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Der PC stirbt nicht, er wird durch Pflicht-Apps verdrängt
Webseiten versagen, Apps funktionieren: So wird das Smartphone zur Pflicht. Der PC punktet zwar mit Leistung und Privatsphäre, verliert aber im Alltag.
Warum das Smartphone zur Pflicht wird und der Computer zum Hindernis
Das Online-Check-in bestimmter Fluggesellschaften schlägt im Browser des Computers immer wieder fehl, während es über die Smartphone-App sofort klappt. Das ist kein Pech, sondern Design. Dieselbe Sequenz wiederholt sich beim Banking, bei Behörden und bei zahlreichen Alltagsdiensten: Die Webseite bricht genau dann zusammen, wenn man sie am dringendsten braucht, und die App wird zum einzigen Zugang. Diese Sabotage der Usability erklärt, warum ein wachsender Teil der Verbraucher das Gefühl hat, dass der Computer — leistungsstärker, ergonomischer, mit sichtbarem Bildschirm und Tastatur — gegenüber dem Smartphone an Boden verliert. Er verliert, aber nicht aufgrund technischer Überlegenheit des Mobilgeräts.
Der geschlossene Kreis: Vom Terminal zum Cloud-Service
Jahrzehntelang entstand die Heiminformatik, um dem alten Schema aus Terminal und Server zu entkommen, das Unternehmen und Regierungen nutzten: dumme Endgeräte, die an einen Zentralrechner angeschlossen waren, der die ganze Arbeit erledigte. Der PC setzte sich durch, weil die Verbindungen langsam waren und die Rechenleistung zu Hause sein musste. Heute sind die Netze schnell und günstig, und das Pendel schwingt zurück.
Der Trend, Software auf Remote-Server zu verlagern — oft mit Abonnements für temporäre Lizenzen — deutet auf eine Zukunft hin, in der das Gerät nur noch als Schnittstelle dient. Ein Telefon, das an eine Tastatur und einen Monitor angeschlossen ist, würde ausreichen, da das Programm gar nicht mehr auf dem Gerät selbst läuft. Video-Streaming funktioniert bereits so und wird als Modell vermarktet. Das bedeutet: weniger komplexe Hardware zu Hause und dafür höhere monatliche Gebühren.
Das Smartphone lokalisiert; der Computer bleibt zu Hause
Hier wird die Analyse weniger technisch. Ein Desktop-Rechner ist anonyme Hardware: Er weiß nicht, wo Sie sind, und verlangt Ihren Standort nicht für die Funktion. Das Telefon hingegen ist ständig mit einem Funkmast verbunden und trägt ein Ökosystem mit sich, das jede Geste monetarisiert. Dies ist das Argument, das in der finalen Phase der Debatte am meisten Gewicht gewinnt.
Der tägliche Beweis ist nicht verschwörungstheoretisch, sondern bürokratisch. Es gibt Banken, die ein Selfie verlangen, um auf ihre Webseite zu gelangen, oder die den Kontozugriff ohne SMS-Bestätigung verweigern. E-Mail-Anbieter drängen unter dem Vorwand der Sicherheit auf denselben Weg. Wer dies umgehen will, hat zwar alternative Betriebssysteme, muss aber Abstriche machen: Diese blockieren oft Banking- oder Messenger-Apps aufgrund der integrierten Sicherheitssysteme. Der Ausbruch aus dem System hat seinen Preis.
Überschuss an Leistung und ein Hitzeproblem
Das Argument der Performance ist das am häufigsten genutzte und zugleich tückischste. High-End-Chips von iOS und Android übertreffen in Leistung und Speicher die meisten Office-Computer und Laptops, bei vergleichsweise geringem Verbrauch. Rein theoretisch könnte man heute allein mit dem Smartphone arbeiten.
In der Praxis tritt jedoch die Hitze auf. Wenn diese Prozessoren wirklich gefordert werden, fällt es ihnen schwer, das Tempo zu halten: Nach 5 bis 10 Minuten intensiver Last drosseln sie die Leistung, um nicht zu überhitzen. Sie reichen völlig aus für Office-Arbeiten und leichtes Gaming, aber nicht für dauerhaft schwere Aufgaben. Und wenn man wirklich in die High-End-Klasse aufsteigt, kosten Workstation-Laptops nicht unter 2000 Euro, wobei die Kühlung oft dennoch knapp bemessen ist.
Der Desktop-Modus existiert bereits (doch kaum jemand nutzt ihn)
Die Ironie ist, dass die Verschmelzung von Mobiltelefon und PC keine Zukunftsmusik ist. Android ermöglicht es schon seit Längerem, ein Telefon per USB-C an einen Hub anzuschließen, der gleichzeitig lädt und verschiedene USB-Ports, HDMI für den Bildschirm sowie Tastatur und Maus bereitstellt. Das Telefon öffnet einen Desktop mit Fenstern und behandelt jeden Bildschirm separat, wie zwei unterschiedliche Sitzungen. Ein einziges Kabel genügt, und man hat einen PC.
Es fehlt das Übliche: dass sich die Anwendungen an diesen Modus anpassen und dass Google ein Interesse daran hat, ihn voranzutreiben. Solange das Geschäftsmodell auf die gebundene mobile App setzt, bleibt der Desktop des Telefons eine permanente Demo. Das ist kein Problem der Ingenieurskunst, sondern der Anreize.
Wer nicht mehr zum Computer zurückkehren wird
Es gibt eine Generationenlücke, die durch keine technische Verbesserung zu schließen ist. Immer mehr Haushalte besitzen keinen PC mehr: Alles wird über das Smartphone oder Tablet erledigt, und der Computer wird nur noch eingeschaltet, um ein Dokument zu drucken oder eine einzelne Aufgabe zu erledigen. Diejenigen, die mit Messenger-Programmen am heimischen PC aufgewachsen sind, erinnern sich, dass man sich beim Ankommen einwählte, nicht zu jeder Zeit. Das Smartphone hingegen bindet einen, egal wo man ist.
Für ernsthafte Arbeit bleibt der Konsens jedoch bestehen: Früher oder später braucht man Tastatur, Maus, einen großen Bildschirm und Leistung. Den Rest des Tages absorbiert das Telefon. So verliert der Computer im Alltag gegen die Bequemlichkeit und die App, die einen nicht entkommen lässt, während er am Schreibtisch gewinnt. Angesichts der Preise für mobile Workstations würde man fast sagen, dass der „tote“ PC verdammt teuer ist.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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