Waldbrände in Spanien und Griechenland: Ursachen im Streit

Die spanische Luftwaffe absolvierte 375 Flugstunden bei Bränden; die Ursache der Feuer in Spanien und Griechenland ist unklar.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Waldbrände in Spanien und Griechenland: Ursachen im Streit
Spanien brennt lichterloh, während über den Urhebern gestritten wird

Eine Woche. So lange brauchte das 43 Grupo de la Fuerzas Aéreas (spanische Löschflugzeugstaffel), um mehr als 375 Flugstunden und 1.077 Abwürfe auf die Waldbrände zu summieren, die die Iberische Halbinsel von einem Ende zum anderen durchziehen. Während die Wasserflugzeuge am Himmel rotierten, füllte sich die Karte mit neuen Herden: ganz Spanien, Insel für Insel in Griechenland und obendrein Sizilien, Neapel und Sardinien. Die Frage, die über dem Rauch schwebt, ist nicht wo es brennt, sondern wer zündelt und warum.

Zuerst muss man das Feuer von seiner Erklärung trennen. Dass es viele Brände gibt, ist eine Tatsache. Dass sie absichtlich gelegt wurden, ist eine These: die häufigste, aber eben nur eine These.

Kann die Sonne einen Waldbrand auslösen?

Kurze Antwort: Nein, nach der am weitesten verbreiteten Argumentation. Holz benötigt etwa 400 Grad, um sich zu entzünden, weit mehr als die Umgebungstemperatur eines Sommers erreicht. Daher wird die Version vom Blitz oder spontanen Funken ausgeschlossen. Es gibt trockene Gewitter – niemand bestreitet das –, doch wer schon einmal eines erlebt hat, sagt, dass sie selten stark entfachen, weil meist etwas Regen dabei ist. Die Schlussfolgerung der Befürworter dieser Theorie: Der orange Ball (Sonne) zündet nichts allein an, und jedes Feuer hat menschliche Hand.

Das ist physikalisch solide, aber logisch trügerisch. Aus der Tatsache, dass die Sonne allein kein Feuer macht, folgt nicht, dass jemand aus Geldgier zündelt.

Das Geschäft mit dem Löschen und dem Fällen des Waldes

Hier wird die Analyse unbequem. Der weitverbreitetste Verdacht richtet sich gegen drei Profile mit Interessen am selben Berg. Erstens die Subunternehmer und Löschtrupps: Sie verdienen am Löschen und schlagen, wenn kein Feuer wütet, vor, zu reinigen, zu fällen und zu roden. Die Rechnung für die Löscharbeiten geht in die Millionen, so diese Version. Zweitens die Viehzüchter: Das Feuer hinterlässt freie Weideflächen fürs nächste Jahr. Drittens die Spekulanten, die im verbrannten Land billiges Bauland sehen, um zu urbanisieren oder Infrastruktur zu errichten.

Nach diesem Ansatz wäre der oft wiederholte Satz bei jedem Brand – dass der Wald sehr verwildert sei – keine technische Diagnose, sondern ein Eingeständnis interessierter Kreise. Die in diesen Diskussionen genannte Zahl ist auffällig: Bis zu 90% der Brände wären künstlichen Ursprungs, weit entfernt vom einsamen Pyromanen, der oft in den Nachrichten erscheint. Das Argument hat seine unangenehmste Variante, nämlich dass die eigenen Rettungsdienste aus Groll mitten in Lohnverhandlungen gehandelt hätten. Dies ist die schwerwiegendste und zugleich fragilste Anschuldigung. Man sollte betonen: Kein Gerichtsurteil stützt konkrete Beschuldigungen. Es sind Hypothesen, keine Urteile.

Der Feuerwehrstreik und der Kalender, der nicht passt

Ein anderer Analysezweig deutet auf den Kalender hin. Ein Feuerwehrstreik wenige Tage vor dem Höhepunkt der Brände. Ein Vorjahr, in dem, wie man sich erinnert, kaum Brände in Spanien wüteten. Und eine anomale Häufung von Feuern im Nordwestquadranten, der feuchtesten Zone des Landes, wo man sie am wenigsten erwarten würde. Jede Übereinstimmung einzeln hat eine Erklärung; zusammen nähren sie Misstrauen.

Auch der Energiefaktor taucht auf: Manche behaupten, dass verbranntes Land den Kauf von Flächen für Wind- oder Solarparks verbilligt. Und die Hypothese einer Kampagne gegen den Tourismus – wonach jemand die Mittelmeerküste zerstören will – taucht auf und zerplatzt im selben Absatz. Es gibt keine Daten, die dies stützen.

Aufforstung, Gemeindefusionen und andere Antworten

Angesichts so vieler Verdächtigungen setzen manche auf Arbeit. Es werden Fälle beschrieben, in denen Menschen jährlich mehrere tausend Bäume pflanzen und Eicheln von einer 1.200 Jahre alten Steineiche sammeln, um sie später von Hand im Wald auszusäen. Zudem wird daran erinnert, dass die Forstwirtschaft seit Längerem warnt, dass es zu viele unbewirtschaftete Bestände gibt, die wie ein Pulverfass wirken. Für manche ist dies ein technischer Warnhinweis; für andere die Ankündigung einer Ausrede, um Kiefernwälder zu roden und andere Arten anzupflanzen.

Der mediterrane Wald hat auch eine administrative Seite: die Kritik an der Kleinstgemeinde, die ein riesiges Gebiet mit vier Einwohnern verwaltet und wie einen Gutshof führt. Daraus resultiert die wiederkehrende Forderung nach einer massiven Fusion von Gemeinden, die im Thread in die Tradition von Joaquín Costa gegen den Klientelismus gestellt wird.

Und mittendrin die Politik. Einige geben der Landflucht und Umweltpolitik die Schuld; andere der Spekulation; wieder andere einer angeblichen Agenda, die sie nie belegen. Fast alle sind sich in einem Punkt einig: Dem Thermometer die Schuld zu geben, ist fast rührend naiv.

Gebiete ohne menschliche Aktivität brennen laut der kursierenden Berechnung nur einmal alle 150 Jahre. Die anderen viel zu oft. In dieser Arithmetik stimmt etwas nicht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (231 Antworten).

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