Warum Gold das Fiat-Geld nicht ersetzen kann

Das reichste Prozent besitzt 40% des Weltvermögens: Warum Gold und Silber kein Zahlungsmittel für eine kollabierte Wirtschaft sein können.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Warum Gold das Fiat-Geld nicht ersetzen kann
Warum Gold und Silber das Geld nicht ersetzen können

Gold wird das Geld nicht ablösen. Als das Finanzsystem wankte und die Zentralbanken ungebremst Liquidität injizierten, wurde die Rückkehr zum gelben Metall eher aus Glaube als nach Zahlen verteidigt. Genau diese Zahlen entlarvten jedoch die These: Es gibt nicht genug Metall, es ist ungleich verteilt, und jene, die alles aufkaufen könnten, würden nicht warten, bis Papiergeld wertlos wird. Die Debatte prallte zwei Geldvorstellungen gegeneinander ab und endete, wie fast immer, ohne Schiedsrichter.

Das reichste Prozent kontrolliert bereits 40% des Weltvermögens

Der Ausgangspunkt ist keine Grafik, sondern ein UN-Datensatz von 2006: Das reichste Prozent der Erde konzentrierte 40% des globalen Vermögens. Auf dieser Basis entstand eine unbequeme Überlegung. Wenn eine winzige Minderheit einen solchen Anteil am Vermögen hält, wie viel bleibt dann für die wohlhabenderen 25% oder 40%? Dieses Ergebnis, so argumentieren Kritiker, ist erschreckend. Und die Schlussfolgerung für das Metall ist vernichtend: Würde das Fiat-System zusammenbrechen, wüssten Großvermögen dies vor allen anderen, kauften die verfügbaren Reserven auf und ließen den Markt austrocknen.

Die Globalisierung benachteiligt kleine Sparer. In einer Gesellschaft, in der ein Ereignis in einem Land binnen Minuten am anderen Ende der Welt bekannt wird, zahlt, wer Informationen kaufen kann, auch dafür. Die Frage, die das Argument abschließt, ist simpel: Wie kann etwas als Zahlungsmittel gelten, das nur wenige Familien besitzen? Die Gegenargumentation lautet, dass Reiche auch kaufen, nicht von Luft leben, und mit Geld, Gold oder was auch sonst bezahlt wird.

Die Rechnung von 1950: Doppelte Bevölkerung, gleicher Metallbestand

1950 hatte die Welt 2.518.630.000 Einwohner. Ein halbes Jahrhundert später waren es 6.070.581.000. Mehr als doppelt so viele. Wäre Papiergeld damals verschwunden und Gold sowie Silber wären zur einzigen Währung geworden, hätte die Metallproduktion ausgereicht, um die Zahlungsbedürfnisse von Milliarden zusätzlicher Menschen zu decken? Die intuitive Antwort lautet nein. Die Entgegnung kam unspektakulär: Geld entsteht nicht durch Geburten. Es zirkuliert unter denen, die bereits existieren und Vermögen haben. Mit weniger Gold pro Kopf würde jedes Gramm mehr kaufen, und im Kern änderte sich nichts. Es ist der alte Konflikt zwischen einer Geldmenge, die wachsen kann, und einem physischen Bestand, der nur langsam zunimmt.

Der Spread beim Kilogold: 1,4%, die verdampfen

Hier kommt die reale Liquidität ins Spiel. Eine Berechnung bei Europas größter Wechselstube in Brüssel legte die Margen schwarz auf weiß dar: Ein Kilo Gold wird zu 30.780 gekauft und zu 31.210 verkauft, ein Verlust von 1,4%, wenn die Transaktion am selben Tag erfolgt. Verteidiger des Metalls erwidern, dass alle Märkte Spreads haben und das Konzept selbst aus den Geldmärkten stammt: Nennen Sie mir einen Ort, an dem Ihnen eine Währung zum Einkaufspreis zurückgekauft wird. Kritiker halten dagegen, dass nicht die Marge das Problem sei, sondern die physische Verfügbarkeit. Das feine Detail dieser Berechnung, Posten für Posten, lässt jede Seite bei ihrer Überzeugung.

Banken, die Gold bei 2.000 sehen, und Banken, die Öl bei 200 sahen

Citi prognostizierte Gold bei 2.000 Dollar, kurz nachdem man Öl bei 200 Dollar vorhergesagt hatte, bevor der Rohstoff auf 40 fiel. Dieser Vorfall diente als Munition gegen Bankprognosen: Man spricht nur positiv über etwas, wenn man es gehortet hat und zu hohen Preisen verteilen will. Die Verteidigung des Metalls widerlegt dies: Solche Projektionen passen lediglich das historische Hoch des Goldpreises an die Inflation an, und zu erwarten, dass er fällt, während sich verschiedene Geldformen aufblähen, zeigt ein Missverständnis des Spiels. Im Juni 2007 hatte die offizielle Version bereits ihr Urteil gefällt: Gold war nicht mehr rentabel.

Von der Geldmenge zur Speisekammer: M3, Kaninchen und Hühner

Die Debatte wandte sich der Geldpolitik zu. Während das Geld die Straße nicht erreichte (M1), stapelten sich die breiteren Formen (M2, M3) unter Druck. Diese Diskrepanz wurde als ein kurz vor dem Platzen stehender Topf und als Prolog einer Bananenrepublik-Hyperinflation gedeutet. Die andere Hälfte des Gesprächs verlagerte sich in die Speisekammer: Lagerumschlag, Gefriertruhe, Hühnereier und Kaninchen als Notfallprotein. Ob Gold zahlt oder nicht, endet fast immer bei der Frage, wie man den Kühlschrank füllt.

Niemand schloss die Angelegenheit ab. Wenn diese Diskussion eines klar macht, dann dies: Sich vorzubereiten ist sinnvoll, auch wenn man auf der falschen Seite steht: Das Metall steigt, fällt und wartet. Die ehrlichste Prognose angesichts der Argumente ist, dass auch die nächste Krise kein endgültiges Urteil sprechen wird.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (413 Antworten).

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