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Silber übertrifft Gold seit Finanzkrise um 15 Prozent
Seit dem 5. November 2008 legte Silber um 25,09 % zu, Gold nur um 21,45 %. Das sinkende Gold-Silber-Verhältnis stützt die These eines bevorstehenden Booms.
Eine Zahl widerlegt das Mantra, dass Gold der ultimative sichere Hafen sei. Seit dem 5. November 2008 ist der Goldpreis in US-Dollar um 21,45% gestiegen. Silber hingegen um 25,09%. Eine bessere Performance von 15%. Dies ist keine nächtliche Bauchgefühl-Prognose, sondern bereits eingetretene Realität. Die dahinterliegende These – ein bevorstehender Silber-Boom – ruht auf drei Säulen: einem historisch verzerrten Verhältnis, einer schwindenden Angebotsseite und einer industriellen Nachfrage, die bei jedem konjunkturellen Abschwung dramatisch einbricht. Als Fürsprecher dieser Idee wird Jim Rogers angeführt.
Warum fiel das Gold-Silber-Verhältnis von 1/84 auf 1/59?
Weil Silber im Vergleich zu Gold deutlich günstiger war und stärker abgestraft wurde; seine Erholung bot daher das größte Aufwärtspotenzial. Vor der Krise waren 84 Unzen Silber nötig, um eine Unze Gold zu kaufen; danach reichten 59. Das Kernargument ist nicht, dass Silber absolut günstig ist, sondern die Asymmetrie: Eine Senkung des Verhältnisses um 30% (von 1/84 auf 1/59) war wahrscheinlicher als eine Steigerung um weitere 30% auf 1/109. Die Geschichte spricht für diese Lesart – der historische Durchschnitt liegt bei 1/15,5 –, wobei man einen jahrhundertelangen Mittelwert nicht mit einem konkreten Kursziel oder einem Fälligkeitsdatum verwechseln sollte.
Mehr Goldbarren als Silber: Das schwindende Angebot
Silber wird verbraucht; Gold wird gehortet. Daraus ergibt sich das Paradoxon, das Befürworter des weißen Metalls betonen: Es gibt mehr verfügbares Gold in Barrenform als Silber. Nach dieser Analyse wurde das Marktgleichgewicht jahrelang durch den Verkauf offizieller Reserven der USA, Indiens und Chinas aufrechterhalten, die nun angeblich erschöpft sind. Pro Kopf wird weniger als ein Zehntel Unze pro Jahr produziert. Das Metall ist knapp und verschwindet zudem durch industrielle Nutzung. Verfügbares Silber und gehortetes Silber sind nicht identisch – hier entscheidet sich die halbe Diskussion.
Der Achillesferse: Die industrielle Nachfrage
Hier setzt die Skepsis an. Im Gegensatz zu Gold hat Silber intensive industrielle Anwendungen. Wenn die Industrie strauchelt, bricht diese Nachfrage ein und zieht den Preis mit nach unten. Dies ist der wiederkehrende Einwand gegen die Boom-These, den kein Chart vollständig entkräften kann. Die Gegenposition leugnet dies nicht, dreht es aber um: Die Bergbauproduktion ist preiselastisch. Steigt der Preis, werden stillgelegte Minen wieder geöffnet; fällt er, schließen sie. Fresnillo, ein bedeutendes Bergbauunternehmen, wird im Zusammenhang mit der Absicht erwähnt, die Produktion um 10% zu steigern.
Physisches Silber kaufen: Prämien von 10% bis 50%
Das Problem zeigt sich beim Kauf. Die Prämie für Silbermünzen gegenüber dem Spotpreis, wie sie in einem unter Sammlern kursierenden Diagramm dargestellt wird, stieg von anfänglichen 10% auf über 50% während der Phase höchster Spannung. Günstig kaufen klingt gut, bis der Verkäufer den Aufschlag addiert. Mit der Preisauftriebsgefahr kommt die Angst vor Fälschungen: Manche wiegen jede Münze bei Erhalt und verlangen Laborpräzision. Die Silver Eagle wiegen zwischen 31,13 und 31,38 Gramm statt der offiziellen 31,103 Gramm – normal aufgrund von Fertigungstoleranzen – und bestehen aus .9993 Silber, im Vergleich zum .9999 Silber der kanadischen Silver Maple.
Von Francos Münzen zu den 8-Reales-Stücken
Neben dem reinen Metall existiert ein zweiter, numismatischer Markt, der die Preise verzerrt. Es gibt alte Stücke, die für 4 Euro pro Stück im Laden um die Ecke gekauft wurden, Partien von fünfzig Exemplaren und 8-Reales-Münzen, die für 600 Euro angeboten werden. Details verraten den Laien: Eine Münze mit abgeschliffener Kante war oft Teil eines Schmuckstücks, was einen Großteil ihres Sammlerwerts kostet. Gewicht und Durchmesser werden so zum einzigen zuverlässigen Heimtest.
Das Timing: Die unbeantwortete Frage
Wann genau? Es gibt keine Antwort. Die Analyse selbst räumt ein, dass viele Anleger ruinieren, indem sie das richtige Produkt zum falschen Zeitpunkt kaufen – mit perfekter technischer Analyse und einem perversos Einstieg. Silber ist volatil, lockt an und korrigiert dann: Der erste ernsthafte Support liegt um 17 Dollar, und manche behaupten, ein Rückfall auf 12 Euro sei fast unmöglich. Während Liquidität auf Rückgänge wartet, wird jeder Abschlag gleichzeitig als Chance und Warnung interpretiert.
Die These hält stand. Das Metall tut es vorerst auch. Nur die Millionendollar-Frage bleibt offen: Ist dies der Boom oder nur die Generalprobe?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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