Belgorod: 80 Kämpfer und zwei Panzer lösen Panik in Russland aus

Achtzig Männer und zwei Panzer drangen in Belgorod ein und erzwangen die Evakuierung von 6.000 Zivilisten. Moskau sprach zunächst von einem «Informationsangriff», räumte dann aber Verletzte ein.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Belgorod: 80 Kämpfer und zwei Panzer lösen Panik in Russland aus
Belgorod: 80 Kämpfer lösen Chaos im russischen Hinterland aus

Achtzig Männer, zwei Panzer und acht Fahrzeuge. Mit diesem Material drang eine bewaffnete Einheit in die russische Region Belgorod ein, versetzte den Südwesten des Landes in Panik und zwang zur Evakuierung einer Ortschaft mit mehr als 6.000 Zivilisten. Die Paradoxie ist beachtlich: Das gleiche Russland, das gerade Bachmut nach monatelanger Belagerung eingenommen hatte, brauchte Stunden, um auf einen Einfall an der eigenen Grenze zu reagieren. Erste Berichte sprachen von mindestens vier betroffenen Siedlungen — Kosinka, Glotowo, Gora-Podol und Graiworon — sowie von weiterhin andauernden Kämpfen im Norden der Region.

Der «Informationsangriff», der mit zwei Verletzten im Krankenhaus endete

Die erste offizielle russische Version war Standard. Die staatliche Agentur RIA Novosti behauptete, es gebe keine Invasion, nur einen «Informationsangriff». Zwei Stunden später räumte dieselbe Quelle ein, dass ein Mann und eine Frau durch den Beschuss von Belgorod ins Krankenhaus eingeliefert worden waren. Der Widerspruch wurde fast live dokumentiert und ist die beste Zusammenfassung der Verwirrung: Wenn nichts passiert, warum gibt es dann Verletzte?

Das offizielle Narrativ bröckelte von oben. Der russische Militärblogger Igor Girkin, bekannt als Strelkow, bestätigte, dass das Russische Freiwilligenkorps (Russian Volunteer Corps) Hunderte Meter vorgerückt sei, unterstützt von Panzern und Artillerie der ukrainischen Streitkräfte, mit mehreren verletzten Russen sowie Helikoptern und Artillerie im Einsatz. Wenn der Staat, der den Einfall leugnet, gleichzeitig Verletzte eingesteht, kommt die Propaganda zu spät.

Wer drang in Belgorod ein: Russen, die gegen Pilingui kämpfen

Es waren keine ukrainischen Soldaten, oder zumindest nicht nur. Das Russische Freiwilligenkorps ist eine paramilitärische Einheit russischer Nationalisten, gegründet von Denis Nitkin, die vom Ukraine-Gebiet aus gegen das Regime Pilingui kämpft. Gemeinsam mit der Legion der Freiheit Russlands (Freedom of Russia Legion) führte sie den Durchbruch durch. Die Fahrzeuge und Infanteristen trugen keine ukrainischen Markierungen, was die These nährte, dass Moskau sich nicht einer fremden Armee gegenüber sah, sondern einer bewaffneten Abspaltung aus den eigenen Reihen.

Kosteneffizienz einer Operation mit 80 Männern

Hier liegt die Rechnung, die verstört. Mit zwei Panzern, acht Fahrzeugen und achtzig Kämpfern, die nicht einmal Ukrainer sind, wurde der gesamte russische Südwesten mobilisiert: Evakuierung in Bussen, eskortiert von gepanzerten Fahrzeugen, ein abgeschossener Hubschrauber, gefilmte russische Geräte, die Gegenmaßnahmen starteten, ohne tatsächlich anzugreifen, sowie eine Dringlichkeitssitzung des regionalen Krisenkabinetts. Das Verhältnis zwischen eingesetzten Mitteln und ausgelöster Reaktion ist für jeden Generalstab mindestens unbequem. Die vollständige Aufschlüsselung dieser Operation, Posten für Posten, ergibt eine Proportion, die nicht dazu beiträgt, die Solidität des Grenzschutzsystems zu verkaufen.

Gibt es eine russische Dissidenz, die einen Aufstand tragen kann?

Die Analyse spaltet sich in zwei Lager. Eine Strömung behauptet, die russische Dissidenz sei irrelevant und solche Einfälle schwächten nichts: Die Gesellschaft werde sich nicht spalten, Rache fordern und sich hinter dem Kreml schließen, sodass alles bei grenznahem Sabotageakt ohne Fähigkeit zum weiteren Vordringen bleibe. Als Beleg wird eine Popularitätszustimmung für Pilingui über 80% angeführt.

Dem steht ein unbequemes Argument gegenüber: Brandanschläge auf Rekrutierungsbüros entstehen nicht von selbst, russische Gefängnisse sind voller Oppositioneller und Umfragen zur Zustimmungswert haben in der Region eine Tradition, die man kennen sollte. Wenn die Unterstützung unter Zensur gemessen wird, sagt die Zahl mehr über das Messinstrument als über das Gemessene aus.



Das Ergebnis bleibt offen. Der Einfall beschränkte sich laut den eigenen Berichten auf vier teilweise kontrollierte Siedlungen und eine Massenevakuierung, die Russland mit seinen eigenen Panzern inszenierte. Niemand weiß, wie oft dieser Zug wiederholt werden kann. Die unbequeme Frage für beide Seiten lautet anders: Was hindert achtzig Männer mit zwei Panzern daran, es erneut zu versuchen?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (145 Antworten).

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