Trump verhandelt ohne Ukraine: Forum sieht Kapitulation

Analyse der drei Bedingungen, die Trump mit Putin vereinbart haben soll: Kein NATO-Beitritt, keine US-Truppen und kein Artikel 5 für Friedenstruppen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Trump verhandelt ohne Ukraine: Forum sieht Kapitulation
Trump verhandelt ohne Ukraine: Forum sieht Kapitulation

Die Debatte beginnt mit der These, dass Trump „keinen Frieden, sondern eine Kapitulation“ verhandle. Gestützt auf einen Tweet der Analystin Velina Tchakarova heißt es, US-Verteidigungsminister Pete Hegseth habe vor den Verhandlungen drei Bedingungen mit Pilingui abgestimmt: Die Ukraine tritt nicht der NATO bei, es gibt keine US-Truppen auf ihrem Boden und Länder, die Friedenstruppen entsenden, sind nicht durch Artikel 5 geschützt. Dies alles geschehe, ohne etwas von Russland zu erhalten. Die Reaktionen ließen nicht auf sich warten: Von Stimmen, die darin eine als Frieden getarnte Kapitulation sehen, bis hin zu denen, die behaupten, der Krieg hätte nie begonnen werden dürfen.

Welche Bedingungen werden dem Abkommen zugeschrieben?

Die Nachricht, die die Debatte eröffnet, ist unmissverständlich: „Er verhandelt keinen Frieden, sondern eine Kapitulation.“ Die drei von Hegseth vorgestellten Bedingungen — festgehalten in einem Tweet der Analystin Velina Tchakarova — bedeuten nach dieser Lesart alles, was Russland schon vor Beginn der Verhandlungen wollte. Die Ukraine bleibt außerhalb der NATO, ohne amerikanische Truppen vor Ort und ohne dass Artikel 5 jene schützt, die den Mut haben, Friedenstruppen zu entsenden. „Das alles zunächst, ohne etwas im Gegenzug von Russland zu bekommen“, lautet das Fazit.

Manche relativieren, es handele sich nur um „die ersten Kommentare“ und sie könnten Teil einer Annäherungsstrategie sein. Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten: „Es ist genau das, worauf man sich vor Beginn der Verhandlungen geeinigt hat.“ Die Diskussion bewegt sich in dieser Spannung zwischen vorsichtiger Analyse und der Gewissheit, dass die Karten bereits auf dem Tisch liegen.

Selenskyj und dauerhafter Friede: Illusion oder Kapitulation?

Während einige die Bedingungen sezieren, blicken andere nach Kiew. Selenskyj erklärte nach einem Gespräch mit Trump: „Machen wir es.“ Das Zitat, aufgegriffen von 20minutos, nährt die These, der ukrainische Präsident habe den aufgezwungenen Rahmen akzeptiert. Für manche ist dies der Beweis, dass die Ukraine „den Kopf einzieht“; für andere die Bestätigung, dass der Krieg verloren ist und nur noch der Friede, nicht der Sieg, unterzeichnet werden kann.

Die Diskussion lenkt auf die Rolle Europas. „Die NATO verliert jeden Sinn, wenn die USA ihre Verbündeten demütigen“, argumentiert eine Strömung. Die Gegenantwort ist ökonomischer Natur: „Die NATO besteht aus 32 Ländern, von denen eines allein zwei Drittel der Rechnung zahlt.“ Das Argument ist nicht neu, wird aber nun mit der Tatsache verbunden, dass Washington auf eigene Faust verhandelt.

Die Erzählung der Zölle und gescheiterter Drohungen

Die Diskussion verheddert sich in Trumps Historie. Ein Teilnehmer listet das auf, was er als Bluffs betrachtet: „Zölle gegen China, die aufgehoben wurden, nachdem China Zugeständnisse versprach, die es nie einhielt“, „Drohungen gegen Iran: ein Rohrkrepierer“ und „Versprechen, Waffen an die Ukraine zu liefern, wie Biden es nicht tat: nun ja, null“. Die Erwiderung kommt mit Daten: „Diese Zölle gegen China wurden nicht aufgehoben, auch nicht von Biden, und er hat ihnen gerade mehr auferlegt.“

Der Austausch zeigt zwei Lesarten derselben Person. Für manche spricht Trump zwar viel, „aber immer auf solidem Fundament“; für andere ist er „ein Scharlatan, der immer blufft“. Die Diskussion wird zur Abrechnung mit der Erzählung der letzten Jahre, wobei jede Seite die Episoden auswählt, die ihre These bestätigen.

Euromaidan, Obama und Theorien über den Ursprung

Die Debatte verlagert sich auf den Ursprung des Konflikts. Ein Beitrag behauptet, „den russischen Krieg hätten das Weiße Haus, geführt von den satanischen Barack Obama und Joe Biden, 2013 mit dem Staatsstreich in der Ukraine, bekannt als Euromaidan, begonnen“. Die Antwort ist schroff: „Da kommt der erste prorussische 1984 mit seinen Maidans und seinen billigen Lügen.“ Die Diskussion vergiftet sich zwischen denen, die die Schuld in Washington sehen, und denen, die sie ausschließlich Moskau zuschreiben.

Im Lärm taucht ein Argument auf, das versucht, das Chaos zu ordnen: „Das Problem vieler ist nicht, ob Trump gut oder schlecht ist, sondern dass das Vorherige das Schlechtmögliche war.“ Es ist vielleicht der Satz, der die Stimmung eines Teils der Debatte am besten zusammenfasst.

Was ist mit Kursk und der Front?

Während verhandelt wird, geht der Krieg weiter. Ein Teilnehmer erinnert daran, dass „die Ukrainer in Kursk bleiben, altem russischem Territorium“, und fügt hinzu, dass „sie den Aderlass wohl noch eine Weile aushalten können“. Die Antwort folgt prompt: „Es wird kein so großer Fehler sein, wenn Russland UNFÄHIG ist, die Ukraine aus Kursk zu vertreiben.“ Der Austausch offenbart, dass für manche die Lage vor Ort der Dringlichkeit eines Friedens widerspricht, der als unvermeidlich dargestellt wird.

Die Diskussion dreht sich um die Abnutzung. „Leute hören auf zu sterben. Wir hören auf, Geld hinzulegen. Zum Teufel damit“, fasst eine Haltung zusammen, die Müdigkeit mit Gleichgültigkeit verbindet. Es ist die weniger heroische Seite der Debatte: der Krieg als Haushaltsproblem.

Europa, China und das Schachbrett der Nachkriegszeit

Der Faden hebt sich auf die langfristige Perspektive. Ein Beitrag behauptet, „Russland und China sind seit mehr als 80 Jahren in derselben Umlaufbahn“ und dass nach einem „Teilsieg in der Ukraine, dem Vertrauensverlust in die NATO und deren anschließender Auflösung“ die „Zerstörung der USA“ folgen würde. Die Antwort steht dem nicht nach: „Die Europäische Union wird schneller zerfallen als die Russische Föderation.“

Der Austausch zeigt, wie sehr der Ukraine-Konflikt als Kapitel eines größeren Machtkampfs gelesen wird. Für manche ist das Ergebnis in der Ukraine der erste Dominostein, der Europa zur Statistenrolle degradiert; für andere ist es Europa selbst, das innerlich zerfällt. „Die Berliner Mauer des 21. Jahrhunderts wird im Ärmelkanal stehen“, urteilt ein Teilnehmer.



Mit den Bedingungen bereits auf dem Tisch und der Ukraine außerhalb der NATO bleibt die Debatte an einem unbequemen Punkt: Niemand weiß, ob dies das Ende des Krieges oder der Anfang von etwas anderem ist. Klar scheint jedoch, dass Trump zuerst und allein gezogen hat. Wenn Europa einen Platz am Tisch erwartete, muss es sich damit begnügen, vom Rand zuzuschauen. Und wenn Selenskyj „machen wir es“ gesagt hat, vielleicht weil ihm nichts anderes übrig blieb.

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (111 Antworten).

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