Selfbank: 2,5% Zin für vier Monate, danach 0,75%

Self Bank führt das Self-Konto mit 2,5% Nominalzins für neue Kunden ein. Nach vier Monaten sinkt der Effektivzins auf 0,75%, ohne Gehaltsabrechnungspflicht.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Selfbank: 2,5% Zin für vier Monate, danach 0,75%
Self-Konto: 2,5% Nominalzins für 4 Monate, danach 0,75%

Self Bank bringt ein verzinstes Konto mit 2,5% heraus und positioniert es als Konkurrenz zu ING und Openbank. Es gibt jedoch Kleingedrucktes: Der Zins ist nominal (Zinssatz), nicht effektiv (EAR), gilt nur für vier Monate und ist Neukunden vorbehalten. Danach fällt der Satz auf 0,75% EAR. Eine Gehaltsabrechnung ist nicht nötig; die obligatorische Debitkarte ist kostenlos.

Hier beginnt die Diskussion, weniger über das Kleingedruckte, sondern mehr über die Berechnungsmethode.

Die 2,5%, die keine 2,5% EAR sind

Der angekündigte Zinssatz ist nominal, nicht effektiv. Die erste Reaktion war Skepsis: Laut einer im Forum verbreiteten Berechnung würde dieser 2,5%-Nominalzinssatz annualisiert auf ein ganzes Jahr gerechnet nur einem 1,34% EAR entsprechen. „Es sind 2,5% Nominalzins, was scheinbar 1,34% Effektivzins entspricht. Sonst nichts, aber Betrüger sind wir auch nicht“, fasste eine der ersten Produktanalysen zusammen.

Die Korrektur kam fast sofort. Man darf nicht annualisieren, da das Produkt keine zwölfmonatige Bindungsfrist vorsieht. Die Mechanik ist einfach: Geld einzahlen, vier Monate liegen lassen, abheben. Mit diesem Zeitplan argumentieren einige, dass die Rendite des Zeitraums einem 2,53% EAR entspricht. Beide Zahlen stehen nebeneinander ohne Widerspruch: Die 1,34% beziehen sich auf das ganze Jahr, die 2,53% auf die viermonatige Aktion. Dieser Unterschied entscheidet darüber, wer vom Konto profitiert.

Wann beginnen die vier Monate?

Ab dem ersten Eingang auf dem verzinsten Konto. Nicht ab Eröffnung, nicht ab Vertragsunterzeichnung und nicht ab Monatsbeginn. Das Konto beginnt mit 2,5% zu rentieren, sobald der erste Euro eingeht, und dann läuft die Uhr. Die strukturelle Frage wurde durch den Vergleich mit ähnlichen Produkten geklärt: Nach der im Forum diskutierten Praxis wird von Datum zu Datum berechnet, nicht nach Kalendermonaten.

Die andere Frage, ob man das Guthaben vor Ende der Aktion abheben kann, hat dieselbe Antwort wie fast alles andere: Ja. Das Geld kann jederzeit ohne Strafe abgehoben werden, und wer es volle vier Monate stehen lässt, erhält die 2,53% EAR. Nichts zwingt dazu, bis zum Jahresende zu warten.

Ist die Gehaltsabrechnung beim Self-Konto Pflicht?

Nein. Absolut nichts. Weder Gehalt, noch Rechnungen, noch Mindestguthaben. Die Debitkarte ist zwar zur Kontoeinrichtung erforderlich, aber ebenfalls kostenlos. Im Preisverzeichnis steht ein 0,3% als maximal anwendbare Gebühr, was eher als rechtliche Obergrenze denn als tatsächlicher Kostenpunkt interpretiert wird.

Kosten entstehen jedoch bei der Überweisung. Ein Transfer von 15.000 Euro von einem anderen Bankkonto kann je nach Ursprungsbank teuer sein: Manche Konten erheben keine Überweisungsgebühren, andere schon. Der im Umlauf befindliche Trick besteht darin, zuerst ein gebührenfreies Konto bei der Ausgangsbank zu eröffnen, das Guthaben innerhalb derselben Bank zu verschieben und die Überweisung von dort aus zu starten. Null Kosten für denselben Weg.

Nach vier Monaten ist die Aktion vorbei und das Geld wandert ab

Hier zeigt das Produkt seine Zähne. Nach Ablauf der Aktion sinkt der Zins und das Geld geht. Der häufigste Weg führt zu Coinc, wobei Zwischenstationen wie Tookam, drei Monate mit 2,10%, als Stopover und Coinc als Endziel diskutiert werden. Die Diagnose lautet, dass Self Bank die Kunden behält, aber das Konto leer ist.

Die offene Frage ist, was mit dem leeren Konto geschehen soll. Ganz kündigen oder warten, ob die Bank mit einer Einlage oder neuen Aktion reagiert. Niemand hat die Antwort, und die Bank selbst bietet sie auch nicht. Die Schaufensterfunktion hat ihren Preis: Das gewonnene Guthaben verschwindet, sobald der Zeitplan erfüllt ist.

Empfehlungsprogramm: 20 Euro brutto, netto bleiben 16,1

Das Empfehlungsprogramm zahlt dem Werber 20 Euro, ausgezahlt drei Tage nachdem der Geworbene Geld eingezahlt hat. Bruttobetrag. Nach Abzug der Steuer bleibt ein Netto von 16,1 Euro. Für die Auszahlung müssen Bedingungen bezüglich Kontohistorie und Durchschnittsguthaben erfüllt sein, was zu Konflikten führt: Wer hinterher feststellt, dass die Voraussetzungen nicht erfüllt waren, geht leer aus und hat keinen Anspruch auf Reklamation.

Der Anmeldeprozess bringt eigene Anekdoten mit sich. Karten mit falsch geschriebenem Nachnamen trotz korrekter Online-Daten, PIN-Codes, die tagelang nicht ankommen, Konten, die wegen interner Fehler verspätet aktiviert werden. Kleine Details, die zusammen mit der Kapitalflucht eine Zweckbeziehung mit Verfallsdatum zeichnen.

Wer steckt hinter Self Bank?

Die beruhigende Antwort für Skeptiker lautete: Die Muttergesellschaft haftet und die Kreditwürdigkeit des Geschäfts ist null oder nahe null. Einige erinnerten daran, dass Misstrauen gegenüber jeder Bank grundsätzlich gesund ist, unabhängig von der Bilanz. Auch kursierte, unbestätigt, die Idee, dass die Muttergruppe Anteile verkaufen könnte, was manche als Zeichen werteten, dass das Online-Geschäft keine Priorität mehr habe.

Mit dem Ausstieg aus dem Zins von 0,75% und der Migration der Ersparnisse zu Coinc und Tookam ist zu erwarten, dass der Wettbewerb um Angebote anhält und sich verzinsliche Konten so verhalten, wie sie sind: temporäre Schaufenster. Self Bank hat Kunden gewonnen. Sie zu halten, ist eine andere Sache, und dieses Spiel hat noch nicht begonnen.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (377 Antworten).

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