IBEX 35 2015: Rally der geretteten Banken

Der IBEX 35 startete im Februar 2015 stark, angeführt von Bankia und gestützt durch das QE der EZB.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

IBEX 35 2015: Rally der geretteten Banken
IBEX 35 im Februar 2015: Bankia treibt den Rally

Am zweiten Tag des Februars 2015 eröffnete der IBEX 35 die Sitzung, ohne dass jemand den Markt genau prüfte. Stunden später stieg der Index weiter an. Das Fehlen von Aufregung wurde als unbequemes Signal gewertet: Wenn niemand einen Rally mehr hinterfragt, hat er keinen Gegner mehr. Die Hauptrolle spielte nicht Telefónica oder Santander, sondern Bankia, das mit öffentlichen Geldern gerettete Institut, das in diesen Tagen als „für alle“ bezeichnet wurde. Die Bank zog den Leitindex nach oben, während halb Spanien skeptisch zusah.

Hinter dem Jubel stand das Anleihekaufprogramm der EZB. Billiges Geld tat dem spanischen Bankensektor gut, auch wenn einige eine Nuance ergänzten: Was dem Sektor wirklich half, war die einheitliche europäische Aufsicht, die ihrer Meinung nach weitere Tricksereien verhinderte. Mit offenem Hahn und jemandem, der aufpasst, hörte die Bank auf, das Problem zu sein, und wurde zum sicheren Hafen.

Griechenland: Der Deal, den der Markt bereits einpreiste

Die andere große Stütze des Optimismus war Griechenland. Laut dieser Lesart hatte der Markt nicht nur eine Einigung eingepreist, sondern auch, dass Athen den Rahmen für die nächsten Jahre akzeptierte und so Schulden und Zinsen reibungslos bedienen konnte. So verschwanden Deflation, Nullwachstum, Rezession und Misstrauen gegenüber dem europäischen Projekt schlagartig. Für manche klang es zu perfekt. „Was für eine Farce bei den Griechen“, fasste ein Kommentar zusammen, während der Euro gleichzeitig mit allem anderen stieg – ein Verhalten, das das Lehrbuch nicht ganz erklären konnte.

Beobachtete Niveaus: 10.400, 10.805 und die Schlussrally

Die technische Analyse bewegte sich zwischen konkreten Zahlen. Der kurzfristige Widerstand lag bei 10.473 Punkten, die intraday Unterstützung bei 10.400, und die gefürchtete Lücke bei 10.805 war im Visier der Bären: Sie zu schließen ist schlecht für Long-Positionen. Wenn der Index fiel, drehten Short-Seller ihre Positionen, und die letzte Stunde brachte wieder einen Anstieg, der durch Wiederholung zur Monotonie führte. „Ein alltägliches Muster“, beklagte sich jemand, der nicht mehr wusste, ob er handeln oder nur zusehen sollte.

Das Handbuch der Kursmanipulation: Wie man illiquide Aktien aufbläst

Ein unter Investoren kursierender Text zerlegte die Mechanik der sogenannten Kurspumpen: Wähle einen Wert mit geringer Liquidität aus, damit wenig Geld den Kurs stark bewegt, kaufe vorher und wirf dann den Köder aus. Schritt für Schritt wurde erklärt, wie eine verzerrte „fundamentale“ Analyse und eine Flut von Nachrichten ausreichen, um den Preis zu verschieben. Die komplette Methode – wer zuerst kauft und wie das Rauschen erzeugt wird – war das am häufigsten Gelesene und fehlt in der üblichen Finanzpresse.

Niño Becerra bricht sein Skript; billiges Geld erreicht Kleinanleger nicht

Während der IBEX stieg, fiel auf, dass selbst ein professioneller Pessimist aufhörte, den Absturz anzukündigen. Eine Schlagzeile fasste es zusammen: Im besten Fall steuert Spanien auf eine verzerrte und fragmentierte Situation zu. Kein Inferno, aber auch kein Paradies. Am anderen Ende der Erzählung stand der Rat eines bekannten Managers: Unter mehreren hunderttausend Euro besser nicht in Einzelaktien oder den Markt gehen; höchstens ETFs, Fonds oder SICAVs. Billiges Geld zirkulierte, aber nicht im Beutel des Durchschnittskleinanlegers.

Sacyr, OHL und FCC: Die Löcher im Rally

Nicht alles stieg. Während der Leitindex keine Ruhe gab, fielen Bauunternehmen zurück. FCC notierte um 10,63 Euro, weit unter den 14,85, zu denen laut wiederholter Berichte ein internationaler Investor mit 6% des Kapitals eingestiegen war. OHL verlor 3% in einer einzigen Sitzung. Käufe und Verkäufe häuften sich: Verkäufe von Telefónica zu 13,20 Euro und Kaufpreislisten für das Jahr – Repsol zu 13,5, Santander zu 5, Telefónica zu 10,5, BME zu 25 –, die warteten. Ein Fonds wie Bestinfond sammelte fast 15% seit Jahresbeginn; der Index laut der häufigsten Zählung 10% seit dem 1. Januar. War es Magie oder einfach Rückenwind?

Und wenn der IBEX 12.000 erreicht?

Ende Februar war die Frage nicht mehr, ob der Index hält, sondern wie hoch man ihn lässt, bevor jemand das Ende verkündet. Man sprach über März und die 12.000 Punkte. Bären hatten monatelang gewarnt und geirrt; das Euphorie-Lehrbuch besagt, dass dies früher oder später seinen Preis hat. Wann hört es auf, vernünftig zu sein, den Rally beim Namen zu nennen?

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (483 Antworten).

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