Bachmut hält stand: Wagner zielt auf Brücken

Die Wagner-Gruppe rückt über Höhenzüge vor, um die Versorgungsbrücken von Bachmut zu kappen, statt das Stadtzentrum einzunehmen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Bachmut hält stand: Wagner zielt auf Brücken
Bachmut bleibt bestehen und Wagner greift die Brücken an

Drei auf einer Karte markierte Brücken, eine violett und zwei blau, sowie ein Pfeil, der über Höhenzüge vorrückt, statt in die Straßen einzudringen. Dies ist der Plan, der den Kämpfern der Wagner-Gruppe in Bachmut zugeschrieben wird, einer Stadt, die seit Monaten als Magnet des Krieges fungiert. Sie zielen nicht auf das Zentrum. Sie zielen auf die Zufahrtswege. Da die Einfallstraßen unter Artilleriefeuer stehen, ist die Versorgung einer bereits als katastrophal eingestuften Lage nicht mehr gesichert.

Die erste Frage, die sich jeder beim Blick auf die Karte stellt, liegt auf der Hand: Ist Bachmut nicht schon gefallen? Nach den kursierenden Berichten lautet die Antwort nein. Laut einem Teilnehmer ist der Osten der Ortschaft von ukrainischen Kräften geräumt, und ohne Gegenangriff ist der Westen dem Untergang geweiht. Aber „dem Untergang geweiht“ bedeutet nicht „eingenommen“.

Warum rückt Wagner über Höhenzüge vor und nicht ins Zentrum?

Das Ziel sind drei Brücken. Eine ist unmittelbar von der Unterbrechung bedroht, und die anderen beiden wären gefährdet, wenn sich der Vorstoß über die Höhen festigt. Hier liegt der taktische Schlüssel: Man muss nicht Haus für Haus kämpfen, wenn man kontrolliert, was rein und raus geht. Laut einem Teilnehmer operiert die Artillerie weit hinter der Kontaktlinie, was jeden Konvoi zur Mautstraße macht.

Vor Ort wird die Schlacht als Fleischwolf beschrieben, der nun die ukrainischen Kräfte zermahlt. Manche behaupten, Kommandeure hätten hochrangige Offiziere abgesetzt, weil sie den Widerstand bei diesen Kosten für wahnsinnig hielten. Die Ressourcenbewegungen deuten laut Thread-Berichten in dieselbe Richtung: Das ukrainische Kommando blutet weiterhin Mittel aus, um zwei eingeschlossenen Brigaden einen Lebensfaden offen zu halten. Andere lesen es anders: Solange der Köder funktioniert, hat Russland kein Interesse daran, die Falle abrupt zuschnappen zu lassen.

Wer trägt die Last des Angriffs auf Bachmut?

Ein Teilnehmer beschreibt die Aufgabenteilung wie folgt: Die Wagner-Gruppe stellt die Infanterie und den Abnutzungskrieg sicher; die reguläre russische Armee kümmert sich um die Flanken und die rückwärtige Artillerie. Diese Teilung, kombiniert mit der Rekrutierung von Gefängnisinsassen, nährt die These, dass die russischen Kräfte frischere Einheiten haben als die Ukrainer, die Berufssoldaten und neu mobilisierte Zivilisten verbrennen.

Es gibt keinen Konsens. Eine Strömung erinnert daran, dass im Häuserkampf der Angreifer meist höhere Preise zahlt als der Verteidiger, und das Gegenteil anzunehmen ignoriert die Militärgeschichte. Eine andere entgegnet, dies gelte nur, wenn der Verteidiger Munition hat. Konkrete Verlustzahlen tauchen nirgends auf, dennoch schreibt sich jede Seite das Blutbad der Gegenseite zu.

Von Verdun bis Stalingrad: Warum vergleicht man Schlachten?

Manche sehen Bachmut in der Nachfolge von Verdun, Gettysburg oder Waterloo, Schlachten, die Kriege entschieden, aber an Orten stattfanden, die kaum jemand auf einer Karte finden würde. Die Analogie zu Stalingrad taucht immer wieder auf. Der Parallelismus erklärt, warum um so wenig Terrain so viel gekämpft wird, dient aber auch als Warnung vor der offenen Rechnung: Wenn die Einkesselung abgeschlossen ist und man abrechnet, kann das Ergebnis überraschen.

Dazu kommt die politische Lesart. Die angekündigte Frühlingsoffensive mit fernen Zielen wurde in dieser Stadt ausgegeben, was nach Ansicht einiger den Kalender für alles Weitere umordnet. Langsames Kochen macht den Eintopf schmackhafter, sagen sie. Das Problem ist, wer das Holz bezahlt.

Die 30-mm-Kanone im Bildmaterial

Unter dem zirkulierenden Bildmaterial fiel eines auf: Ein Fahrzeug mit einer 30-mm-Kanone, das laut einem Teilnehmer der bekannte „Terminator“ sein könnte. Die Ironie ergibt sich von selbst. Wenn der Infanterie leichte Munition fehlt, bleibt immer noch die Option, das Kaliber zu erhöhen. Jenseits des Scherzes zeigt die Szene die Art des Kampfes in der Zone: Unterstützung aus der Distanz, keine Film-Assests.

Interessiert es jemanden, den Krieg in die Länge zu ziehen?

Hier verschiebt sich der Fokus von der Karte zur Wirtschaft. Es wird argumentiert, dass angesichts der Druckgeschwindigkeit der Notenbanken in einigen Ländern weder den USA noch, vor allem, Europa ein langer Krieg nützt. Der deutsche Verweis auf die Hyperinflation des 20. Jahrhunderts dient als Warnung, und Scheine über 1.000.000.000 Euro werden als Bild dessen zitiert, was zurückkehren könnte. Es ist ein extremes Szenario, das als solches präsentiert wird, gestützt nur durch historische Parallelen.

Der militärische und der finanzielle Aspekt landen am selben Punkt: Wenn der Verschleiß an ankommenden Konvois und gedrucktem Geld gemessen wird, tickt die Uhr für beide Seiten.

Am Ende lautet die Frage, die die gesamte Diskussion durchzieht, nicht wann Bachmut fällt, sondern was es kostet, es stehen zu lassen. Die Brücke im violetten Kreis ist nur eine Brücke. Die anderen beiden halten vorerst. Und niemand traut sich, ein Datum zu nennen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (112 Antworten).

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