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Spanien: Debatte über Katalonien nach Ukraine-Vergleich
Der Vergleich zwischen der 'Entnazifizierung' der Ukraine und dem katalanischen Konflikt dominiert die spanische Debatte.
Von Donbas zu Katalonien: Die in Spanien diskutierte 'Entnazifizierung'
Katalonien und das Baskenland entnazifizieren. Diese Formel, entlehnt aus dem Vokabular, mit dem Moskau die Invasion der Ukraine rechtfertigte, hat sich in der spanischen Debatte festgesetzt und bildet den Kern einer vielschichtigen Diskussion. Der Ausgangspunkt ist explizit: Katalonien und dem Baskenland denselben Rahmen aufzuerlegen, unter dem Russland seine Offensive im Donbas darstellt. Hinter dieser Parole stehen drei Themen, die tatsächlich mit Zahlen diskutiert werden – die Präsenz des Kastilischen in den katalanischen Schulen, das Wahlquorum für eine Unabhängigkeit und die Legalität der unabhängigen Parteien –, die schwerer wiegen als die provokante Schlagzeile.
Die Verpackung ist ein Witz; der Inhalt betrifft den Maschinenraum des Staates. Was kann verboten werden, was kann abgestimmt werden und in welcher Sprache wird unterrichtet? Hier hilft keine Parole.
Der Parallelismus zwischen der Ukraine und dem katalanischen Konflikt
Der rote Faden ist eine wiederkehrende Gleichsetzung: Das, was als Aufdrängung des Katalanischen in Katalonien und des Baskischen im Baskenland beschrieben wird, sei dasselbe wie die Einschränkung des Russischen in der Ukraine. Manche gehen weiter und verorten den Ursprung des Selbstbestimmungsrechts in der US-Administration von Woodrow Wilson während des Ersten Weltkriegs als Instrument zur Destabilisierung Europas. Diese These kursiert ohne jeglichen Beweis. Derselbe Verdacht erstreckt sich auf angeblich koordinierte Pläne von Washington, Tel Aviv und Rabat, die ebenso unbewiesen sind.
Auf der anderen Seite der Waage wird daran erinnert, dass die Südstaaten der USA versuchten, sich abzuspalten, und es ihnen nicht erlaubt wurde. Dieses Beispiel dient dazu, hervorzuheben, dass das Selbstbestimmungsrecht je nachdem, wer es fordert, unterschiedlich angewandt wird. Ein dritter Weg, die Argumentation mit dem höchsten Anspruch, behauptet, Katalonien sei «ein Mittel für einen größeren Zweck» innerhalb einer globalen Neugestaltung der internationalen Ordnung, in die auch die Volatilität der Kryptowährungen passe. Wer dies verteidigt, nennt weder Namen noch Beweise.
Wie viele Stimmen braucht man für die Unabhängigkeit?
Mindestens zwei Drittel. Dies ist die Zahl, die in der Diskussion als Voraussetzung für die Akzeptanz eines Ergebnisses zugunsten der Unabhängigkeit verteidigt wird, im Gegensatz zur einfachen Mehrheit, die als zu knapp angesehen wird. Die Begründung: Eine irreversible Entscheidung für das gesamte Land sollte nicht mit der Hälfte plus eins getroffen werden. Mit diesem Quorum würde zudem die Schuldenlast proportional zur Bevölkerung verteilt und jeder Teil seinen eigenen Weg gehen.
Der Einwand kommt vom anderen Lager und trifft den Kern der Sache. Wenn das Referendum als Selbstbestimmung formuliert wird, verliert die unterlegene Hälfte ab diesem Moment das Recht, irgendetwas zu entscheiden; die Ausübung wäre daher per Definition antidemokratisch. Das kanadische Vorbild, zitiert am Beispiel Quebecs, wird als bedauerlich abgetan. Ein weiteres Argument verweist auf die Memoiren von Cambó, um zu behaupten, dass das Schicksal Kataloniens in Instanzen entschieden wird, die über die Wähler hinausgehen.
Was passiert mit dem Kastilischen an den katalanischen Schulen?
Eine obligatorische Präsenz des Kastilischen von 25 %. Dies ist der Prozentsatz, der bei der Beschreibung der Situation in den katalanischen Klassenräumen verwendet wird, eingebettet in eine anhaltende Beschwerde über die Marginalisierung des Spanischen im Bildungswesen. Zum Vergleich liefert ein anderer Beitrag andere Daten: 1978, so wird behauptet, hatte 100 % der spanischen Bevölkerung Kastilisch als Muttersprache, während das Baskische auf sehr kleine Gruppen reduziert war, deren Sprecher es zudem versteckten. Daraus wird die Schlussfolgerung gezogen, dass nicht gerade das Kastilische aufgezwungen wurde.
Keine der beiden Zahlen wird von einer statistischen Quelle begleitet. Es sind parteiische Behauptungen, und als solche sollten sie gelesen werden. Klar ist jedoch, dass die Sprache zum Terrain geworden ist, auf dem der Konflikt mit mehr Intensität und weniger Lärm ausgetragen wird.
Parteien verbieten oder Abstimmungen erlauben: Die konfrontativen Lösungen
Im Kapitel der Lösungen öffnet sich das Spektrum ohne Scheu. Eine Strömung befürwortet das Verbot der unabhängigen Parteien und die Kriminalisierung der Geringschätzung Spaniens, einschließlich der Befürwortung des Separatismus. Eine andere versteht den Weg als rein politisch: Wenn eine klare Mehrheit weg will, lässt man sie, mit Verteilung der Schulden und Grenzen. Und ein noch extremerer Flügel fordert den Einsatz von Gewalt gegen die katalanischen Institutionen, wobei das Militär als Instrument genutzt werden soll, um die sprachliche und administrative Lage umzukehren.
Dem gegenüber steht ein kaum widerlegbares Argument: Kein Militärkörper würde von der Zivilbevölkerung der historischen Territorien akzeptiert, da ihre Geschichte mit den härtesten Episoden verbunden ist. Zur Rechtfertigung des harten Weges wird auch argumentiert, dass Jahre des Dialogs und des Verzichts auf Rache nur dazu gedient haben, dass die Terrororganisation ETA nun in den Institutionen präsent ist und ihr Narrativ anerkannt wird. Schließlich gibt es jene, die den administrativen Weg vorschlagen – Kürzung der Finanzierung und Erneuerung des Personals – mit einem Horizont von zehn bis fünfzehn Jahren. Es ist die langsame Version derselben Idee.
Was kann man erwarten?
Mit diesen Grundlagen scheint ein sauberer Abschluss unwahrscheinlich. Wenn die Sprache der Entnazifizierung sich als Bezugsrahmen festigt, wird der nächste Schritt höchstwahrscheinlich nicht über das Referendum kommen, sondern über den administrativen Weg: Finanzierung, Zuständigkeiten und Sprache in der Schule, wo der Alltag stattfindet. Das Gegenteil könnte eintreten – ein Pakt, der den Konflikt entschärft –, aber dafür wären zwei Dinge nötig, die derzeit keine der Positionen bietet: eine sehr breite Mehrheit und der Wunsch, auf einen vollständigen Sieg zu verzichten.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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