Estás usando un navegador desactualizado. Es posible que no muestre este u otros sitios web correctamente. Debe actualizar o usar un navegador alternativo.
Die Iberische Union, die Portugal ablehnte und die Spanien nicht verkraftet hat
Die Iberische Union wurde 1580 erstmals versucht und dauerte 60 Jahre. Heute, mit 767.094 portugiesischen Beamten gegenüber 562.445 in Andalusien, ist die Debatte zurück auf dem Tisch.
Die Iberische Union, die Portugal ablehnte und die Spanien nicht verkraftet hat
1580 erbte Philipp II. die portugiesische Krone, und 60 Jahre lang teilten sich beide Reiche einen Monarchen. Es war kein einziges Land: Portugal behielt Gesetze, Cortes, Währung und Imperium. Die Diskussion, ob eine vereinigte Halbinsel „das beste Land der Welt" wäre, flammt immer wieder auf – diesmal vor dem Hintergrund der Wirtschaft: 600.000 Quadratkilometer und 50 Millionen Einwohner stehen den 10,5 Millionen Portugiesen gegenüber.
Die Debatte beginnt mit einer provokanten These: Spanien und Portugal zusammen wären eine unschlagbare Macht. Das geografische Argument ist solide – eine kompakte Halbinsel, tausende Kilometer abwechslungsreiche Küste, gemäßigtes Klima –, und das Infrastruktur-Argument ebenso: radial verlaufende Bahnlinien von Madrid nach Lissabon, Porto, Valencia, Barcelona, Sevilla und A Coruña, mit Querverbindungen dazwischen. Die perfekte Hauptstadt, so heißt es, läge im Norden. Perfekter Zusammenhalt.
Das Problem ist nicht geografisch, sondern politisch
Der erste Einwand kommt schnell: Es gibt bereits einen gemeinsamen Markt, eine gemeinsame Währung, einen integrierten Strommarkt und die NATO-Mitgliedschaft. Wozu also vereinigen? Die nationalistische Antwort lässt nicht lange auf sich warten: „Portugal ist Teil von Las Españas" – eine Formel, die ignoriert, dass die Portugiesen seit vier Jahrhunderten eine eigene Identität aufbauen und die Union 1640 ablehnten.
Das ökonomische Argument wird interessanter, wenn es um öffentliche Beschäftigung geht. Nach einer Berechnung, die im Thread kursiert, hat Portugal 767.094 öffentliche Bedienstete; Andalusien 562.445. Der Vergleich ist vernichtend: Ein Land mit 10,5 Millionen Einwohnern hätte mehr Beamte als die bevölkerungsreichste Region Spaniens. Manche ziehen daraus den Schluss, dass es zu viele Politiker gäbe: Für jeden Portugiesen, der ins System einträte, müsste ein Spanier ausscheiden.
Das BIP, das nicht aufgeht
Die Iberische Union wäre nicht umsonst zu haben. Das portugiesische BIP ist im Vergleich zum spanischen „lächerlich", wie ein Teilnehmer sagt, und manche Berechnungen deuten darauf hin, dass beide zusammen immer noch Italien überholen würden. Aber die Realität ist stur: Portugal ist ein Land mit niedrigen Löhnen, einem begrenzten Industriesektor und einer Tourismusabhängigkeit, die sich durch eine verschwundene Grenze nicht beheben lässt.
Manche behaupten, die Atlantikküste von Lissabon bis Ferrol konzentriere die Spitzentechnologie und werde in 20 Jahren die gute Zone der Halbinsel sein – gegenüber einer „dekadenten" Mittelmeerküste. Das ist eine Prognose, kein Fakt. Fakt ist, dass die Grenze zwischen beiden Ländern eine Ödlandzone ist: Abgesehen von Vigo und Badajoz gehört der Rest zu den ärmsten Regionen der EU und ist entvölkert. Ohne echten Kontakt ist die Union eine Chimäre.
Die Sprache als Schlachtfeld
Die Diskussion driftet zum Galicischen und Portugiesischen. Ein Kommentator behauptet, Galicisch sei ein Dialekt des Kastilischen, was Empörung auslöst: Galicisch existierte vor Portugal, und das Portugiesische stammt davon ab – nicht umgekehrt. Die Verwechslung von Sprachen und Dialekten ist an der Tagesordnung, und im Kern liegt dasselbe Problem wie beim Katalanischen oder Valencianischen: die Unfähigkeit anzuerkennen, dass Spanien eine Summe von Kulturen ist, keine Zwangsvorgabe.
Englisch ist ein weiterer kurioser Punkt: Nach Aussage eines Teilnehmers sprechen fast alle Portugiesen unter 50 Englisch, die über 50 nur teilweise. Eine Vereinigung würde das durchschnittliche Englisch-Niveau der Spanier heben – das ist gerade nichts, womit man angeben könnte.
Die Geschichte wiederholt sich
Die Iberische Union wurde bereits zwischen 1580 und 1640 versucht. Philipp II. lebte von 1581 bis 1583 in Lissabon, und es gab Berater, die ihm empfahlen zu bleiben. Hätte er es getan, wäre die Geschichte eine andere. Aber die Portugiesen rebellierten 1640 und erlangten ihre Unabhängigkeit zurück. Seitdem hat England dafür gesorgt, dass sich die Halbinsel nicht vereinigte: „Ganz Europa wurde gegen Spanien gebaut", fasst ein Teilnehmer zusammen.
Das Fazit ist zwiespältig. Portugal ist ein wunderschönes Land, mit gutem Essen und freundlichen Menschen, aber auch mit einer fragilen Wirtschaft und einer Politik, die manche als Desaster bezeichnen. Die Iberische Union wäre ein größeres, reicheres und schöneres Land. Aber die Portugiesen wollen nicht, und ohne sie gibt es keine Union. Das ist verdammt ärgerlich, ja. Aber es ist, wie es ist.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (122 Antworten).
Eine Vox-Kundgebung in A Coruña, Spanien, endete mit Polizeieinsätzen und Würfen auf Beamte, so die Beiträge im Thread. Die Debatte über die Sabotage von Wahlkampfveranstaltungen…
Ein Beitrag auf X verbreitet Meldungen über Unruhen in A Coruña, Spanien, und einen Übergriff auf Vox-Anhänger in Avilés. Wir erklären, was in der Nachricht steht und was nicht bestätigt ist.
Cristina Intxaurrondo interviewt Irene Montero, und der spanische PSOE sieht tatenlos zu. Die Deutung, die sich durchsetzt: Die Moncloa will Podemos aushöhlen und sich ihre Stimmen sichern.
Ein Tweet über Lulas sephardische Herkunft öffnet die Debatte über Genealogie und Macht erneut: Von Aznar bis Maduro geraten alle ohne überprüfte Belege in denselben Topf.
Sánchez hat ein Interview im Podcast von Jordi Wild mit Live-Faktencheck zugesagt. Sein Wahlkampfteam fürchtet das unvorbereitete Duell und den Verdacht eines abgesprochenen Drehbuchs.
David Touitou, ein französisch-jüdischer Rabbiner, bezeichnet den Islam als „Israels Besen“, um das Christentum zu kehren, und sagt, sein Messias werde nicht zurückkehren, solange es existiert.