Bayer bei 19,80 und Novo bei 55: Dividendenjäger im Fokus

Bayer wurde zu 40,23 Euro gekauft und auf 19,80 Euro nachgekauft; Novo Nordisk fiel um 21% und wurde bei 55 Euro gekauft. Ein Blick auf die Dividendenstrategie.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Bayer bei 19,80 und Novo bei 55: Dividendenjäger im Fokus
Bayer bei 19,80 und Novo bei 55: Die Dividende trotzt der Panik

Es gibt ein Portfolio, das im Minus notiert und dennoch weiter kauft. Bayer stieg von einem Einstiegskurs von 40,23 Euro auf eine Nachkaufposition bei 19,80 Euro; bei Novo Nordisk wurde ein Absturz von 21% in einer einzigen Sitzung als Einstiegspreis bei 55 Euro interpretiert. Die Logik bleibt stets gleich: Wenn das Unternehmen Cash generiert und Dividenden ausschüttet, ist der heutige Preis eine Chance und keine Warnung. Eine Gruppe von Anlegern, die den Zugang zum ursprünglichen Referenzforum für diese Beobachtungen verlor, gründete ihren eigenen offenen Kreis, aus dem ein ziemlich ehrliches Thermometer der Strategie hervorgeht. Das Problem ist jedoch, dass die Liste der Verlierer schneller wächst als die der Gewinne.

Bayer, von 40,23 auf 19,80: Der tragfähige Fehler

Der erste Kauf bei Bayer erfolgte im November 2023 bei 40,23 Euro, als der Kurs unter seine üblichen 50 Euro fiel. Das Argument: Ein Unternehmen, das zwei Weltkriege überlebt hat, wird nicht an einem kleinen Rückschlag zugrunde gehen. Danach folgte der Nachkauf bei 19,80 Euro, um den Durchschnittspreis zu senken. Das Ergebnis ist eine tiefrote Position, die niemand versteckt, und eine unbequeme Frage: Verkaufen, um Gewinne in der Steuererklärung zu kompensieren, oder durchhalten?

Die Zahlen, die die These stützen, sind nicht schlecht: Die Gewinne bestehen fort und laut der Berechnung eines Forum-Nutzers liegt die Verschuldung bei 4,5-mal dem EBITDA. Was sich nicht mit einer Kennzahl berechnen lässt, ist Monsanto. Die Übernahme des Agrochemie-Riesen hinterließ einen Berg von Klagen in den USA, deren Ausgang bis heute unberechenbar ist; manche fügen hinzu, dass US-Gerichte Klagen gegen europäische Unternehmen leichter zulassen. Die Verdauung dieser Schulden wird je nach Schätzungen der Aktionäre auf etwa fünf Jahre oder mehr beziffert. Die überwiegende Überzeugung lautet, dass der Wert wieder so sein wird wie früher, sobald das Problem gelöst ist. Niemand weiß wann.

BATS: Die 6%-Dividende, die sich an der Börse verdoppelt

Während Bayer blutet, beweist British American Tobacco (BAT), dass es manchmal gut ausgeht. Die Aktie startete über 40 Pfund Sterling nach einem monatlichen Anstieg von 20%, und wer bei den Tiefstständen von 23 Pfund eingestiegen ist, steht kurz vor einer Verdopplung der Investition. Die Dividende liegt, sofern sie nicht gekürzt wird, bei rund 6%. Die Versuchung, mit einem Gewinn von 50% zu verkaufen, ist groß; das Gegenargument auch: Defensiver Konsum erreicht selten wieder diese Bewertungsniveaus, sodass ein Ausstieg und Warten auf eine Korrektur teurer werden kann als das vermeidbare Risiko.

Hier zeigt sich das Muster, das langjährige Anleger wiederholen. Man gewinnt durch Überzeugung und verliert aus demselben Grund. Ein Investor, der Ende 2023 bei BAT einstiegen war, gibt zu, nur Geld investiert zu haben, das er bereit war zu verlieren, und dass er erst dann wirklich gelernt habe, wenn ein harter Schlag kommt.

Novo Nordisk: -21% an einem Tag und die Order bei 55

Der aktuellste Fall ist Novo Nordisk. Ergebnisse mit Umsatzrückgang, gesenkten Erwartungen und die Ernennung eines internen Mitarbeiters zum CEO. Der Markt reagierte mit einem roten Kerzenfall von 21%. Die Reaktion eines Teils der Aktionäre war Kaufen: Eine langfristige Limit-Order wurde bei 55 Euro ausgeführt, mit einem theoretischen Zielkurs um 75 Euro. Das Risiko wird nicht verschwiegen: Manche sehen eine Gewinnwarnung, die die Margen auf sehr anspruchsvollem Niveau belässt und Zweifel nährt, obwohl das letzte Quartal solide war.

Dividende ist nicht Rendite: Die unbequeme Warnung

Hier klafft die Lücke in der Erzählung. 10% jährliche Ausschüttung bedeutet nicht 10% Gewinn: Der Kurs kann stärker fallen als die erhaltenen Zahlungen. Und umgekehrt: Ein Unternehmen, das nichts ausschüttet, kann um 20% steigen und 40.000 Euro vor Steuern auf dem Konto lassen. Die am häufigsten zitierte Rechnung betrifft die Inflation: Bei 4% Dividende und einer realen Inflation von 5% sind insgesamt etwa 9% Gesamtrendite nötig, nur um die Kaufkraft nicht zu verlieren – eine Zahl, die jährlich schwer zu erreichen ist.

Manche verteidigen auch Mittelwege. Laut einer kursierenden Berechnung würde ein europäischer BlackRock-ETF auf 200.000 Euro Anlagebetrag etwa 10.000 Euro pro Jahr ausschütten. Das sind 5%. Weder Wunder noch Ruin, aber die Kernfrage bleibt dieselbe: Und wie schlägt sich das Hauptinvestment?

Greencoat, Dynex und Viscofan: Die bestrafte Einkaufsliste

Die Suche nach hohen Dividenden führt in Bereiche, die Bremsen verlangen. Greencoat UK Wind, eine britische Windenergiegesellschaft mit REIT-Struktur, bietet 8,7% und litt unter steigenden Anleiherenditen. Dynex Capital, ein weiteres Vehikel mit monatlicher Ausschüttung, weist 12% aus, häuft aber hohe Schulden und jüngste Verwässerungen an; der meistgehörte Rat lautet, die Finger davon zu lassen. In Spanien erscheint Unicaja mit 20 Cent Gewinn je Aktie und einer Payout-Quote von 50%, also etwa 10 Cent auf einen Kurs von 1,35 Euro zum Zeitpunkt der Berechnung, bei einem Buchwert von über 2 Euro. Viscofan gewann Anhänger nach einem Kursverfall aufgrund einer Anschuldigung, die laut nahen Beobachtern weder solide Grundlage noch formale Forderung besitzt und möglicherweise durch Versicherungen gedeckt wäre.

Als Zugabe vergleichen sich die hier kursierenden fundamentalen Analysen von Pepsi und Johnson & Johnson mit Augenzwinkern – ein Hobby-Anleger geht davon aus, dass der andere besser sei. Die Pepsi-Analyse besagt, dass das Unternehmen seinen freien Cashflow um 39% steigerte und die Dividende um 8% erhöhte, mit einem KGV um 22 und einer Payout-Quote vom operativen Cashflow von 50%.



Wie lange hält ein Portfolio, das durch Nachkäufe ins Minus gebaut wurde, bevor es aufhört, Dividendendepot genannt zu werden und etwas anderes wird?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (427 Antworten).

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