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IT-Blase in Spanien: Zweifelhafte Angebote und sinkende Gehälter
Der spanische IT-Sektor korrigiert sich: Junior-Gehälter ab 16.000 Euro, Angebote für 700 Euro monatlich und ein Fall, in dem KI sechs Monate Arbeit in einem Monat erledigte.
Vom versprochenen 35.000-Euro-Gehalt zu 700-Euro-Angeboten: Die Korrektur im IT-Sektor
Die IT-Blase entleert sich. Nach einem Jahrzehnt ungehemmter Einstellung erlebt die Technologiebranche ihre erste ernsthafte Korrektur. Die wachsende Vermutung lautet, dass die Nachfrage nach Programmierern bereits gedeckt ist: Viele Unternehmen nutzen Praktikanten für Stellen, die früher als Junior-Vakanzen ausgeschrieben waren. Die Gehälter, die als Einstieg in die Mittelschicht verkauft wurden — 35.000 oder 40.000 Euro direkt nach Abschluss einer Berufsausbildung (FP) — sind auf Bereiche gefallen, die bei 16.000 Euro Bruttojahresgehalt beginnen. In einigen Fällen noch deutlich darunter: Es werden Angebote von 700 Euro pro Monat für frisch ausgebildete Fachkräfte genannt, eine Summe, die unter dem gesetzlichen Mindestlohn (SMI) liegt.
Die Frage ist nicht mehr, ob der Sektor aufgeblasen war. Es geht darum, wie viel des angeblichen Talentmangels tatsächlich dazu dient, Zehntausende Menschen in Ausbildung zu halten, während es keine entsprechenden Jobs gibt.
Gibt es in Spanien einen Überfluss an Programmierern?
Die Ausgangsthese besagt, dass der Bedarf an Programmierern gedeckt ist und das Narrativ vom Fachkräftemangel als bezahlte Werbung großer Beratungsfirmen und Tech-Konzerne funktioniert. Das Ergebnis wäre eine Armee von Absolventen der DAW- und DAM-Ausbildungen, die um dieselben Einstiegsstellen konkurrieren, während Unternehmen nach oben filtern und nach unten drücken.
Dem gegenüber steht die am häufigsten geäußerte Antwort: Es gibt keinen Kollaps, sondern eine Bereinigung. Nach Jahren mit billigem Geld, überdimensionierten Belegschaften und Projekten, bei denen die Kosten keine Rolle spielten, normalisiert sich der Markt. Twitter hatte zeitweise 7.000 Mitarbeiter und Spotify 10.000; diese Strukturen aufrechtzuerhalten, erforderte Cashflows, die nun nicht mehr fließen.
Was verdient ein Junior in Spanien: 16.000 bis 21.000 Euro
Die genannten Zahlen sind konkret. Erster Job als Junior ohne Erfahrung in einer mittleren Beratungsfirma: rund 16.000 Euro Brutto. Mit ein bis zwei Jahren Berufserfahrung bis zu 21.000 Euro für anspruchsvolle Positionen, auch wenn es Support-Rollen mit hoher Incident-Last sind. Danach steigen die Gehälter um 1.000 bis 1.500 Euro, wenn jemand sich spezialisiert und schwer ersetzbar wird.
Das Problem ist der Startpunkt. Es kursieren Angebote von 700 Euro pro Monat für Neuabsolventen sowie Bewerbungen, die akzeptiert werden, wenn man ein bis zwei Monate unbezahlt arbeitet, mit dem Versprechen, etwas zu lernen. Der Vergleich mit anderen technischen Branchen fällt nicht besser aus: In der Chemie erfordert ein Netto-Gehalt von 1.500 Euro drei Jahre Betriebszugehörigkeit und vertragliche Vereinbarungen; ohne dies bleibt das Niveau bei 1.100 oder 1.200 Euro.
Die Auswirkung von KI auf Junior-Arbeit
Der beunruhigendste Schlag kommt nicht durch Entlassungen, sondern durch Produktivitätssteigerungen. Ein konkreter Fall: Eine Java-Anwendung zur Umsetzung eines in einem Königlichen Dekret beschriebenen Standards (300 Seiten), ursprünglich geplant für sechs Monate und vier Programmierer, wurde in weniger als einem Monat von zwei Personen unter Einsatz eines Sprachmodells gelöst. Nur Tests und Feinjustierungen blieben übrig. Der Rest war erledigt.
Daraus ergeben sich zwei gegensätzliche Lesarten. Für manche beweist dies, dass repetitive Arbeit verschwindet und nur überleben wird, wer komplexe Probleme über mehrere Projektstränge hinweg löst. Für andere bestätigt es, dass die Basis der Junior-Arbeit — die Routineaufgaben, die zur Ausbildung der nächsten Generation dienten — verdampft, bevor diese Generation überhaupt eingestiegen ist.
Anzeigen ohne echte Stelle, Algorithmen-Tests und endlose Interviews
Ein weiteres Problemfeld ist der Bewerbungsprozess. Es werden Vakanzen beschrieben, die veröffentlicht werden, ohne dass eine reale Stelle existiert, nur um den Markt zu sondieren, sowie technische Tests, die monatelange Vorbereitung erfordern, um Probleme zu lösen, die in keinem echten Arbeitsalltag vorkommen. Die häufigste Beschwerde betrifft Senior-Entwickler mit zehn Jahren Erfahrung, die gezwungen sind, Algorithmen-Übungen auswendig zu lernen, um Filter zu passieren, die in anderen Branchen nicht verlangt werden.
Währenddessen garantiert die Ausbildung nicht mehr das Bild von vor drei Jahren: In einer Klasse mit 30 Schülern hatte die Hälfte bereits im Juli einen Job, der Rest im Oktober. Dies war das Szenario des billigen Geldes, nicht das aktuelle.
Was nicht ausgelagert werden kann
Das Argument, das den Boden des Sektors stützt, ist physischer Natur. Die Arbeit eines Installateurs, einer Pflegekraft oder eines Technikers, der Hardware repariert, überschreitet keine Grenzen; die eines Programmierers tut es. Administrative Kleinigkeiten, grundlegende Wartung und Entwicklung mit geringem Mehrwert sind bereits an Teams in Indien gegangen, wobei die Rechnung für den lokalen Vermittler, der den Auftrag verwaltet, multipliziert wird.
Verbleibend sind Projekte, bei denen ein Fehler teurer ist als die Einsparung, kritische Infrastruktur und persönlicher Support. Wenig Trost für jemanden, der gerade erst seine Berufsausbildung abgeschlossen hat.
Die Korrektur hat eine globale Komponente, die kaum jemand bestreitet: In New York haben laut einem dort tätigen Teilnehmer ähnliche Systemprofile innerhalb von sechs Monaten Gehaltseinbrüche von 30 % oder mehr erlebt. Wenn dies im tiefsten Markt der Welt passiert, ist die Diagnose der Blase schwer zu widerlegen. Was weiterhin unklar bleibt, ist, was mit denen passiert, die bereits im System sind. Niemand hat bisher berechnet, wie viele der heutigen Programmierer in fünf Jahren noch programmieren — oder gleich viel verdienen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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