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Kaneka-Übernahmeangebot für AB-Biotics: Minderheitsaktionäre lehnen 5 € ab
Nach Kursanstieg am spanischen MAB bietet das japanische Unternehmen Kaneka 5 € pro Aktie für AB-Biotics. Ein Viertel der Aktionäre hält den Preis für zu niedrig.
AB-Biotics: Kaneka bietet 5 € pro Aktie, doch die Minderheitsaktionäre wehren sich
AB-Biotics hatte mehr als ein Jahrzehnt lang Verluste geschrieben. Kaum kehrte das Unternehmen in die Gewinnzone zurück, tauchte ein Käufer mit prall gefüllter Kasse auf. Die katalanische Biotech-Firma, die an der spanischen Börse MAB unter dem Ticker ABBO notiert, steht vor einem Übernahmeangebot (OPA) des japanischen Konzerns Kaneka zu 5 Euro pro Aktie. Ein organisiertes Viertel des Kapitals will dies jedoch ablehnen. Dazwischen liegen vier Jahre internationaler Vereinbarungen, ein klassischer Börsen-Rally und eine ungelöste Frage: Ist der Preis fair oder dient er nur der Verdrängung kleiner Anleger?
Ein MAB-Biotech-Unternehmen mit globaler Reichweite
Die Geschichte von AB-Biotics liest sich wie ein Katalog strategischer Partnerschaften. 2015 schloss das Unternehmen mit Derbycare aus der Hutchinson Whampoa Gruppe einen Vertrag zur Vermarktung eines pädiatrischen Probiotikums in China. Zudem erwarb es von dem japanischen Hersteller Wakamoto die Lizenz für die erste probiotische Zahnpasta in Europa, den USA, Russland und der Türkei. In den USA stieg man gemeinsam mit Dupont ein, um AB-Life, ein Nahrungsergänzungsmittel zur Cholesterinsenkung, anzubieten.
Es folgten weitere Schritte: Pakistan über Matrix Health Foods, Australien und Neuseeland über Mylan unter der Marke Enliva, Israel für den genetischen Test Neurofarmagen – einschließlich einer Studie mit 18 spanischen Krankenhäusern –, ein Fruchtbarkeitstest mit Fertypharm sowie 2017 der Verkauf eines Patents zur Eisen-Mikroverkapselung an Frutarom. Viele Schlagzeilen, aber jahrelang keine schwarzen Zahlen. Das war das eigentliche Problem.
Kaneka steigt ein: 34 % zu Marktpreisen
Der Wendepunkt kam Anfang 2018, als der japanische Konzern Kaneka mehr als 30 % des Unternehmens kaufte und zum größten Aktionär wurde. Bemerkenswert waren die Einstiegspreise: Käufe zu 3,25 €, 2,27 €, 2,30 € und 2,40 €, mit einem Durchschnitt von etwa 2,90 € pro Aktie, während der Kurs bei rund 2,38 € lag. Kein Abschlag beim Einstieg, eher schon eine Prämie.
Gleichzeitig drehten sich die Finanzzahlen. Das Unternehmen, das chronische Verluste gewohnt war, verdoppelte und verdreifachte seinen Umsatz, während die Gründer – die zusammen etwa 20 % des Kapitals hielten – ihre Anteile nicht verkauften. Geringer Streubesitz, ein finanzkräftiger Industriepartner und endlich positive Ergebnisse. Der perfekte Cocktail für das, was folgen sollte.
Rally bis zu historischen Höchstständen
Die Aktie hatte 2015 erstmals die Marke von 2,20 € durchbrochen, mit Tagesgewinnen von bis zu 10 %. Im Jahr 2018 setzte eine andere Dynamik ein: Der Kurs schloss bei 3,50 €, überschritt die 4-Euro-Marke und erreichte ein historisches Hoch von 4,70 € auf dem Weg zu 5 €. Bereits vier Jahre zuvor hatten Analysten erwartet, dass die Aktie „bis Jahresende“ zwischen 4 und 5 € liegen könnte.
Allerdings bei extrem geringem Handelsvolumen. An einem Tag konnten gerade einmal 459 Aktien gehandelt werden, was den Kurs um 10 % bewegte. Wer mit Paketen von 15.000 oder 20.000 € operiert, weiß, was das bedeutet: Ein- und Ausstieg ohne Kursverfall ist unmöglich. Einige behaupten, der Wert werde in Foren heiß geredet und von wenigen Händen bewegt; dagegen spricht, dass sich die Fundamentaldaten tatsächlich verbesserten und der japanische Partner über Marktniveau zahlte.
Das Übernahmeangebot zu 5 € und der Aufstand der 25 %
Das Finale begann, als Kaneka ein öffentliches Übernahmeangebot (OPA) für 100 % des Kapitals zu 5 € pro Aktie ankündigte. Damit spaltete sich die Anteilseignerbasis. Eine Seite sah darin den logischen Abschluss: Der japanische Riese erntet die Früchte, und die Kleinanleger erhalten eine ordentliche Bewertung. Die andere Seite wertete es als Enteignung und vermutete eine Absprache zwischen Käufer und Gründern, damit diese die Geschäftsführung behalten und auf anderem Wege entlohnt werden, was das Angebot nicht vorsieht.
Die Minderheitsaktionäre, organisiert in einem Verband – der nach eigenen Angaben 25 % des Kapitals vertritt –, lehnten das Angebot ab und starteten eine Kampagne für einen höheren Preis. Ihr Argument: Ein zweites Delisting-Angebot vom MAB dürfe nicht unter 5 € liegen. Das Unternehmen hat zudem eine neue Bewertungsanalyse in Auftrag gegeben. Und sie erinnern an das Offensichtliche: Niemand ist zum Verkauf verpflichtet.
Ob dieses Viertel standhaft bleibt, ist offen. Kaneka benötigt eine hohe Annahmequote, um AB-Biotics vom MAB zu nehmen. Mit diesem Block als Gegenkraft muss das Unternehmen entscheiden, ob es den Preis erhöht oder mit unbequemen Partnern weitermacht. Der Fall ist noch nicht abgeschlossen, und die Bewertungen der verschiedenen Seiten divergieren stark. Auch baldige Einigung scheint unwahrscheinlich.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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