100.000 Dollar Börsengewinn: Die Wette auf Kohle
Der Sektor, dem der Markt bereits das Todesurteil ausgestellt hatte, wurde genau für den Versuch ausgewählt, 100.000 Dollar aus der Börse herauszuholen. Es geschah im Oktober 2013: Die Strategie bestand darin, amerikanische Kohleminenunternehmen —Alpha Natural Resources, Arch Coal, Walter Energy— zu kaufen, mit einem Startkapital von „nicht weniger als 25.000“ und einer einfach formulierten, aber schrecklich schwer umzusetzenden Idee: Kaufen, wenn alle fliehen. Was folgte, waren Einstiege bei 6,65 Dollar, Stops bei 6,30, in zwei Stunden ausgelöste Stops und ein zäher Kampf mit dem Euro-Dollar-Wechselkurs. Das Ziel — die 100.000 — wurde nie bestätigt.
Warum Kohle kaufen, wenn Fracking sie tötet?
Die These leugnete das Problem nicht: Sie nutzte es aus. Amerikanische thermische Kohle wurde durch Schiefergas verdrängt, und dieser Druck hatte den Sektor mit verschuldeten und billigen Unternehmen gefüllt. Das zentrale Argument war, dass es in einem solchen Sektor immer einen „Gefallenen“ aufgrund von Schulden gibt und dass das Geschäft, belastet durch fixe Kosten, explosiv wird, wenn sich die Förderkosten leicht verbessern. Operativer Leverage, im Fachjargon.
Der Gegenschlag kam mit Zahlen: Der Schlüssel lag nicht im Gewinn, den niemand innerhalb von zwei Jahren erwartete, sondern in der Geschwindigkeit, mit der Kreditlinien verbraucht werden. Mit diesem Treibstoff hieß es entweder Refinanzierung oder Insolvenz. Die geschätzte Spanne überstieg 50 %, und das bei einer Aktie, die in Dollar notiert und sich mit Gaps bewegt.
Einstieg bei 6,65 mit Stop bei 6,30: Das Kleingedruckte der Transaktion
Die Mechanik war bis ins Detail diszipliniert. Das Kapital wurde in drei Pakete aufgeteilt und nach oben gemittelt: Die Gewinne des ersten Pakets sollten als Stop-Loss für die folgenden dienen. Das Signal war nicht „sie ist günstig“, sondern konkret: Überwindung der 7-Dollar-Marke, Schlusskurs darüber und mit Volumen. Unterhalb dieser Marke gab es nur, in den Worten des Initiators, reines Trading.
Hier lag das Problem. Der Unterschied zwischen Konsolidieren und Trösten ist ein Buchstabe, und der Preis bewies dies schnell: Vom Versuch eines Ausbruchs bei 7,38 Dollar (+5,43 %) ging es zu einem Absturz auf 6,74 und dann zum Stop. Mit einer unangenehmen Zugabe: Die Short-Positionen waren auf Höchstständen, viele wetten auf fallende Kurse, was zukünftige Rückkäufe garantiert, aber keine Garantie für deren Zeitpunkt bietet.
Arch Coal verliert weniger als erwartet, verkauft aber weniger
Die Ergebnisse von Arch Coal fassten den Sektor zusammen. Das Unternehmen verlor viel weniger als erwartet, fast Break-even ohne Sondereffekte, weil sich die Förderkosten verbessert hatten. Gute Nachricht. Das Problem war, dass die Umsätze deutlich stärker fielen als geschätzt, und nicht alles war auf den Preisverfall zurückzuführen. Für ein Geschäft mit der Kostenstruktur des Bergbaus entscheidet dies, ob die Refinanzierung rechtzeitig kommt.
Parallel dazu zeichnete die technische Analyse harte Widerstände: Relevante Bremse im Bereich von 8–8,20 Dollar und Szenario des Verlusts der 5-Dollar-Marke mit Blick auf 4,20, wenn jene verkaufen, die zwischen 5 und 5,20 eingestiegen sind. Niemand versprach einen geraden Weg.
Das 0,5 %, das den Gewinn vor dem Start auffrisst
Amerikanische Aktien aus Spanien zu kaufen, ist nicht nur eine Wette auf das Unternehmen: Es ist eine Wette auf den Broker. Bei EUR/USD 1,3484 trägt jede Transaktion zwei Wechselkursänderungen, und dort sind die Unterschiede enorm. Eine Plattform verlangte etwa 0,5 % beim Kauf und ebenso viel beim Verkauf für den Euro-Dollar-Wechsel; eine andere erhob eine als lächerlich beschriebene Gebühr. Die Rechnung tut weh: Mit dieser Differenz schrumpft ein +7 % auf viel weniger. Die vollständige Berechnung, Posten für Posten, ergibt ein überraschendes Ergebnis.
Ausgelöste Stops und Ausstiege bei 7 %
Die Ausführung hat zwei Seiten. Manche stiegen bei 8,10 Dollar mit einem Stop 2 % darunter ein und stiegen mit Verlusten in weniger als zwei Stunden aus, während andere bei 7,04 kauften und mit Ziel 7,50 aushielten. Auch gab es solche, die ab 6,09 akkumulierten, bis 5,5 aushielten und sich entschieden, weiterzuhalten. Derselbe Wert, drei unvereinbare Erfahrungen.
Währenddessen sorgten Minenunternehmen im Umfeld für punktuelle Freude: Arch Coal legte in einer Sitzung +10 % zu und überschritt am nächsten Tag +20 %. Im Hintergrund das Rauschen: Ein branchenfremdes Unternehmen mit winziger Marktkapitalisierung mischte sich mit Versprechen von Privatjets ein und fiel weitere 12 %.
Die Diskussion endete ohne Urteil und mit der Absicht des Initiators, nicht mehr mit denen zu debattieren, die die Sache beschmutzten. Die ewige Frage blieb, die kein Chart beantwortet: Wenn der Markt einen ganzen Sektor abstraft, kauft man dann günstig oder kauft man etwas, das seinen ursprünglichen Preis nicht mehr wert ist?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (1150 Antworten).