Ibex 35 bei 6.500 Punkten: Bankia verliert 17 % in einer Sitzung

Der Ibex 35 notiert im Mai 2012 bei 6.500 Punkten, während Bankia 17 % einbüßt und der Bankensektor nur wegen eines möglichen Verbots von Leerverkäufen steigt.

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Ibex 35 bei 6.500 Punkten: Bankia verliert 17 % in einer Sitzung
Ibex 35 nahe 6.500 Punkten: Der Bankensektor trägt die Last

Mitte Mai 2012 notiert der Ibex 35 um die 6.500 Punkte. Der spanische Aktienmarkt gleicht nicht mehr einem Markt, sondern einer Abrechnung. Die Paradoxie der Woche: Der Bankensektor erholt sich einen Tag nachdem Moody's das Rating gesenkt hat und die Kreditvergabeprobleme den höchsten Stand seit 18 Jahren erreicht haben. Kein guter Datenpunkt treibt den Anstieg. Er kommt durch Spekulationen über ein erneutes Verbot von Leerverkäufen auf Banken. Eine Erholung, die davon abhängt, dass man nicht angegriffen wird, ist kein Zeichen von Stärke, sondern Geiselhaft.

Die Zahl, die den Moment am besten beschreibt, stammt von Bankia, das in einer einzigen Sitzung 17 % verliert, während die Muttergesellschaft BFA Verluste von über 3 Milliarden Euro für 2011 ankündigt. Während Santander unter 4,50 fällt und Repsol Richtung 12 Euro tendiert, geht es nicht mehr darum, wie tief fallen kann, sondern wer das Loch zahlt.

Warum stürzt Bankia, obwohl der Staat sie gerettet hat?

Weil niemand weiß, was die Vermögenswerte darin wirklich wert sind. Die Operation wurde als öffentliche Investition verkauft, manche beschreiben sie mit Sarkasmus: Der Staat hat keine formale Hilfe geleistet, sondern einfach Aktien gekauft, ist Bankier geworden und hofft, diese mit Gewinn loszuwerden. Das Problem ist, dass diese Investition keiner Bewertung unterlag, keinen Eignungstest bestand und unklar ist, ob der Markt sie jemals zu einem vernünftigen Preis absorbieren wird.

Die Kosten sind die andere Seite. Manche behaupten, wenn die EZB den Plan für Bankia nicht garantiert, kommt die Anpassung nicht schrittweise, sondern sofort: Steuererhöhungen und eine höhere Mehrwertsteuer ab sofort. Wenn die EZB eingreift, werden diese Milliarden langsam bezahlt, möglicherweise bis zur nächsten Generation. Der Unterschied zwischen langsamer Blutung und einem schnellen Schnitt.

Niveaus des Ibex 35: 6.356, 6.550 und das Gespenst der 6.700

Die technische Analyse stimmt in der Form überein, streitet aber über Details. Der Bruch der Seitwärtsbewegung zwischen 6.750 und 7.200 deutete auf 6.300 hin, und dorthin fiel der Index ohne Gegenwehr. Von 6.356 erholte er sich auf 6.612-6.614, korrigierte um etwa 61,8 % und stieg erneut in die Zone 6.550-6.652, wobei ein weiterer Tiefpunkt im gleichen Verhältnis korrigiert wurde. Für Nicht-Trader: Der Markt atmet durch, bevor er entscheidet.

Die Referenzen für die nächsten Sitzungen sind präzise. Über 6.550-6.552: Long-Positionen, erhöht ab 6.615, Ziele bei 6.650-6.680 und 6.710. Unter 6.550: Ausstieg; warten, bis 6.450 gebrochen wird, um Short-Positionen bis 6.395 aufzubauen, und von dort einen Long-Versuch bei 6.356 mit Stop-Loss bei 6.350. Auf dem Papier sehr geordnet. Sehr fragil, wenn das größte Landbank vor dem Mittagessen 17 % verliert.

Eine Kuriosität erklärt den Kult um diese Zahlen. Der Boden bei 6.700 im Ibex aus dem Jahr 2009 wurde nicht von einem großen Analysehaus vorhergesagt. Er wurde von einer sporadischen Intervention jemandes definiert, der auftauchte, den Boden nannte und verschwand. Seitdem kehrt diese Vorhersage jedes Mal zurück, wenn der Index diese Zone erreicht. Man nannte den Move scherzhaft den Pepón.

Argentinien, Repsol und die Sperre beim Dollar-Kauf

Auf der anderen Seite des Atlantiks sieht es nicht besser aus. In Argentinien können seit Tagen keine Dollar gekauft werden, die Baubranche schrumpft um rund 20 % gegenüber dem Vorjahr, und Brasilien wertet seine Währung so stark ab, dass das Nachbarland beginnt, dies nachzuahmen. Die Stimmung ist, dass der Corralito (Kapitalverkehrskontrollen) keine Zukunftshypothese ist, sondern bereits auf Unternehmensebene wirkt: Geld rauszubekommen ist ein Triumph, selbst wenn Steuern gezahlt werden.

Für Repsol, das um 12 Euro notiert, ist die argentinische Angelegenheit keine Anekdote, sondern ein Länderrisiko, das sich zu den anderen gesellt. Im Hintergrund bleibt der Verdacht, dass alles zusammenhängt und Probleme an einem Börsenplatz sich anderswo wiederholen, weil niemand mehr nur ein Land im Blick hat.

Leerverkäufe, die EZB und die offizielle Rettungsgeschichte

Das Detail, das am meisten beunruhigt, ist, dass die wichtigste Maßnahme gegen den Angriff auf die Banken dieselbe ist wie zuvor: das Verbot von Leerverkäufen. Finanzquellen erkennen dies als Methode an, den Anstieg des Länderrisikos zu bremsen, während man auf das Eingreifen der EZB wartet. Zu verbieten, dass andere auf fallende Kurse setzen, während Politiker wegsehen.

Was den Markt stützt, ist unbequem: Viele verdienen Geld damit, gegen spanische Banken zu wetten, und diese Leute verschwinden nicht per Dekret. Mit Kreditproblemen auf einem 18-Jahres-Hoch und Agenturen, die Ratings senken, lautet die Frage nicht, ob mehr Geld nötig sein wird, um das Loch zu stopfen, sondern woher es kommen soll.

Was geschah mit dem Verkauf von Canal de Isabel II?

Optimistische Buchhaltung hat ihr eigenes Kapitel. Es war die Rede von 30 Milliarden Euro durch Privatisierungen und Angeboten von 2,4 Milliarden Euro für 49 % des Canal de Isabel II ohne Kontrolle. Wer rechnet, warnt, dass dieser Anteil großzügig geschätzt nur etwa 800 Millionen Euro wert ist. Wenn alle Berechnungen so sorglos erfolgten, steht ein epochaler Fehlschlag bevor. Unterdessen wird eine Steuerprüfung einer pflichtbewussten Region wegen 1,7 Milliarden Euro eröffnet: Selbst die Guten haben Löcher.

Deutschland, Griechenland und die unbegründete Ungerechtigkeit

Manche fassen den deutschen Partner so zusammen: Sie hassen Inflation, lieben Sparen und wollen eine starke Währung. Der Euro ist weitgehend die deutsche Mark unter neuem Namen, was Deutschland nicht daran hinderte, der größte Exporteur hochpreisiger Güter zu werden. Übersetzt in Tagespolitik: Deutschland rettet niemanden aus Sympathie.

Der Satz, der die gefühlte Ungerechtigkeit zusammenfasst, ist vernichtend: Griechische Löhne und schwedische Steuern. Und zu Hause ist der Katalog sichtbar: leere Flughäfen, Bahnhöfe für sechs Reisende, Kleinstaaten mit halber Million Funktionären. Das Land, das sich über Erstickung beschwert, erstickt seit Jahren allein.

Wohin flüchtet, wer nicht auf Spanien schauen will?

Die Suche nach sicheren Häfen ist zum Sport geworden. Statoil wird mit Repsol verglichen und schneidet besser ab; man blickt auf den norwegischen Aktienmarkt, wo das Top-Papier, das dänische Maersk, nie einen Split hatte und jede Aktie 5.000 Euro kostet. Die Grundidee ist einfach: Wenn die Währung abwertet, profitieren seriöse Unternehmen mit Marke und Bruttomargen über 40 %, weil die Welt ihre Produkte weiter kauft. Kein Patriotismus, sondern Absicherung.

Dazwischen das Handbuch des enttäuschten Investors. Der Trick bei Facebooks IPO: Wenn du alle Aktien bekommst, die du willst, verkaufe in der ersten Minute; wenn du wenige bekommst, kaufe am Markt so viele du willst. Und die neue Spielerei, nach der gefragt wird: Bitcoin. Die Antwort ist immer dieselbe. Noch eine Blase.

Resignation, Sparen und das Auswanderungsbrief

Unter dem Chart liegt eine Grundsatzdiskussion, die Kerzencharts nicht lösen. Manche sagen, das Wichtigste sei nicht, viel oder wenig Geld zu haben, sondern genug zum Leben und Erhalt dessen, was erfüllt: In den Achtzigern lebte man mit weniger und es ging gut. Andere antworten, diese These habe einen hässlichen Namen: Resignation. Sich zu ergeben, wenn man die Situation nicht selbst verursacht hat, weder Dürre noch Naturkatastrophe, ist Hinnehmen.

In der Mitte ein 25-Jähriger mit brauchbarem Englisch, einem Bruder seit zehn Jahren in Deutschland und halb offener Tür nach London, der erklärt, er wolle es erst hier versuchen. Sein Plan B ist keine Fantasie: Es ist, was viele andere bereits tun.

Beim Immobilienmarkt die klassische Diskrepanz. Wer eine erschwingliche Wohnung in Barcelona sucht, findet unmögliche Aufzüge, Treppenstufen an Eingängen und Küchen ohne Türen aus den fünfziger Jahren. Die Preise sinken nicht so schnell wie alles andere.



Mit dem Ibex bei 6.500, dem Bankensektor, der sich im Windschatten eines möglichen Leerverkaufsverbots erholt, und dem Staat, der hinterrücks zum Bankier wurde, bleibt eine Frage, die niemand ganz beantwortet: Wenn die Rettung abbezahlt wird, wer bekommt zuerst die Rechnung?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (4720 Antworten).

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