tagen über tausend Bewerbungen erhielt.

Die andere große Strategie ist Bleiben. Das Zusammenleben mit den Eltern verlängern – was in Ländern mit niedrigerem Einkommen üblich ist und was in Spanien vor Jahrzehnten Standard war – akzeptieren einige als Lebensplan und berichten davon ohne Dramatik: Wenn man keine Wohnung kaufen kann, sollte man zumindest keine Miete zahlen. Manche reduzieren ihre Ausgaben auf das absolute Minimum, andere wechseln vom Girokonto zu Anlageprodukten, um aus ihren geringen Ersparnissen etwas Rendite herauszuholen. Die vollständige Aufstellung, Posten für Posten, überrascht mehr als die Schlagzeile.

Was diskutiert wird, wenn es ums Sparen geht

Die Diagnose ist nicht einheitlich. Eine Strömung sieht die Wohnsituation als Hauptursache: hohe Preise, angespannter Mietmarkt und unzureichendes reguliertes Angebot. Eine andere verweist auf Löhne und prekäre Beschäftigung: Nach den von Teilnehmern genannten Zahlen liegt die offizielle Arbeitslosigkeit bei etwa 13 %, die Befristungsquote ist hoch, und Teilzeitjobs führen zu Nettolöhnen zwischen 700 und 1.200 Euro, mit denen man in Großstädten nicht einmal ein Zimmer mieten kann. Eine dritte, unbequmere Ansicht behauptet, das Problem liege in den Gewohnheiten: Man reise, tätowiere sich und kaufe häufig neue Smartphones, was mit dem Aufbau eines Sparkontos unvereinbar sei. Jede Seite hat ihre Daten. Die Summe ergibt nirgendwo ein stimmiges Bild.

Mittendrin taucht auch ein Argument auf, das schwer zu belegen ist: Dass der Zuzug ausländischer Arbeitskräfte die Löhne drückt. Dies wird oft angeführt, aber selten bewiesen.



Am Ende ist die Zahl, die diese Epoche am besten charakterisiert, weder die 30.000 Euro, noch die 61 %, noch die 13 % Arbeitslosigkeit. Es ist die zunehmend verbreitete Vorstellung, dass das Lebensziel mit 40 nicht mehr der Wohnungskauf ist, sondern lediglich die Sicherheit, dass die Miete einen nicht aus der aktuellen Wohnung vertreibt. Günstig kommt das nicht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (186 Antworten).

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