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IBEX steigt trotz Rezessionsangst: Der Bärenmarkt bleibt aus
Der IBEX klettert von 8.400 auf 9.000 Punkte, während Indikatoren eine Rezession signalisieren. Die Börse ignoriert die Angst bis zum Ölpreisverfall.
Wann kommt der gefürchtete Bärenmarkt endlich an die Börsen? Diese Frage wird seit Jahren gestellt und erhält immer dieselbe Antwort: genau dann, wenn man es am wenigsten erwartet. Makroindikatoren deuten seit Monaten auf eine Rezession hin, die Presse spricht von Handelskriegen, und der IBEX ist von 8.400 auf fast 9.000 Punkte gestiegen, als wäre nichts gewesen. Gleichzeitig behauptet ein Marktteilnehmer, dass Werte wie PayPal ihren Kurs in wenigen Monaten verdoppelt haben. Die häufigste Diagnose ist nicht technisch, sondern intuitiv: Das ist überhitzt, fasst ein Forum-Nutzer zusammen. Und niemand hat eine Prognose, die zwei Wochen hält.
Die angekündigte Rezession und die weigernde Börse
Es gibt eine wiederkehrende Paradoxie: Je mehr über die Krise gesprochen wird, desto weniger fällt der Markt. Die vorherrschende These lautet, dass eine echte Rezession nicht auf den Titelseiten angekündigt wird. Befürworter dieser Sichtweise verweisen auf ein unspektakuläres Detail: -0,1% Wachstum ist keine Rezession, wird aber oft so dargestellt. Solange das pessimistische Narrativ dominiert, findet die Börse Treibstoff für weitere Gewinne. Die Geldpolitik der Zentralbanken tut ihr Übriges.
Gegen diese Ansicht spricht das klassische Argument: Wer auf fallende Kurse setzt, hat nur zweimal recht – am Tiefpunkt und am Höhepunkt. Den Rest der Zeit zahlt es sich aus, dem Trend zu folgen.
Billiges Geld treibt die Kurse
Halb Europa emittiert seit zehn Jahren Liquidität zu Zinsen nahe null, und dieses Geld fließt dorthin, wo es hingehört. Es wurde öffentlich diskutiert, ob die EZB Aktien kaufen könnte – was wie ein Witz klingt, aber keiner ist. Einige erinnern daran, dass die Schweizer Nationalbank einen großen Teil der US-Tech-Giganten angehäuft hat und dass Unternehmen Teile des billigen Kapitals nutzen, um eigene Aktien zurückzukaufen und so den Preis künstlich stützen.
Die optimistischste Berechnung geht davon aus, dass diese Firmen die Zukunft sind und eine Prämie verdienen. Das pessimistische Szenario basiert auf einer anderen Annahme: Manche argumentieren, dass viele Unternehmen nicht einmal die Hälfte ihres aktuellen Börsenwerts wert sind. Wenn der Geldhahn zugedreht wird, zeigt sich der wahre Preis. Für Diskussionen mit Zahlen ist alles angerichtet.
Invertierte Zinskurve und Arbeitslosigkeit: Warnsignale
Im Dezember 2019 stand der S&P 500 bei 3.300 Punkten und die US-Arbeitslosenquote bei 3,5% – Niveaus, die historisch einem Konjunkturzykluswechsel vorausgehen. Die Zinskurve war bereits längere Zeit invertiert. Die Charts, so hieß es, irren nie: Die Arbeitslosigkeit bewegt sich zwischen Hochs und Tiefs, und wir befanden uns am Hochpunkt.
Die Verteidigung des Optimismus kam mit dem Präzedenzfall von 2018. Zwischen September und Dezember fiel der S&P 500 von 2.900 auf 2.400 Punkte, ein Minus von 17%. Wer draußen blieb und auf den großen Crash wartete, sah, wie der Index V-förmig bis fast 3.400 Punkte sprang. Ein späterer Einstieg zu diesen Niveaus hätte einen weiteren Rückgang von 30% erfordert, nur um den Preis zu erreichen.
Cobi19, Italien und Ölpreis-Absturz um 23%
Dann kam das Unerwartete. China stoppte die Produktion, etwas, das kaum je vorgekommen war, und der Fokus verschob sich nach Italien. Die gängigste Arbeitshypothese war eine bergförmige Kurve: fünfzehn Tage steigende Infektionen, fünfzehn Tage sinkende, und die Börse erholt sich schlagartig. Sollte sich dieses Muster in Europa nicht bestätigen, wäre die Schlussfolgerung weniger freundlich: Eine Rezession wie 2008 und ein Wechsel der globalen Hegemonie.
Der Auslöser der Panik war nicht das Bicho, sondern das Rohöl: Der Ölpreis fiel um 23%. Da hörte der Bär auf, eine Hypothese zu sein, und erwachte aus dem Winterschlaf voller Aggression.
Gold, Permanent Portfolio und der Weg der Nicht-Propheten
Angesichts all dieser Vorhersagen gibt es eine Strömung, die darauf verzichtet, recht zu haben. Ihr Rezept ist nicht neu: 30% globale Indexfonds, 30% Cash, 30% Staatsanleihen und 10% Gold. Die Logik ist einfach: Wenn niemand weiß, was passiert, ist ein Portfolio besser, das jedes Szenario aushält. Laut einem Teilnehmer erfüllt Edelmetall eine andere Funktion als Fiat-Geld, das nichts weiter als ein Zahlungsversprechen ist.
Der übliche Einwand ist, dass Gold seit Jahrhunderten funktioniert und immer jemand bereit sein wird, es zu kaufen. Sechstausend Jahre ohne Unterbrechung, erinnern sie. Und ein Satz, der den Trost des skeptischen Anlegers zusammenfasst: Krisen vieler sind Chancen für wenige.
Der Bärenmarkt kam schließlich pünktlich zur Verabredung mit der Panik, obwohl niemand den Beginn des Abschwungs datieren konnte, bevor er da war. Wie immer: Der Markt steigt die Treppe hinauf und fährt im Aufzug hinunter, und wer zwei Jahre im Voraus gewarnt hat, wartet noch immer auf seine Medaille.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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