Der Ibex 35 ringt um die 6.000-Punkte-Marke vor dem griechischen Votum
Juni 2012. Der Ibex 35 behauptet sich bei einer Risikoprämie von 550 Basispunkten, während DAX und CAC rot stehen, ein Krisenkabinett tagt und Griechenland am Sonntag an die Urnen gerufen wird. Jeder vernünftige Anleger wäre zu diesem Zeitpunkt abgesichert gewesen. Und dennoch besteht der Index auf steigende Kurse, mit einer Erklärung, die in den Terminals kursiert: reine Short-Eindeckung. Das Duell zwischen Schlagzeile und Chart entscheidet sich in diesem Monat, und die entscheidende Zahl ist nicht die 7.000, sondern die 6.000.
Wenn etwas in diesem zweiten Akt klar wurde, dann dass der Markt keine Ergebnisse mehr handelt, sondern Politik. Und die Politik hatte im Juni 2012 zwei Szenarien: Griechenland bleibt drin oder geht raus.
Wie viel Kapital benötigen die spanischen Banken?
Zwischen 60 und 70 Milliarden Euro. Diese Zahl wurde an einem Montag durchgesickert, zugeschrieben den Berichten, die Oliver Wyman und Roland Berger vorlegen wollten, und diente zur Rechtfertigung der Bewegung des Folgetags. Bevor sie öffentlich bestätigt wurde, war sie bereits in den Preisen eingepreist.
Das unbequeme Detail kam über einen anderen Weg. Eine weit verbreitete Analyse dieser Tage behauptete, dass die Rede von 62 Milliarden Euro zu kurz greift: Die tatsächliche Zahl näherte sich 169 Milliarden Euro. Der Unterschied ist nicht buchhalterisch, sondern narrativ. Eine Rettung von 62 Milliarden klingt nach Anpassung; eine von 169 klingt nach Katastrophe. Die Arithmetik ändert sich nicht: Es ändert sich, wer sie erzählt und warum.
Merkel, die „Finanzblase“ und der schuldige Gerettete
Die deutsche Bundeskanzlerin ließ es beiläufig fallen: Die spanische Rettung sei einer „Finanzblase“ geschuldet, genährt durch „unverantwortliches“ Verhalten. In Marktsprache übersetzt war das Problem nicht die Architektur des Euro, sondern die Party im Süden. Dieses mentale Framework blieb für den Rest des Monats bestehen.
Was folgte, war ein Wettlauf zwischen dem, was Berlin genehmigte, und dem, was Berlin blockierte. Der Bundestag ratifizierte mit großer Mehrheit den Fiskalpakt und den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM), und noch am selben Abend verlangte das Bundesverfassungsgericht vom Bundespräsidenten, nichts zu unterschreiben: Sechs Verfassungsbeschwerden mussten geprüft werden, bevor sie Gesetz wurden. Merkel gewann im Parlament und verlor im Zeitplan.
Auch die deutschen Daten stützten nicht die Erzählung vom Zugpferd. Die deutschen PMI-Daten verzeichneten den stärksten Rückgang im privaten Sektor seit drei Jahren, mit einem rekordverdächtigen Einbruch der Geschäftserwartungen im Dienstleistungssektor und dem schnellsten Rückgang der Exportaufträge seit April 2009. Das Problem wanderte nicht mehr nur nach Süden.
Wo liegt der Boden des Ibex 35 im Juni 2012?
Die zirkulierenden technischen Analysen handhabten drei Referenzen und eine Warnung. Die erste, ein wahrscheinlicher Boden zwischen 6.400 und 6.000, mit besonderer Überwachung eines Bruchs einer Formation, die seit Wochen verfolgt wurde. Die zweite, das schlechte Szenario, das genau beim Verlust der 6.000 begann. Und die dritte, der Aufwärtsweg: Um von etwas Ernsthaftem zu sprechen, musste man die 6.826 überwinden und den Weg zu den 7.000 ebnen.
Dazwischen lagen die kurzfristigen Niveaus: 6.686-6.712 als Hauptkanal und 6.542 als Verteidigungszone. Über den 7.000-7.115 lag ein vorher festgelegtes Wendeziel, mit einer wiederholten Warnung: Vorsicht vor Pseudo-Brüchen. Die Idee, ohne Schnörkel formuliert, war, dass nicht das Niveau selbst relevant ist, sondern wie der Preis dorthin gelangt. Dieselbe Zahl erzählt eine andere Geschichte je nach Kerzenform.
Ziele Wertpapier für Wertpapier: Von Santander bis Arcelor
Wo einige Indizes setzten, setzten andere Aktien. Für Telefónica öffnete das Überschreiten von 9,80 die Tür zum Long-Bleiben; das Verfehlen führte das Ziel auf 8,78. Bei BBVA lautete die Lesart Short unterhalb von 4,90 oder Ausstieg. Bei Santander wurde ein Einstieg zwischen 4,56 und 4,44 mit Stop-Loss bei 4,42 festgelegt, und Positionsaufstockung nur oberhalb von 4,74-4,75. Bei FCC sprach man von einem nahen Einstiegszeitpunkt mit freiem Weg bis zu 12. Und bei Arcelor, mit dem Wert bei 10,80, erinnerten sich viele daran, fast bei 52 gekauft zu haben.
Hinzu kommt Amadeus: Es wurde ein Beispiel für Dilatation im zweiten Impuls beschrieben, wobei der Preis den Widerstand bei 15,80 gut hielt und Ziele bei 16,25 und 17,20 lagen. Jedes Niveau, eine Wette.
Der Schützengraben, das getarnte Volumen und das Risiko, Stops auszuräumen
Kurzfristig war die Diagnose ein schmutziger Kampf. Das institutionelle Volumen erschien den ganzen Morgen als Verkäufer, während der Index Steigerungen andeutete, mit Rucken, die darauf ausgelegt waren, Stops auszuräumen, und die implizite Empfehlung war, draußen zu bleiben. Die Schlussauktion mit positivem Saldo änderte den Ton nicht.
Auf der anderen Seite des Atlantiks fehlte die Angst. Der ProShares VIX Short Term verlor 10% in einer einzigen Sitzung, und der S&P 500 markierte seine Ziele bei 1.299 und dann 1.331 ohne großes Aufsehen. Die Fed erweiterte ihre Operation Twist, und diese Munition reichte aus, um die Erholung zu stützen, während Europa diskutierte. Wenn der amerikanische Markt keine Angst hatte, war es schwierig, dass der spanische allein seinen Boden fand.
Rohstoffe und Emerging Markets gingen einen anderen Weg. Mit schwachem Öl und Metallen hinkte der industrielle Teil der Erholung, und mehrere Analysen deuteten darauf hin, dass deren Einbindung eine notwendige Bedingung war, damit der Anstieg aufhört, eine bloße Erholung zu sein.
Wem gehören die Vermögenswerte der geretteten Banken?
Es gab Stimmen, die auf das Loch in der europäischen Formel hinwiesen: Europa würde Eigentümer und Garant der intervenierten Entitäten sein, aber Europa ist nichts, hat keine eigene juristische Persönlichkeit, sodass der eigentliche Titelhaber der ESM sein würde. Und hier tauchte das Grundproblem auf: Wenn die Schulden nicht in die Bilanz kommen, aber Vermögenswerte entfernt werden, verschlechtern sich Spaniens Kennzahlen trotzdem. Mit einem wesentlichen Unterschied. Eine Schuld kann verwaltet werden; ein Vermögenswert, der nicht mehr da ist, nicht.
Die Rentenkürzung und andere Kellerthemen
Während die Aufmerksamkeit nach Griechenland flog, zirkulierte im Kellersystem ein anderes Thema: mögliche Kürzungen der Renten. Es wurde mit Codenamen diskutiert, zwischen Anpassung der Leistungen und einem Rettungsmechanismus, den niemand beim Namen nannte. Der allgemeine Konsens war, dass der politische Kalender dazu drängte, es zu verschieben.
Parallel dazu wurden Telekommunikationsunternehmen zum Muster eines anderen Ärgernisses. Die häufigste Anschuldigung war ein Modell, das auf der Beziehung zum Regulierer aufgebaut war, mit gefangenen Kunden, die mehr als 60% einer Rechnung als feste Gebühr zahlten, jahrelang behindertem Wettbewerb und Managern aus der Politik, die in Aufsichtsräten saßen. Mit dem bereits entfesselten Wettbewerb und dem brasilianischen Markt als nächste Grenze war die Frage, wie lange das Geschäft ohne Neuerung durchhalten würde. Bei einem konkreten Wert war die Schlussfolgerung einer Analyse, dass nicht einmal die Manager selbst noch an das Geschäft so glaubten, wie es strukturiert war.
Vom Danone-Einbruch zum Gin-Tonic danach
Nicht alles war Makro. Eine Analyse, die die Stärke von Danone mit Grafiken verteidigt hatte, sah sich gezwungen, den Einbruch zu verdauen: eine brutale Lücke, die die Unterstützungen bei 48 brach und die Aktie ohne Vorwarnung auf 45 suchte. Der Autor räumte es ohne Ausreden ein, was in einem Ökosystem von Gurus fast eine Seltenheit ist.
Und zwischen Risikoprämie und deutschem Bond driftete das Gespräch dorthin, wohin jeder Tisch driftet, wenn der Markt feststeckt: zum Gin. Es wurde debattiert, welcher Tonic zu Tanqueray passt, Nordic Mist als verkleidetes Cola-Getränk abgeraten und Rat für eine dritte Marke gesucht. Mitten in der Verkostung tauchte ein Datum auf, das durchaus passte: Die FDA genehmigte das erste Medikament gegen Adipositas seit 13 Jahren, einen Appetitzügler mit einer belegten Gewichtsabnahme von 5% in einem Jahr. Jemand erinnerte daran, dass die Alternative unbequemer als eine Pille ist: Diät und Sport.
Der genaue Punkt, an dem die Analyse feststeckt
Vor den Toren des EU-Gipfels war die dominante Haltung Vorsicht: Merkel würde nicht nachgeben und die Bedingungen würden für den Süden unannehmbar bleiben. Demgegenüber behauptete der Chart, dass es Zeit für einen Anstieg sei, mit oder ohne Einigung, und einige sprachen offen davon, dass die Ziele der Serie nach einer verzweifelt langsamen Strecke fast erreicht seien.
Der einzige echte Konsens war der unbequemste: Bis das deutsche Verfassungsgericht urteilte und Griechenland abstimmte, war alles andere Rauschen. Und keines der beiden Urteile war eingetroffen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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