Ibex stürzt von 8.800 unter die Marke von 7.000

Der spanische Leitindex Ibex 35 fällt nach einem Anlauf auf 8.800 Punkte unter 7.000. Santander-Kapitalerhöhung, Leerverkäufe und ein Corona-bedingter Einbruch überraschten viele Anleger.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ibex scheitert an 8.800 und bricht unter 7.000 ein

Der Ibex 35 testet am Feiertag die Widerstandszone bei 8.800 Punkten; offen bleibt, ob er dort hält. ArcelorMittal und Técnicas Reunidas steigen stark, Repsol pausiert. Um 14:30 Uhr spricht Mario Draghi, der Markt erwartet eine Verlängerung des EZB-Ankaufprogramms um sechs Monate. Bleibt dies aus, drohen Verluste, warnt ein Teilnehmer.

Dies ist der Ausgangspunkt einer jahrelangen Diskussion, die weit entfernt endet: Der Index liegt unter 7.000 Punkten, einige Marktteilnehmer verzeichnen Verluste. Dazwischen liegen hartnäckige Widerstände, eine Kapitalerhöhung, wieder aufgenommene Leerverkäufe und ein Cobi19, das manche für einen Bluff hielten.

Warum durchbricht der Ibex nicht die 9.175 Punkte?

Die Zahl wird zur Obsession. Drei Handelstage lang versucht der Index, die 9.175 zu überwinden; im Vorjahr fungierte diese Zone mehrfach als Deckel. Nach oben blickt man auf 9.200-9.300; nach unten liegt der Boden zwischen 8.500 und 8.600. Solange kein Ausbruch gelingt, lautet die häufigste Einschätzung: Es gibt nichts zu tun.

Die Wetten spalten sich. Einige erwarten eine Korrektur vom Widerstand; andere glauben an einen Durchbruch nach oben mit Spielraum bis 9.800 oder sogar 10.450. Konkret projiziert jemand einen einmonatigen Anstieg auf 9.900, gefolgt von Konsolidierung bei 9.200. Der Index gibt ihnen teilweise recht: Er überwindet 8.800, dann 9.200 und steigt weiter.

Die Schlacht um die 10.300

Nach dem Durchbruch verschiebt sich das Terrain in die Zone 10.200-10.300. Nach oben bleiben 10.600 und danach 11.000; nach unten liegen 10.000 und 9.600. Ein Schlusskurs bei 10.245 hält die Futures im Gleichgewicht. Die Seitwärtsphase bei 9.400 hinterlässt Wunden: Wer sie wochenlang aushielt, stieg genau vor dem Anstieg des Indexes auf 10.000 aus.

Verwirrung dominiert. Asien rot, Europa rot, Amerika rot. Und der Ibex grün. Das versteht niemand, fasst die allgemeine Stimmung zusammen, als der Index die 10.400 überwindet und Tage später wieder rot bei 10.444 schließt. Erneut sind 10.400 Unterstützung und 10.600 Widerstand.

Santander, Kapitalerhöhung und Leerverkäufe

Die Kapitalerhöhung der Banco Santander verändert das Spielfeld: Sie wird auf 4,85 Euro plus Bezugsrechte festgelegt. Für Short-Seller spielt die Operation laut deren eigener Darstellung in die Karten. Die Saison bringt Schlagzeilen aller Art: Die Schwergewichte sind sehr stark, Telefónica zieht den Karren nach Monaten der Schwäche, während Leerverkäufe wieder aufgenommen werden, obwohl die Börse ununterbrochen steigt.

Einige behaupten, die Bewegungen folgten einer Logik des Plünderns: Wer den Markt nicht kontrolliert, hat Angst zu kaufen; wer ihn kontrolliert, weiß es und kauft. Andere warnen, dass Spekulationen mit Ibex-Futures oder Aktien riskanter sind als sie scheinen: Man kann die Richtung treffen, aber beim Timing völlig falsch liegen.

Der Einbruch: Von 10.400 auf 7.000

Dann kommt der Schlag. Der Ibex rutscht auf 7.200 und dann unter 7.000, mit Tagen von mehr als 2% und fast 3% Verlust. Die BBVA erhält einen der härtesten Schläge. Eine der meistdiskutierten Ausstiegsstrategien war der Verkauf von 60% des Portfolios bei einer Erholung, nachdem man überzeugt war, das Cobi19 sei ein Bluff und frühere Rücksetzer Chancen.

Angst breitet sich aus. Eine Prognose sieht den Ibex am nächsten Tag bei 6.500. Eine andere Lesart glaubt, die nächste gute Rally komme erst, wenn sich das politische Bild klärt und die Haushalte verabschiedet werden; öffentliche Infrastruktur und stabile Arbeitslosenzahlen bis zum Ende der Sommersaison sprechen gegen große Abstürze bis Oktober.

Ist der Ibex teuer?

Diese Frage schwebt über der gesamten Diskussion. Die häufigste Diagnose lautet, dass der Index seit Januar gestiegen sei und nun korrigiere; nur wenige Unternehmen seien günstig, keines gleichzeitig günstig und im Aufwärtstrend. Wenn die Korrektur endet, bietet sie Kaufchancen mit Ziel beim Preis vor dem Rückgang.

Nicht alle kommen gut davon ab. Goldminen leiden, Positionen stehen kurz vor einem Stop-Loss von -15%, was zeigt, wie schwer es ist, den Einstiegspunkt schlecht zu managen. Am anderen Ende prahlt, wer rechtzeitig gehandelt hat, mit einem Portfolio von +30% und steigend. Die Spareinlagen der privaten Haushalte erreichten im April Rekordwerte und stiegen um 6,5%, wobei Geld sicher angelegt wurde.

Es gibt auch einen kuriosen Fall: 500-Euro-Scheine, die Toiletten eines Cafés und zweier Schweizer Restaurants verstopften. Über 95.000 Euro wurden gefunden, nachdem Besitzer versuchten, Bargeld loszuwerden. Mitarbeiter dürfen das Geld behalten, wenn Staatsanwälte den Fall abschließen.

Mit dem Ibex um 7.000 und dominierenden US-Futures bleibt die Frage unbeantwortet. Niemand weiß, ob der Boden erreicht ist oder ob noch ein weiterer Abwärtsschub bevorsteht. Sicher ist nur, dass der Widerstand bei 8.800, den man an einem Feiertag attackierte, längst weit übertroffen ist.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (356 Antworten).

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