Vermieter in Spanien dürfen Haustiere weiterhin verbieten

Trotz der Anerkennung von Tieren als fühlende Wesen bleibt die LAU unverändert, sodass Vermieter Haustiere in Mietwohnungen untersagen können.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Vermieter in Spanien dürfen Haustiere weiterhin verbieten
Vermieter dürfen Haustiere weiterhin verbieten: Die LAU bleibt unverändert

Kann ein Vermieter das Halten von Haustieren in einer Mietwohnung verbieten? Ja. Ohne Interpretationsspielraum und ohne Ausnahmen: die Ley de Arrendamientos Urbanos (LAU, das Gesetz über städtische Mietverhältnisse) bleibt unberührt. Die Reform, die Tiere zu „fühlenden Wesen“ erklärte, betraf das Bürgerliche Gesetzbuch, das Hypothekengesetz und das Zivilprozessgesetz, rührte aber nicht an die Regelung der Mietverhältnisse. In Videos und Beiträgen wird behauptet, dass Eigentümer nicht mehr die Haltung eines Hundes durch Mieter ablehnen dürften. Das ist falsch, und der Gesetzestext selbst widerlegt dies.

Was es tatsächlich gibt, ist eine unangenehme Zahl für jeden Vermieter: Der Entwurf des Ley de Bienestar Animal (Tierschutzgesetz) schließt Haustiere in den „Familienkreis“ ein. Das klingt nach einer juristischen Bombe. Ist es aber nicht. Die LAU wurde nicht geändert und der Entwurf, der noch nicht von den Cortes (dem spanischen Parlament) verabschiedet wurde, erwähnt Mietverhältnisse ebenfalls nicht.

Was änderte sich durch die Anerkennung als „fühlende Wesen“?

Ein Wechsel des zivilrechtlichen Status, kein Recht auf Zutritt zu fremdem Wohnraum. Vor genau einem Jahr trat die Änderung in Kraft, die Tiere nicht mehr als „unbewegliche Güter oder Sachen“ betrachtet, sondern sie als fühlende Wesen anerkennt. Dies betrifft ihre rechtliche Einordnung, nicht die Entscheidung darüber, was in einer Mietwohnung geschieht.

Man sollte es deutlich sagen: zu behaupten, dass das Verbot von Haustieren in einer Mietwohnung illegal oder verfassungswidrig sei, ist falsch. Die Aufnahme von Tieren in den Familienkreis, wie sie in Kapitel II des Entwurfs vorgesehen ist, hat einen rein symbolischen Charakter. Das entscheidende Detail steht in einer anderen Vorschrift.

Die Anti-Haustier-Klausel ist legal: Punkt 4.2 der LAU

Punkt 4.2 des Gesetzes ist eindeutig: Mietverhältnisse für Wohnraum werden durch die Vereinbarungen, Klauseln und Bedingungen geregelt, die von den Beteiligten festgelegt werden. Auf gut Deutsch: Wenn der Eigentümer keine Tiere möchte, hält er das schriftlich fest, und wer unterschreibt, akzeptiert dies. Kein Geheimnis. Und das Verbot kann nicht von der Hausverwaltung kommen: Die Ley de Propiedad Horizontal (Gesetz über das horizontale Eigentum) legt fest, dass die Eigentümergemeinschaft die Anwesenheit von Haustieren in gemieteten Wohnungen nicht verhindern kann.

Das Ergebnis ist ein Markt mit zwei Geschwindigkeiten. Der Vermieter, der Schäden fürchtet, nutzt die Klausel als Filter. Der Mieter, der ein Haustier möchte, unterschreibt und hofft das Beste. Hier beginnt das eigentliche Geschäft.

Die Klausel wird unterschrieben und dann gebrochen

Hier trennen sich Gesetz und Praxis. Es gibt Mieter, die zugeben, Verträge mit ausdrücklichem Haustierverbot unterschrieben und trotzdem eine Katze aufgenommen zu haben, mit dem Argument, dass niemand dem Vermieter sein Privatleben erzählt und dass Schäden im Falle ihres Auftretens einfach repariert werden. Demgegenüber steht das gegenteilige Kriterium: Eine illegale Bedingung darf niemals erfüllt werden. Das Problem ist jedoch, dass das Haustierverbot nicht illegal ist, sondern eine direkte Folge der LAU.

Die juristische Diskussion verwickelt sich schnell. Klauseln, die automatisch nichtig sind, sind solche, die im Widerspruch zu den Bestimmungen des Mietgesetzes stehen. Alle anderen müssen vor einem Richter angefochten werden, eine nach der anderen und mit dem unterschriebenen Vertrag in der Hand.

Die Selektion beginnt vor der Unterschrift

Effektiver als Verbote ist die Auswahl. Ein Teil der privaten Vermietung erlaubt es, Kandidaten durch die subtile Methode indirekter Fragen – „Haben Sie Tiere?“ – zu prüfen und diejenigen auszuschließen, die mit „Ja“ antworten. Andere verlangen die Eltern als Bürgen im Vertrag oder bevorzugen befristete Saisonverträge gegenüber langfristigen Verträgen.

Da sich Wohnungsverträge auf bis zu fünf Jahre erstrecken können, ist die Möglichkeit einer vorzeitigen Kündigung fast null. Daher wird Vorsicht walten gelassen, bevor die Schlüssel übergeben werden, und nicht erst danach.

Kratzende Katzen, beißende Welpen und eine zu geringe Kaution

Die Angst des Eigentümers ist nicht abstrakt. Ein Welpe kann einen Türrahmen anbeißen; eine Katze schärft ihre Krallen an Vorhängen, Sofas und Türen und verliert Haare. Es gibt Berichte über größere Schäden: eine Badezimmertür, die von einem 1,80 Meter großen, 90 Kilo schweren Känguru, das in einer Mietwohnung lebte, herausgerissen wurde. Es gibt auch die freundliche Kehrseite: Hunde mit Hundeschuhen, um das Parkett nicht zu verkratzen.

Das wiederkehrende Argument ist die Kaution: Wenn Schäden entstehen, sollen sie von der Kaution abgezogen werden. Das kommt darauf an. Eine Kaution deckt selten eine komplette Renovierung von Böden, Türen und Wänden.

Und wenn das Tierschutzgesetz verabschiedet wird?

Der Text ist seit Monaten aufgrund von Unstimmigkeiten zwischen Podemos und PSOE blockiert. Wenn er verabschiedet wird, falls er überhaupt verabschiedet wird, wird er das Mietregime nicht ändern: Die Regelung der Mieten erfolgt durch die LAU, und diese steht nicht zur Debatte. Die Bezeichnung als fühlendes Wesen macht ein Haustier nicht zu einem vertraglichen Bestandteil von etwas.

Bis dieser Tag kommt, macht der Markt wie immer weiter: pacta sunt servanda. Oder anders gesagt: Der Hund zieht ein, wenn der Eigentümer des Hauses „Ja“ sagt. Und wenn er nicht „Ja“ sagt, zieht er nicht ein.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (102 Antworten).

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