Santander-Aktie bei 1,86 € nach 90%igem Absturz

Die Santander-Aktie fällt auf 1,86 €, ein Rückgang von 90 % vom Höchststand. Kapitalerhöhung für Dividende und Stellenabbau von 4.000 Personen stehen im Fokus.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Santander-Aktie bei 1,86 € nach 90%igem Absturz
Santander bei 1,86 €: Die Dividende, die durch Kapitalerhöhung finanziert wird

Die Banco Santander notiert um 1,86 Euro, nachdem sie in einer einzigen Sitzung 5 % verloren hat. Für einen Anleger vor zehn Jahren würde diese Zahl wie ein Tippfehler wirken. Die Aktie erreichte vor etwas mehr als zwölf Jahren fast 15 Euro: Der kumulierte Verlust, ohne Inflationsbereinigung, liegt nahe bei 90 %. Die wiederkehrende Frage ist dieselbe wie immer, und jeder beantwortet sie je nach Portfolio: Ist dies der Boden oder eine Falle?

Warum die Santander-Aktie fällt

Die häufigste Erklärung hat nichts mit der spezifischen Bank zu tun, sondern mit dem gesamten Geschäftsbereich. Die Zinsmarge – Einlagen annehmen und Geld verleihen – wurde durch Jahre lockerer Geldpolitik und niedriger oder negativer Zinsen eingeengt. Diese Marge ist die Grundlage von allem. Hinzu kommt das, was noch in den Bilanzen schlummert: Immobilienprojekte und unverkauftes Bauland, die bei Wertberichtigungen Verluste erzwingen würden. Es kursieren Prognosen über einen Rückgang von etwa 10 % bei Immobilien im nächsten Geschäftsjahr. Dies ist der Schlag, der laut Skeptikern noch nicht verbucht wurde.

Der These des Kollapses steht eine sehr spanische Argumentation entgegen: Santander ist kein gewöhnliches Unternehmen, sondern ein systemisch relevantes Institut, und die Regierung profitiert davon, daher lässt man es nicht fallen. Das Gegenargument hat einen Namen: Banco Popular. Auch er galt als solventester und wurde schließlich für einen Euro verkauft. Groß sein bedeutet nicht, unteilbar zu sein, und Abengoa – das viele schon totgesagt hatten – geht weiterhin nicht bankrott. Die Diskussion verfängt sich in der Frage, ob staatliche Unterstützung eine Garantie oder ein Aberglaube ist.

Kapitalerhöhung zur Dividendenzahlung: So funktioniert es

Das Detail, das viele ärgert, betrifft die Ausschüttung. Das Institut teilte eine Kapitalerhöhung von 361.263.360 Euro zur Zahlung der Dividende mit, durch die Ausgabe von 722.526.720 Stammaktien mit einem Nennwert von 0,5 Euro pro Stück, gleicher Klasse und Serie wie die bereits im Umlauf befindlichen Aktien. Übersetzt für den Laien: Neue Aktien werden geschaffen, um Aktionären Papierstücke zu geben.

Die Kritik ist direkt. Eine Vergütung mit neuen Aktien und Cent-Beträgen verwässert langjährige Anteilseigner, da der Kurs entsprechend angepasst wird und der Verlust nicht ausgeglichen wird. Demgegenüber verteidigt man die Zahlung als Vertrauenssignal, auch wenn sie mitten im Sturm erfolgt. Die EZB hat unterdessen die Vergütung an das Kapital und ein Maximum von 15 % des Gewinns bis September gebunden, eine Einschränkung, die Banken als übertrieben ansehen, die aber von der Aufsicht beibehalten wird, damit die Institute ihre Kapitalbasis stärken.

Welche Dividende zahlt Santander und wann?

Die genannten Zahlen deuten auf eine Zahlung von 0,10 Euro aus dem Jahr 2020 hin und eine Rendite von rund 3,9 % für das nächste Jahr, die höchste unter den Ibex-Banken laut Prognose, wobei der Sektor mehr als 4 % aus 2021 und 7 % in 2022 ausschütten soll. Das Problem ist der Zeitplan: Man muss wahrscheinlich bis Oktober warten, bis die Aufsichtsbehörde die Beschränkungen aufhebt. Und das Szenario, das die Banco de España (Spanische Zentralbank) skizziert, lädt nicht zum Optimismus ein: Ihr Gouverneur prognostiziert einen „holprigen“ Weg und schließt eine Rückkehr zur Rentabilität vor der Pandemie vor 2022 aus. Mit diesem Horizont klingt die Dividende eher nach einem Versprechen für die Zukunft als nach echtem Geld.

Stellenabbau von 4.000 Personen und Verkauf von Getnet

Während über den Euro pro Aktie diskutiert wird, bereitet das Institut ein Verfahren zur Personalreduzierung (ERE) für maximal 4.000 Personen vor, wobei laut Gewerkschaftsquellen zunächst 5.040 Stellen auf dem Tisch liegen. Der Abbau geht einher mit anderen Bewegungen: dem Plan, Getnet, die brasilianische Tochtergesellschaft für Zahlungsdienstleistungen, an die Börse zu bringen, und mit den laufenden Kosten, die Kunden auf ihrem Konto spüren. Manche Konten kosten durch Gebühren mehr als 240 Euro pro Jahr, und das bei einem Produkt, das als Flaggschiff beworben wird.

Volatilität: Ein Anstieg von 19 % an einem einzigen Tag

Die Entwicklung verläuft nicht linear. Eine einfache Pressemitteilung reichte aus, damit die Aktie an einem Tag 19 % zulegte, während BBVA um 16 % stieg. Keine fundamentalen Daten erklärten diesen Sprung. Wer zwischenzeitlich auf Short-Positionen bei 1,66 Euro festsaß, akzeptiert die Wette und gibt seine Unerfahrenheit zu. Die Referenzen der aktiven Händler sind klar: ein Widerstand bei 1,84 Euro bei Schlusskursen und ein harter Boden bei 1,50. Zwischen diesen beiden Grenzen tanzt der Wert.

Mit der EZB, die die Dividende bremst, einem laufenden Stellenabbau von Tausenden von Menschen und unbehandelten Immobilienrisiken in den Bilanzen passt der Tagesanstieg von 19 % immer noch nicht zum makroökonomischen Bild. Der Markt honoriert Nebel; die Bilanz sagt etwas anderes. Wo der wahre Boden liegt, unterschreibt niemand.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (358 Antworten).

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