Heißluftfritteuse: 20 Cent pro Portion, ohne Fettgeruch

Für 20 Cent pro Portion und 50 Euro Gerät überzeugt die Heißluftfritteuse Skeptiker trotz Grenzen und Warnungen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Heißluftfritteuse: 20 Cent pro Portion, ohne Fettgeruch
Heißluftfritteuse: 20 Cent pro Portion, ohne Fettgeruch

Eine Handvoll Tiefkühlkartoffeln vom Gefrierschrank in das Gerät, zwanzig Minuten und essen. Kein Schrubben, kein Spritzen und kein ranziger Ölgeruch, der sich in den Wänden des Wohnzimmers festsetzt. Das ist die Rechnung hinter der Entscheidung, eine Heißluftfritteuse zu behalten, die storniert und dann für eine zweite Chance erneut bestellt wurde. Die Bilanz, wie sie dargestellt wird, ist einfach: etwa 20 Cent pro Portion Kartoffeln plus zehn Cent Strom (1.400 W über zwanzig Minuten), mit einem Gerät, das 50 Euro kostet.

Die Überlegung ist nicht gastronomisch, sondern logistisch. Wer dies vertritt, gibt zu, dass Tiefkühlkartoffeln schlechter schmecken als frittierte, „aber nicht viel schlechter, nur ein bisschen“, und schätzt zudem die geringere Fettbelastung. Was man kauft, ist keine Qualität: Es ist die Lösung des Beilagen-Repertoires zu Fleisch oder Fisch, ohne auf Reis oder Mikrowellen-Kartoffeln zurückzugreifen. Komfort als Kaufkriterium, ohne Schnickschnack.

Was man wirklich in einer Heißluftfritteuse machen kann

Die Erfindung ist keine Fritteuse. Es ist ein kleiner Umluftbackofen, und das sollte man sagen, bevor jemand Wunder erwartet. Mit dieser Prämisse erweitert sich das Spektrum: Gemüse kommt „hervorragend“ heraus, wobei Auberginen noch Baustelle sind; Hähnchenschenkel funktionieren als sichere Bank; tiefgekühlte Cannelloni gratinieren bei 200 °C in 20 Minuten, die Hälfte der Zeit eines Backofens und ohne Sauerei. Selbst eine kopflose Forelle, geöffnet und mit Schinken gefüllt, neben Kirschtomaten, hält sich als gutes Gericht, solange man sie einzeln gart.

Dort liegt die physische Grenze des Geräts: Sobald ein Stück auf dem anderen liegt, wird keines davon richtig gar. Kleine Mengen sind die Norm, was im Widerspruch zur Idee steht, für eine Familie zu kochen. panierte Sardellen funktionierten, waren aber so umständlich, dass sie nicht wiederholt wurden.

Der Geschmack: Zwischen Ofenkartoffel und Restaurant-Pommes

Die ehrlichste Beschreibung lautet: Wie eine Ofenkartoffel, weniger knusprig und innen mehr durchgegart. Eine Stufe unter gewöhnlichen Pommes frites. Für wen, der alle drei Monate Kartoffeln isst, ergibt das Braten in der Eisenpfanne immer noch ein ähnliches Ergebnis wie im Restaurant beim Steak-Bestellen; für häufige Esser ist das Gerät eine Alternative aus Komfortgründen, nicht wegen des Geschmacks.

Manche gehen weiter und behaupten, Tiefkühlkartoffeln seien bereits mit ihrem eigenen Öl vorgegart, weshalb sie im Gerät gut gelingen. Andere bezeichnen sie direkt als eklig: halb frittiert außen, halb gekocht innen, „nur ein Engländer würde sie gerne essen“. Die Meinungsspanne ist groß, weil auch der Gaumen unterschiedlich ist.

Das Argument, das niemand widerlegt: Weniger Öl, weniger Geruch

Der Punkt, an dem fast alle Positionen übereinstimmen, ist der Umweltaspekt. Das verzehrte Öl und das an den Wänden haftende Fett, das ranzige Gerüche verursacht, nimmt erheblich ab. Für wen, der seit Jahren nichts mehr brät, weil er den Fettgeruch hasst, ist das kein Detail: Es ist die Rückkehr zum gelegentlichen Verzehr von Pommes frites.

Der Gegenangriff kommt von anderer Seite: Braten ohne Eintauchen in Öl ist kein Braten, und alles andere sind Erfindungen für Schuldgeplagte. Es ist dieselbe alte Diskussion zwischen Puristen und Pragmatikern, mit der Besonderheit, dass hier der Pragmatiker die Rechnungen hat und der Purist nur die Tradition.

Das Kleingedruckte: Tiefkühlkartoffeln und Krebs

Der Enthusiasmus hat sein Gegengewicht, das in Form einer Warnung vor dem Produkt kommt, nicht vor dem Gerät: Niemandem raten, regelmäßig Tiefkühlkartoffeln zu essen, die als giftiger Müll und stark dickmachend beschrieben werden. Der konkrete Vorwurf lautet, dass sie in einem Luftgerät bei zwanzig Minuten Hitze möglicherweise krebserregend sein könnten, im Gegensatz zu vier Minuten in einer Fritteuse mit gutem Öl.

Man sollte Spreu vom Weizen trennen: Die Warnung vor häufigem Konsum von ultraverarbeiteten Tiefkühlprodukten ist vernünftig; die Zuschreibung von Karzinogenität an das Gerät ist eine Behauptung ohne Quellenangabe. Was im Material enthalten ist, ist die Zusammensetzung dieser Kartoffeln: 97 % Kartoffel und 3 % Palmöl.

Der Preis und das Hintergrundrauschen des Marktes

Das günstige Gerät kostet 50 Euro, und es gibt Modelle, die 2.000 W überschreiten, mit rotierenden Motoren für Hähnchen, Kartoffeln und Spieße sowie bis zu drei Ebenen. Die Frage nach guten Marken wird im Material beantwortet: Eine Marke erhält Lob, die andere, am meisten beworbene, wird als minderwertiges Produkt abgetan. Ein Dual-Modell, das auch von unten heizt, wird als Neuheit erwähnt.

Der grundlegende Skeptizismus betrifft nicht das Gerät, sondern die Nutzung. Manche erwarten, dass es neben der Kapsel-Kaffeemaschine geparkt wird, gekauft aus Nachahmung der Freunde, ohne Information und ohne je vorfritierte Kartoffeln zu kaufen. Dieselbe Person, die es gar nicht nutzt, möchte es für Brathähnchen.



Am Ende konkurriert die Heißluftfritteuse nicht mit dem traditionellen Frittieren. Sie konkurriert damit, gar nichts zu frittieren. Und dort gewinnt sie haushoch: zwanzig Minuten, eine Handvoll Kartoffeln und null Schrubben. Die Qualität ist niedrig, ja. Aber die Rechnung von 20 Cent pro Portion bestreitet niemand.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (69 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

Volver