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SpaceX IPO: Hype oder Blase? Kurssturz nach Debüt
SpaceX debütierte bei 135$, fällt auf 115$ mit 29% Short-Quote. Ist dies eine Chance oder eine spekulative Blase im Raumfahrtsektor?
SpaceX an der Börse: Goldgräberfieber oder Warnsignal?
Der Börsengang von SpaceX verlief alles andere als unspektakulär. Mit einem Ausgabepreis von 135 Dollar pro Aktie – mehr als das Doppelte des Morningstar-Schätzwerts von 63 Dollar – löste das öffentliche Angebot FOMO (Antiestéticar Of Missing Out) bei Kleinanlegern aus, die in Elon Musks Raumfahrtunternehmen den nächsten großen Gewinn sahen. Doch 46 Tage später, mit einem Kurs um die 115 Dollar, hat sich Skeptizismus breitgemacht. War es eine einmalige Gelegenheit oder ein klassischer Fall von Überbewertung durch Hype?
Die Bewertungslücke: 135$ vs. 63$
Das erste Warnzeichen kam von Morningstar. Die unabhängige Bewertung von 63 Dollar pro Aktie stand im direkten Widerspruch zu den festgelegten 135 Dollar im IPO. Diese Diskrepanz blieb vorsichtigen Analysten nicht verborgen, die daran erinnerten, dass sich bei unprofitablen Unternehmen – und SpaceX ist eines – oft folgendes Muster wiederholt: überbewerteter Start, initialer Anstieg getrieben durch Anfänger-Euphorie und anschließender Einbruch, wenn Insider verkaufen und die Medienaufmerksamkeit abflaut. „Ich erwarte einen guten Debüttag und denke, sie werden den Preis für einige Tage halten. Danach geht es bergab“, fasste ein erfahrener Investor vor dem Start zusammen.
Und genau so kam es. Nach einem ersten Schub, der die Aktie im Aftermarket auf 166 Dollar trieb, ließ die Korrektur nicht lange auf sich warten. Innerhalb weniger Wochen fiel der Kurs auf 115 Dollar, 15% unter dem Ausgabepreis und 30% vom Höchststand entfernt. Einige Anleger, überzeugt von einer hypothetischen Bodenbildung bei 100 Dollar, begannen Positionen aufzubauen in der Hoffnung auf eine Erholung. Doch die Frage bleibt offen: Was stützt diesen Kurs wirklich?
Narrativ gegen Zahlen: Starlink, Mars und der Musk-Faktor
SpaceX wird nicht aufgrund seiner Gewinne bewertet – die es nicht gibt –, sondern wegen der Versprechen einer Zukunft, in der Starlink den Zugang zum Internet via Satellit dominiert und die Kolonisierung des Mars ein reales Geschäft wird. Befürworter argumentieren, dass der wahre Wert nicht in wiederverwendbaren Raketen liegt, sondern im potenziellen Monopol der globalen Konnektivität. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass Starlink bisher ein Projekt in der Aufbauphase ist, mit offenen finanziellen Fragen und wachsender Konkurrenz.
Elon Musk bleibt dabei sowohl das größte Asset als auch das größte Risiko des Unternehmens. Seine Ankündigungen – von Hotels auf dem Mars bis zu Seltenerdminen auf dem roten Planeten – können den Kurs innerhalb von Stunden in die Höhe treiben. Aber auch stürzen lassen, wenn das Narrativ an Zugkraft verliert. „Der Kurs hängt davon ab, ob er diese Erzählung am Leben erhalten kann, nicht von überprüfbaren wirtschaftlichen Ergebnissen“, warnt ein Analyst. Mit 29% der Aktien im Short-Bereich ist der Markt klar gespalten: Die einen setzen auf den Zusammenbruch des Kartenhauses, die anderen darauf, dass Musk wieder einen Hasen aus dem Hut zaubert.
Makro-Schatten und 'Too Big to Fail'
Zur Unsicherheit bei SpaceX kommt der makroökonomische Kontext hinzu. Die Explosion einer Blue-Origin-Rakete – ein direkter Konkurrent – verzögerte das Artemis-Programm, was die staatlichen Verträge von SpaceX beeinträchtigen könnte. Zudem drückt die restriktive Geldpolitik in den USA auf die Bewertungen im Technologiesektor. Manche argumentieren, dass der Aktienmarkt abgesichert sei: 60% der Ersparnisse der Amerikaner liegen in Aktien, und die Fed müsste eingreifen, falls es zu einem Crash kommt. Andere erinnern daran, dass die Geschichte voll von vielversprechenden Unternehmen ist, die pleitegingen oder verwässerten, wie Gowex, Abengoa oder Banco Popular.
Risiko eines Short Squeeze: Das Gespenst von Volkswagen
Mit einer Short-Quote von 29% ist die Aktie ein klassischer Kandidat für einen Short Squeeze. Wenn Musk eine schockierende Ankündigung macht, könnten Leerverkäufer gezwungen sein, ihre Positionen zu decken, was den Preis explosiv nach oben treibt. Wer sich an den VW-Fall von 2008 erinnert, weiß, dass dies nicht auszuschließen ist. Allerdings ist auch wahr, dass der Zeitplan für die Freigabe der Aktien laut einem Händler „brutal“ ist und Insider Anreize zum Verkauf haben.
Das Dilemma des Investors: Luft kaufen oder warten?
Heute bewegt sich die Aktie zwischen 100 und 120 Dollar. Einige Anleger nutzen gestaffelte Akkumulationsstrategien: Kauf in Tranchen bei fallenden Kursen, mit dem Ziel, beim nächsten Euphorie-Hoch zu verkaufen. Für andere ist die einzige sinnvolle Strategie, auf die Beruhigung der Lage zu warten, in zwei bis vier Jahren, wenn das Volumen sinkt und der Kurs einen echten Boden findet. Bis dahin verspricht der SpaceX-Markt – wie Musk selbst – ein Spektakel voller Wendungen zu sein, in dem Fundamentaldaten weit weniger wichtig sind als Glaube.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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