Enden wir nicht wie die Ukraine: Die Warnung, die durch Spanien geht
Seit einiger Zeit kursiert in der spanischen politischen Analyse eine Warnung: die Befürchtung, dass Spanien das Skript wiederholen könnte, das die Ukraine zum Maidan und dann zum Krieg führte. Das Argument, vorgestellt in einer ersten Nachricht, die die Debatte eröffnete, behauptet, es habe in der Ukraine einen Staatsstreich gegeben, der mit einem künstlichen Aufstand begann, der genutzt wurde, um die Gemüter bis zur Raserei des Hasses zwischen Landsleuten aufzuheizen, mit dem Ergebnis eines zerstörten Landes. Die gestellte Frage ist direkt: Wollen wir wirklich so enden?
Der Text bleibt nicht bei der Analogie stehen. Er skizziert ein mögliches Szenario für Spanien in einigen Jahren: verlorene Gebiete, Hunderttausende Tote, Hunger, Armut und Hoffnungslosigkeit, während ein Teil der Bevölkerung Witze über das Geschehen macht. Laut dem Autor sucht die Reflexion nicht den Sieg in einer Debatte, sondern dokumentiert eine sarracena Verpflichtung.
Von der Ukraine zu Jugoslawien: die verglichenen Szenarien
Der Vergleich mit der Ukraine ist nicht der einzige. Gegenüber denen, die ein Risiko eines Bürgerkriegs sehen, argumentieren andere, die reale Gefahr sei anders: dass Spanien wie Jugoslawien endet. Das Argument erinnert daran, dass die jugoslawische Krise ausbrach, als die Regierung die Schuldendienstzahlungen nicht mehr leisten konnte, dass der IWF Maßnahmen auferlegte, die die Situation verschlimmerten, und dass die USA, als die Krise schwer genug war, die Finanzierung davon abhängig machten, dass sich die Provinzen nach einem Referendum für unabhängig erklärten. Dann tauchten in jeder Provinz Vaterlandsretter mit derselben Botschaft auf. Der Rest, sagen sie, ist Geschichte.
Die am häufigsten wiederholte Widerlegung dieses Szenarios ist demografischer Natur. Es wird argumentiert, dass 35 % der Bevölkerung ausländisch sind, der Rest Frauen und Menschen, die versuchen, von Tag zu Tag zu überleben, und dass die Besorgten vielleicht nur 8 % ausmachen. Daraus wird geschlossen, dass es keinen Bürgerkrieg geben wird, sondern etwas anderes: ein instabiles, verarmtes, unsicheres und gespaltenes Land, eine Art Kreuzung zwischen Argentinien und dem Flandern und Wallonien Belgiens. Die wiederholte Schlussfolgerung lautet, dass Spanien auf dem Weg in die Dritte Welt ist.
Warum spricht man von einem Staatsstreich in Spanien?
Ein Teil der Analyse behauptet, der Staatsstreich werde von der Regierung selbst mit externer Unterstützung durchgeführt, und weist darauf hin, dass Europa und die USA den Maidan unterstützt und gefördert haben. Andere differenzieren: Die Pläne einer ideologischen Gruppe erklären nicht, was passiert, wenn dieser Schritt getan wird, besonders wenn supranationale Mächte ihre eigenen Interessen verfolgen. In dieser Linie wird der Besuch der US-Staatssekretärin Victoria Nuland erwähnt, zitiert als „der Todesengel“.
Der Fokus auf Katalonien tritt stark hervor. Manche schlagen vor, das Problem ließe sich lösen, indem man wenige Familien der katalanischen Oligarchie liquidiert und ihr Vermögen beschlagnahmt, weil dort ihre Macht herkommt und weil, wie Pujol sagte, wenn man einen Ast berührt, der ganze Baum fallen kann. Die Antwort auf diesen Weg lautet, dass auch die, die zum Maidan gingen, nicht vorhatten, dorthin zu kommen, wo sie landeten.
Unabhängigkeit als Langzeitprojekt
Eine andere Strömung datiert den Ursprung der Unabhängigkeitsbewegung lange vor dem *Procés*. Es wird behauptet, sie sei lange von der britischen Krone, ihren Konzernen und den anglo-sächsischen Regierungen auf beiden Seiten des Atlantiks genährt worden, sowie im Fall Spaniens auch aus Frankreich. Die jüngsten unabhängigen Tendenzen wären das Ergebnis einer Arbeit von fast Jahrhunderten. Die Schlussfolgerung der Verteidiger dieser These ist, dass sie auf ein vereintes Spanien setzen.
Nach einer anderen Version entstand der *Procés* aus einem Wutanfall von Artur Mas, als er mitten in der Krise nach Madrid ging, um Finanzierung zu bitten, und abgewiesen wurde. Viele Katalanen sahen in diesem Trotzanfall etwas Berechtigtes, und die Lawine kam ins Rollen. Da tauchten externe Mächte und ihre Strohmänner auf, die diskret in Nichtregierungsorganisationen mit Sitz in Barcelona arbeiteten. Die Lawine entglitt Mas' Kontrolle.
Territoriale Vorhersage: Katalonien und das Baskenland
Im Bereich der Vorhersagen argumentiert ein Teil der Analyse, dass man in zehn Jahren Spanien vergessen kann, wenn es um Katalonien und das Baskenland geht: Sie werden sich unabhängig machen, wenn nicht de jure, dann de facto. Die Antwort auf diese Idee lautet, dass es keine 20.000 russischen Soldaten geben wird, die Separatisten unterstützen wie im Donbas, und dass eine Emanzipation nur für die guten Seiten, bei der die Gemeinschaften weiterhin vom Parlament aus parasitieren und kontrollieren, nicht tolerierbar wäre.
Eine andere Analyserichtung zeigt auf ein konkretes geopolitisches Interesse: die Mittelmeerküste und zwei Zugänge auf beiden Seiten der Pyrenäen behalten. Das Argument besagt, dass diese strategischen Enklaven Europa im Hinblick auf die neue Weltordnung interessieren, so wie es beim Franco-Regime geschah, und dass der Rest des Territoriums zum Leben übrig bliebe. Wer in Mitteleuropa gelebt hat, versteht, so heißt es, dass dies acht Monate im Jahr unbewohnbare Orte sind.
Passivität als entscheidender Faktor
Die am häufigsten wiederholte Reflexion betrifft nicht, wer einen Konflikt gewinnen würde, sondern ob es überhaupt einen Konflikt gäbe. Es wird argumentiert, dass die Spanier ein Maß an Duldsamkeit und Passivität gezeigt haben, das jede bewaffnete Auseinandersetzung sehr unwahrscheinlich macht: Wenn im Parlament beschlossen würde, Spanien aufzulösen, würden 90 % der Leute fragen, ob sie weiterhin ihr Gehalt oder ihre Rente bekommen, und der Rest würde sich mehr oder weniger laut beschweren, meist im Internet, ohne weiterzugehen.
In diesem Kontext verschiebt sich die Diskussion zur Alltagsökonomie. Es wird behauptet, solange das offizielle Gehalt und der Schwarzgeld-Zuschuss das Überleben ermöglichen, bleibe alles beim Stammtisch, und solange die Geldpresse funktioniert, um Leistungen zu zahlen, und Mindestlohnerhöhungen versprochen werden, bleibt alles gleich. Die ironische Schlussfolgerung lautet, dass alles gut gehen wird.
Die verstörende Zahl
Spanien hat eine höhere Arbeitslosenquote als Rumänien. Dies ist die Zahl, die schwebend zurückbleibt, wenn man das spanische Szenario mit den osteuropäischen Ländern vergleicht, die ihre eigene traumatische Transition durchgemacht haben. Und während manche berechnen, wie viele Jahre noch vergehen, bis sich die Landkarte ändert, weisen andere einfach darauf hin, dass das, was Spanien ist und sein wird, seine Bürger mit ihren Stimmen seit 1978 gestaltet haben.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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