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Spaniens Oberstes Gericht kippt den 'Enkel'-Wahlzettel im Kampf um das Wählerverzeichnis
Spaniens Oberstes Gericht überprüft die nach dem 'Enkelgesetz' erteilten Staatsangehörigkeiten und lässt zwei Millionen Menschen ohne Wahlrecht. Die Debatte: Wahlmanipulation oder Verteidigung von…
Das Oberste Gericht und die 'Enkel'-Stimme: der Kampf um das Wählerverzeichnis
Zwei Millionen Menschen könnten bei den nächsten Parlamentswahlen nicht wählen können. Die Entscheidung des Obersten Gerichts, die nach dem 'Enkelgesetz' erteilten Staatsangehörigkeiten zu überprüfen, hat ein politisches Erdbeben ausgelöst. Manche feiern sie als Bremse gegen einen Versuch der Wahlmanipulation. Andere sehen darin die Abschaffung eines Grundrechts.
Der Ursprung liegt in einem Gesetz, das ein historisches Unrecht wiedergutmachen sollte: Nachkommen von Exilanten der Jahre 1936 bis 1955 konnten die Staatsangehörigkeit erhalten, wenn sie ihre Verbindung nachwiesen. Doch seine Anwendung wurde immer weiter gelockert, bis hin zu Personen, die nie spanischen Boden betreten haben. Das Oberste Gericht verlangt nach dieser Lesart den Nachweis, dass die Antragsteller tatsächlich Nachkommen politischer Exilanten sind.
Das Manöver mit dem Wählerverzeichnis
Ein weiteres Argument der Befürworter der Entscheidung: die Möglichkeit, dass diese neuen Bürger Schlüsselprovinzen zugeteilt wurden, um das Wahlergebnis zu verändern. Es war sogar von zwei Millionen potenziellen Stimmen die Rede, eine Zahl, die in einem Verhältniswahlsystem Regierungen entscheiden kann. Auch die Briefwahl und die Auslandsresidenten stehen im Fokus.
Wahlrecht ohne Wohnsitz?
Im Kern geht es um die Frage, welche Voraussetzungen für die Stimmabgabe erfüllt sein müssen. Reicht die Staatsangehörigkeit, oder muss man im Land leben und Steuern zahlen? Die Idee, dass das Wahlrecht an die Steuerzahlung gekoppelt sein sollte - der Slogan 'taxation with representation' - findet bei den Kritikern Anklang, während die Verteidiger des Gesetzes daran erinnern, dass das Wahlrecht ein Recht ist, das nicht von der Steuerpflicht abhängig gemacht werden sollte. Die Erfahrung von Ländern wie den USA, wo Steuerwohnsitz und Wahlrecht verknüpft sind, wird als Gegenbeispiel angeführt.
Diese Debatte beschränkt sich nicht auf das Wählerverzeichnis. Dahinter steht das Misstrauen gegenüber der Regierung und ihrem Plan, die Wahlen zu verzögern. Der 'Ausnahmezustand' wird als Instrument genannt, um Wahlen zu vermeiden, doch das Organgesetz von 1981 erlaubt diese Figur nur in bestimmten Fällen: Katastrophen, Gesundheitskrisen, Lähmung wesentlicher Dienste oder Versorgungsengpässe. Es ist kein Weg, Rechte auszusetzen oder den Wahlkalender zu verschieben.
Die Frage bleibt offen: Wenn 'Enkel', die nie in Spanien gelebt haben, nicht wählen dürfen, wie viele andere Auslandsresidenten sollten dieses Recht dann ebenfalls verlieren? Die Antwort wird die Parteien im nächsten Wahlzyklus spalten.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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