Ibex sinkt auf 9.918 Punkte wegen Griechenland und Bankia

Der Ibex schloss im Juni 2011 bei 9.918 Punkten, während BBVA um 5,46 % fiel, als Griechenland seinen Rettungsschirm verhandelte und Bankia Aktien unter Druck platzierte.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ibex sinkt auf 9.918 Punkte wegen Griechenland und Bankia
Der Ibex erreicht die Marke von 9.918 Punkten, während Griechenland und Bankia den Monat prägen

Man muss 50.000 Euro in Bankia-Aktien kaufen, damit eine Finanzierungsline über drei Millionen Euro verlängert wird. Diese Bedingung stellte weder eine ausländische Bank noch ein Fonds mit schlechtem Ruf. Sie kursierte unter spanischen Unternehmern im Juni 2011, während das gerade an die Börse gegangene Institut zu jedem Preis Wertpapiere absetzen musste. Der Ibex 35 stand kurz davor, eine unbequeme Lektion zu lernen: Nicht alle Anleger wählen ihren Einstiegszeitpunkt. Manche haben schlicht keine Wahl.

Bankia und die Aktien, die niemand wollte

Auf dem Papier wurde der Börsengang von Bankia als historische Chance verkauft. In der Praxis erlebten ihn einige als Zwangsabgabe. Ein Filialleiter war sich sicher: Das Institut würde «sowieso» gut laufen, denn die Banken setzten einen Teil ihrer Zukunft auf diese Transaktion. Andere machten sich über die Situation lustig: Man versuchte, die Titel loszuwerden, wie man Gänse füttert. Die ersten Handelstage würden steigen, prophezeiten die Gemäßigten; wenn die Verkäufe kämen, wäre der Ansturm der Kleinanleger unvergesslich.

Das griechische Drama und seine endlosen Sparpläne

Griechenland verabschiedete sein Sparpaket so oft, dass es nicht mehr Nachricht war, sondern Gewohnheit. Die Rettungsmaßnahmen zogen sich hin, wurden beschlossen, gebrochen und neu verhandelt. Unter spanischen Investoren herrschte eine Mischung aus Überdruss und schwarzem Humor: Das Spektakel, beraubt seiner tragischen Bedeutung, wäre direkt komisch gewesen. Gleichzeitig blickte man jenseits des Atlantiks mit mehr Angst auf das Ende des QE2 als auf Athen. Die vorherrschende These war unangenehm: Je stärker die Liquiditätsmaschine angekurbelt würde, desto härter der anschließende Absturz.

Vom 10.307 auf 9.918: Der Tag, an dem der Ibex schockierte

Es gab eine Sitzung, die den Monat zusammenfasste. Der Ibex schloss bei 9.918 Punkten, ein Minus von 3,03 %, und die Schwergewichte stürzten ohne Gnade ab: BBVA verlor 5,46 %, Santander 4,79 %, Sacyr 4,78 % und Acciona 4,54 %. Wer seit den 10.307 Punkten leer gespielt und bis zum Schluss gehalten hatte, verbuchte 12,6 % Gewinn in einer einzigen Transaktion. Die Tagesbilanz schrieb der Index selbst. Es bedurfte keiner weiteren Analyse, nur eines Blicks auf den Bildschirm.

Was passiert, wenn die Fed den Geldhahn für das QE2 zudreht?

Das QE2-Programm lief aus, und niemand wusste, was danach kommen würde. Die am weitesten verbreitete Theorie besagte, dass die Märkte ohne Liquidität weniger stabil wären, als sie vorgaben. Die Frage war nicht, ob ein neues Stimulusprogramm käme, sondern wie man es nennen würde. Die Mehrheit wettete darauf, dass es QE3 heißen oder unter einem hübscheren Namen versteckt werden würde. Vorläufig stieg der Ölpreis leise auf Niveaus der Vorwochen, und der Nikkei eröffnete stark. Widersprüchliche Signale für einen orientierungslosen Markt.

Der Monat, in dem die Börse Babys bekam

Juni 2011 brachte nicht nur rote Zahlen. Drei übliche Händler gaben fast gleichzeitig Geburten bekannt, und der Tonfall der Berichterstattung änderte sich für ein paar Tage. Einer scherzte, dass Windel- und Babybrei-Firmen die sichere Wette seien. Ein anderer berichtete mit einer Unerschrockenheit, die keinen Widerspruch duldet, von dem, was jemanden wirklich erschüttert: Im selben Quartal beendete er eine sechsjährige Beziehung, kündigte einen Job, der ihn unglücklich machte, und sah seinen Vater mit einer fast unheilbaren Knochenmarkskrebsdiagnose konfrontiert. Drei Jahre später nervte sein Vater ihn wieder. Das handelte nicht von der Börse. Und es war das Beste des Monats.

Empfehlungen, die Preise bewegen: Técnicas Reunidas

Auch Investmentbanken verdienten kräftig mit. UBS senkte am 1. Juni das Kursziel für Técnicas Reunidas von 47,20 auf 45,20 Euro pro Aktie, behielt aber die Kaufempfehlung bei. Drei Wochen später hob AlphaValue die Empfehlung auf Kaufen an und setzte das Ziel auf 46,5 Euro. Zwischen den beiden Notizen tanzten die Kurse. Bei Abengoa war 21,40 Euro der Schlüssellevel: Er wurde mit Gap übersprungen, obwohl der Vortag schwach aussah. Der Privatanleger schaute auf den Chart und kam meist zu spät. Die minütliche Aufschlüsselung dieser Ein- und Ausstiege ergäbe ein ganzes Lehrbuch.

Der Ibex schloss den Juni in der Nähe der 9.900-Punkte-Marke, weit entfernt vom großen Schock, aber auch von jeglicher Euphorie. Drei Wochen zuvor flirtete er noch mit den 10.400 Punkten. Die Frage, die niemand abschließend beantworten konnte – weder Investmentbanken, noch Charttechniker, noch Veteranen der alten Handelsräume – war einfach: Wenn ein Index 3 % in einer Sitzung verlieren kann und die Schulden eines kleinen Landes einen Kontinent zu Fall bringen, wozu dienen dann Prognosen? Währenddessen notierte jemand saubere 12,6 % mit einem Leerverkauf, ein anderer sah, wie sein Broker das Konto mit Nullsaldo genau an dem Tag sperrte, an dem er kaufen wollte, und ein dritter zeichnete 50.000 Euro in Titeln, die er nicht wollte. Fast niemand wählte, was er tat. Alle notierten die Ergebnisse.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (1182 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

Volver