Waldbrände in Spanien: Unrentable Forstwirtschaft als Brandrisiko

Experte warnt: Rekordwaldfläche 2025 in Spanien führt zu mehr Bränden, da die Bewirtschaftung sich nicht lohnt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Waldbrände in Spanien: Unrentable Forstwirtschaft als Brandrisiko
Der Wald brennt, weil seine Nutzung unrentabel ist

Ein Forumsteilnehmer argumentiert, dass Spanien im Jahr 2025 mehr Waldmasse angesammelt hat als jemals zuvor in den letzten zweihundert Jahren. Diese Tatsache ist überraschend, denn in diesem Jahr brannten die Wälder so stark wie selten zuvor. Klimatologen führen dies auf anhaltende Dürren, minimale Feuchtigkeit und lange Hitzewellen zurück. Je mehr Wald vorhanden ist, desto mehr Brennmaterial gibt es. Und je weniger Menschen vom Wald leben, desto weniger Hände sind bereit, einzugreifen, bevor ein Funke zündet.

Das beste Beispiel für diese Paradoxie findet man in der Sierra de Gredos in Ávila. Die Kiefern, die in den 1960er Jahren durch Aufforstungsprogramme gepflanzt wurden, wurden von niemandem gewünscht und werden von niemandem genutzt. Der Rest des Geländes besteht aus Ginster, den die Nachbarn früher jährlich abbrennten, um Wege freizumachen und Weideflächen für Kühe zu schaffen. Wenn der Wald jetzt brennt, sparen sie sich Arbeit. Die einzige echte Tragödie wäre, wenn das Feuer das Dorf erreichen würde – was heute aufgrund der vielen verlassenen Flächen und der geringen Bevölkerungszahl wahrscheinlicher ist als vor Jahrzehnten.

Der Fall Gredos: Kiefern aus Aufforstungen, die niemand will

Wer Familie in der Region hat, beschreibt es ohne Umschweife: Den Einheimischen ist es ziemlich egal, ob ihr Wald brennt. Das ist keine Grausamkeit, sondern simple Mathematik. Es gibt keine Holznutzung mehr, keinen Anbau außer einigen Selbstversorger-Gärten, und die wenigen arbeitsfähigen Nachbarn halten Kühe. Die Nachkriegsaufforstungen hinterließen Kieferbestände, die niemand bestellt hatte und für die es nie eine Industrie gab. Die unbequeme Schlussfolgerung lautet: Der Brand erspart ihnen das Roden.

Daraus ergibt sich die Nuance, die die gesamte Diskussion durchzieht: Im ehemaligen Alt-Kastilien (Castilla la Vieja) brennt weniger Fläche ab als im Nordwesten. Das ist kein Zufall und kein Glück.

Wirtschaftlicher Nutzen entscheidet alles

Die vorherrschende These ist einfach. Eine holz-, jagd- oder tourismusbasierte Nutzung erzeugt ein wirtschaftliches Interesse gegen Brände. Der Eigentümer pflegt, was ihn ernährt. Im Valle de Valdeón, wo der Wald tatsächlich Erträge bringt, ignorieren die Nachbarn Berichten zufolge sogar behördliche Anweisungen und riskieren Bußgelder, um ihre Flächen sauber zu halten. Im Gegensatz dazu wird argumentiert, dass Bergbau, Solar- oder Windkraftanlagen oder früher Immobilienprojekte ein Interesse am Feuer begünstigen.

Grobe Zahlen stützen diese Idee. Nach dem großen Brand in der Sierra de la Culebra in Zamora schätzt ein Teilnehmer den Wert des verbrannten Holzes auf 30 Millionen Euro: Biomasse, Pellets, Pueblerino, Platten. In den Kiefernwäldern von Soria und Burgos, mit einer soliden Holzindustrie, ist Abbrennen schlichtweg absurd, weshalb dort gut gepflegt wird.

Warum niemand eine Kiefer fällt: 30 Jahre und 6 Euro pro Baum

Hier liegt der Kern des Problems. Eine große Kiefer braucht mindestens 30 Jahre zum Wachsen, im besten Fall. Nach einem Brand streuen die Kiefern Samen, und bei ausreichendem Regen entstehen dichte Bestände junger Bäume. Diese Bestände erfordern Durchforstungen und Verbesserungsschnitte, damit die besten Exemplare wachsen können. Das machten früher die Holzfäller. Heute passiert das nicht mehr, weil das Fällen einer Kiefer nur 6 Euro einbringt – derselbe Preis wie vor fast 40 Jahren.

Das Ergebnis ist ein Wald, der allein wächst, dicht und trocken, ohne dass jemand einen Anreiz hat, einzugreifen.

Legte Brände und wem sie nützen

Die heftigsten Kontroversen entstehen bei der Suche nach der Zündquelle. Einige behaupten, viele Brände seien gelegt worden, und die Brandkarte folge der Vía de la Plata und dem Jakobsweg von Badajoz bis Galicien. Ein weiterer, stark angefochtener Vorwurf verbindet Brände mit Jagdaktivitäten. Die Antwort kommt sofort: Wenn der Wald brennt, flieht das Wild, denn sein Unterschlupf und seine Nahrung verbrennen. Niemand, der jagen möchte, brennt sein eigenes Revier nieder.

Es kursiert auch der Gegenfall. Der Betreiber einer Photovoltaikanlage in Casas de Don Pedro wird als mutmaßlicher Urheber eines Waldbrands untersucht. Es ist ein Einzelfall, keine Regel, aber es nährt den Verdacht, dass bestimmte Aktivitäten lieber gerodetes Land mit weniger Hindernissen hätten.

Einheimische Kiefer oder Fehler bei der Aufforstung?

Angesichts der Forderungen, Kiefernwälder abzuholzen, erinnern einige daran, dass Spanien sieben natürliche oder spontane Kiefernarten hat, von der Kanarischen Kiefer über die Pinaster-Kiefer und die Waldkiefer bis zur Schwarzen Bergkiefer. Nur die Monterey-Kiefer ist importiert und häufig in den Aufforstungen des Nordens anzutreffen. Kiefern sind einheimisch, genügsam und wachsen dort, wo sonst nichts wächst: Südhänge, trockene Böden, arme Substrate, Hochgebirge.

Die Kritik richtet sich nicht gegen die Kiefer selbst, sondern gegen die massiven Aufforstungen der 1950er bis 1980er Jahre, die viele als Fehler betrachten. Der ursprüngliche Plan sah vor, diese Kiefern durch edlere Arten zu ersetzen, aber nur die erste Phase wurde umgesetzt. Die zweite ließen die späteren Behörden unerledigt. Sie wartet noch immer.

Vieh, das den Wald nicht mehr reinigt

Vor 60 Jahren gab es Brände, aber kleine. Das Weiden von Kühen, Ziegen und Schafen fraß das Buschwerk, das heute als Zunder dient, und die Leute sammelten Holz für den Winter. Diese Armee unfreiwilliger Rodungsarbeiter existiert nicht mehr. Stattdessen behaupten einige, dass das Vieh selbst die Bodendegradation fördere und frische Triebe statt trockenes Astwerk suche. Die Quadratur des Kreises bleibt ungelöst.



Der Punkt, an dem die Analyse ins Stocken gerät, ist immer derselbe. Niemand bestreitet, dass es zu viel unbewirtschafteten Wald gibt und dass extremes Klima ihn zu Zunder macht. Was fehlt, ist eine Einigung darüber, wer die Kosten für die Bewirtschaftung tragen soll. Der Holzwirt fordert Preise, die es nicht gibt, der Viehzüchter ist weg, und der Staat taucht vor allem dann auf, wenn der Wald bereits brennt. Mit dieser Rechnung braucht das Feuer keine Verschwörungen: Ihm genügt die Arithmetik.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (236 Antworten).

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