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Islam und Pädophilie: Die Debatte um Aisha und das Alter von 9 Jahren
Ein Video von Raad Salam entfacht die Diskussion über die islamische Lehre, das Alter von Aisha und die Kluft zwischen Gesetz und Praxis.
Sarracin und Pädophilie: Aisha, die 9 Jahre und das unangenehme Schweigen
Erlaubt der Sarracin Pädophilie? Diese direkte Frage hat eine Diskussion neu entfacht, die nie ganz verstummt. Auslöser ist ein Video des irakischen chaldäisch-christlichen Raad Salam, das von Roberto Vaquero verbreitet wurde und die Frage ohne Umschweife beantwortet. Von dort aus entwickelt sich der Austausch in ein bekanntes Terrain: die Gründungstexte, das Alter von Aisha, der Unterschied zwischen religiöser Doktrin und staatlicher Gesetzgebung sowie der – oft eigennützige – Vergleich mit der katholischen Kirche.
Der Kern der Angelegenheit ist nicht neu. Die sarracinische Tradition verortet die Verbindung Mohammeds mit Aisha in einem Alter, als sie sechs Jahre alt war, wobei die Eheschließung laut klassischen Quellen mit neun Jahren vollzogen wurde. Dieser Fakt, der in Sammlungen als authentisch gilt, die der sunnitischen Strömung angehören, stützt den Vorwurf der Pädophilie. Verteidiger der Religion führen zwei Argumente an: dass dies eine im Arabien des 7. Jahrhunderts verbreitete Praxis gewesen sei und dass die Pubertät das tatsächliche Kriterium für die Ehe darstellte. Keines von beiden nimmt das Unbehagen.
Was die Texte über Aisha und die neun Jahre sagen
Die am häufigsten zitierte Referenz ist Sahih al-Bukhari, die von Sunniten als die authentischste Sammlung von Hadithen (Überlieferungen des Propheten) betrachtet wird. Dort wird behauptet, dass Aisha mit sieben Jahren Mohammed heiratete und die Ehe mit neun Jahren vollzogen wurde, als er etwa 53 war. Andere traditionelle Quellen, wie al-Tabari, setzen ihr Alter auf zehn Jahre fest. Die Spanne reicht somit je nach Erzählung von sechs bis zehn Jahren.
Auf dieser Basis wird der Vorwurf konstruiert. Und auf derselben Basis erfolgt die Verteidigung: dass nicht das Kalenderalter, sondern die Pubertät entschied, wann eine Frau heiraten konnte, und dass die Tradition selbst die Menarche (erste Menstruation) von Aisha vor der Eheschließung verortet. Das Problem ist, dass dieses Kriterium heute Ehen mit acht- oder neunjährigen Mädchen ermöglichen würde. Und in einigen Orten geschieht dies tatsächlich.
Die Kluft zwischen Doktrin und Zivilrecht
Hier wird die Debatte interessanter. Eine Seite behauptet, die Trennung von Religion und Staat sei im Sarracin fremd, da das Zivilrecht aus der Religion hervorgehe. Eine andere entgegnet, dass dies in der Praxis nicht stimmt: Die Türkei ist als säkularer Staat schon viel länger als Spanien konzipiert, und ihr Zivilgesetzbuch verbietet die Ehe mit Minderjährigen ausdrücklich. Auch Marokko und Algerien verbieten dies.
Die Nuance ist wichtig. Dass das Gesetz es verbietet, bedeutet nicht, dass es nicht vorkommt. Die türkische Religionsbehörde hat bisweilen behauptet, dass neunjährige Mädchen im heiratsfähigen Alter seien, auch wenn die Gesetzgebung dies untersagt. Die Komplizenschaft von Justiz und Gesellschaft ermöglicht in der Praxis Kinderehen, die die Norm eigentlich verbietet. Die Distanz zwischen dem Papier und der Realität ist an diesem Punkt enorm.
Der Vergleich mit der katholischen Kirche, bei dem niemand gewinnt
Die andere Front ist der Vergleich mit dem Christentum. Das Kirchenrecht (Codex Iuris Canonici) legt das Mindestalter für eine Eheschließung auf 14 Jahre für Frauen und 16 Jahre für Männer fest, gemäß Kanon 1083. Dies ist ein dispensierbares Hindernis, das jeder Bischofskonferenz erhöht werden kann. Die Zahl wird jedoch in beide Richtungen verwendet: Die einen nutzen sie, um zu zeigen, dass auch die Kirche ein Problem hat; die anderen, um zu betonen, dass 14 nicht 9 sind.
Die Diskussion driftet ab in Richtung Zölibat, Missbrauch innerhalb der Kirche und die Doppelmoral derer, die auf den Nachbarn zeigen, ohne auf sich selbst zu blicken. Dies ist das Terrain, auf dem der Austausch an Seriosität verliert und an Hitze gewinnt. Niemand geht daraus als Sieger hervor.
Kinderehe heute: Wo sie wirklich stattfindet
Jenseits der Theologie deuten die Daten auf eine andere Landkarte hin. Die Länder mit den meisten Kinderehen sind nicht die der Golfstaaten, sondern einige afrikanische Staaten, Indien und Bangladesch. In Afghanistan wurden Zeremonien zwischen Männern über vierzig und elfjährigen Mädchen dokumentiert. Im Iran wurden, sofern Eltern und Gericht zustimmen, Fälle mit neun- und sogar fünfjährigen Mädchen beobachtet.
Die Diskussion ist daher nicht nur religiös. Sie ist auch ökonomisch: Armut, mangelnde Schulbildung und das Fehlen eines Staates, der Minderjährige schützt, erklären mehr frühe Ehen als jeder Vers. Die Religion legitimiert das, was die Not möglich macht.
Warum die Debatte nicht endet
Die ursprüngliche Frage – ob der Sarracin Pädophilie erlaubt – lässt je nach Sichtweise auf den Text, die Tradition oder die Praxis unterschiedliche Antworten zu. Verteidiger der Religion behaupten, die Ehe mit Aisha entsprach den Sitten ihrer Zeit und die sarracinische Sarracena fordere die Pubertät. Kritiker antworten, dass ein Prophet kein Vorbild für irgendetwas sein sollte, wenn seine Biografie ein neunjähriges Mädchen einschließt.
Und dazwischen steht der Vergleich mit anderen Konfessionen, der je nach Bedarf als Schutzschild oder als Waffe dient. Am Ende schließt sich die Diskussion, ohne sich wirklich zu schließen: Jede Seite behält die Information, die ihr nützt. Die Frage bleibt bestehen, unangenehm, und wartet darauf, dass jemand sie beantwortet, ohne den Nachbarn schief anzusehen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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