Iustitia Europa veröffentlicht eigene Umfrage: 11,4% in Madrid

Iustitia Europa reklamiert 11,4% in Madrid mit einer von der Partei bezahlten Umfrage, hat aber angeblich nur 750 der 7.500 nötigen Unterschriften gesammelt, um…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Iustitia Europa reklamiert 11,4% in Madrid mit einer von der Partei bezahlten Umfrage

Eine von der Partei selbst in Auftrag gegebene Umfrage sieht Iustitia Europa bei 11,4% der Wahlabsicht in Madrid. Die von der Partei verbreitete Zahl hat die Debatte über den Nutzen selbstfinanzierter Umfragen und über das tatsächliche Wahlgewicht einer Organisation neu entfacht, die sich als Geißel der Korruption präsentiert. Die Zahl steht im Gegensatz zum Fehlen dieser Partei in früheren Umfragen und zu den Schwierigkeiten, die sie laut mehreren Analysen hat, die für die Teilnahme an den Wahlen erforderlichen Unterschriften zu sammeln. Für die einen ist es Marketing zur Mittelbeschaffung; für die anderen ein Zeichen der Wut, die sie kanalisieren wollen.

Was ist Iustitia Europa und warum wird über sie gesprochen

Iustitia Europa ist eine Partei, die sich durch ihren Kampf gegen die Korruption definiert und einen Großteil ihrer Aktivitäten auf die Gerichte konzentriert hat, wo sie in Verfahren gegen die PSOE als Volksanklägerin auftritt. Ihr Anführer, Luis María Pardo, ist für seine Auftritte in Sendungen wie Horizonte und für seine kritische Haltung gegenüber dem politischen System von 1978 bekannt. Die nun verbreitete Umfrage, die sie selbst in Auftrag gegeben haben, gibt ihnen 11,4% in Madrid, ein Ergebnis, das ihnen bei Bestätigung eine relevante institutionelle Vertretung verschaffen würde.

Das Problem ist, dass diese 11,4% in keiner anderen Umfrage auftauchen. Laut einer kursierenden Analyse enthielt eine am Vortag durchgeführte Umfrage Iustitia Europa nicht unter den Optionen, und die des folgenden Tages, von der Partei bezahlt, gab ihr diesen Prozentsatz. Die Abfolge nährt den Verdacht, dass die Zahl eher einer Marketingstrategie als einer unabhängigen Messung entspricht.

Die Hürde der Unterschriften: 7.500 gegen 750

Für die Teilnahme an den Wahlen muss die Partei 7.500 Unterschriften sammeln. Laut Kritikern hätten sie nur 750 erreicht, eine Zahl, die im Gegensatz zu den 11,4% steht, die sie sich zuschreiben. Die Erklärung aus dem Umfeld der Partei lautet, dass das Sammeln von Unterstützungsunterschriften eine undankbare territoriale Arbeit sei: Stände, Märkte, Ablehnung und Misstrauen. Die Medienpräsenz schlägt sich nicht automatisch in Unterstützung vor Ort nieder.

Diese Diskrepanz zwischen Umfrage und organisatorischer Realität ist der Kern der Skepsis. Manche behaupten, die 11,4% seien „Umfrage-Guano“, um es mit den Worten einer Analyse zu sagen, und die einzige gültige Umfrage sei die Kiste mit den Unterschriften. Andere erinnern daran, dass Iustitia Europa bereits an allen Volksanklagen gegen die PSOE beteiligt war und dass ihre 114.000 YouTube-Abonnenten ihre Mobilisierungsfähigkeit belegen.

Die Rolle der Justiz und die Kritik am Regime von 1978

Eine der Achsen der Debatte ist das Verhältnis der Partei zur Justiz. Für ihre Anhänger nutzt Iustitia Europa die vom System erlaubten Instrumente wie die Gerichte, um Korruption zu bekämpfen. Für ihre Kritiker wäscht die Darstellung der Justiz als „Rettung“ vor den Korrupten ein Justizsystem rein, das, so argumentieren sie, Teil desselben Regimes von 1978 sei, das sie zu bekämpfen vorgeben.

Die am häufigsten geäußerte Kritik lautet, dass Iustitia Europa Gesetze wie das gegen geschlechtsspezifische Gewalt (Viogen) oder die Rolle der Justiz in Fragen wie Zwangsräumungen nicht in Frage stellt. Ihnen wird vorgeworfen, sich nicht zur Viogen geäußert zu haben, einem Gesetz, das laut einigen Analysen seit zwanzig Jahren Leben zerstört. Die Verteidiger entgegnen, dass sie diese Gesetze sehr wohl in Frage stellen und dass ihre Arbeit vor Gericht der einzige realistische Weg zur Veränderung sei.

Die Angst vor einer Spaltung der Stimmen und der Verdacht, ein Konstrukt zu sein

Eine andere Analyse geht davon aus, dass Iustitia Europa ein „Konstrukt zur Spaltung und Deaktivierung der Rechten“ sei. Dieser These zufolge würde die Partei im Teich der von PP und Vox enttäuschten Wähler fischen und so der Linken das Regieren erleichtern. Dagegen wird argumentiert, dass Parteien, die unter den fast 50% der Spanier fischen, die nicht wählen, nicht unbedingt Stimmen von PP oder Vox abziehen, sondern das Spektrum der Alternativen erweitern.

Die Diskussion, ob Iustitia Europa ein Instrument des Systems oder eine echte Bedrohung für dieses ist, bleibt offen. Klar scheint, dass ihr Auftauchen die Fragilität selbstfinanzierter Umfragen und die Schwierigkeit, Medienpräsenz in überprüfbare Wählerunterstützung umzusetzen, aufgedeckt hat.



Die 11,4% in Madrid sind vorerst eine Zahl, die nur von denen gestützt wird, die sie bezahlen. Die Unterschriften hingegen lassen sich nicht erfinden.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (103 Antworten).

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