Sánchez plant Ceuta-Plan zur Vermeidung von Wahlen

Die Krise in Ceuta könnte Sánchez den Vorwand liefern, Neuwahlen zu vermeiden. Ein Bericht sieht einen Ausnahmezustand als Schlüsselelement.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Sánchez plant Ceuta-Plan zur Vermeidung von Wahlen
Der Ausnahmezustand als politisches Werkzeug für Sánchez

Die Krise in Ceuta ist nicht nur eine humanitäre Tragödie an der Südgrenze. Laut einer Analyse des El Mundo Financiero könnte das Migrationschaos in der autonomen Stadt zum perfekten Vorwand werden, damit Pedro Sánchez die Ausrufung von Neuwahlen verhindert und seine Amtszeit unbegrenzt verlängert.

Die Theorie ist einfach. Die Regierung würde die Situation in Ceuta „sine die“ beibehalten und auf das Ende der gesetzlichen Frist zur Auflösung der Cortes Generales warten. In diesem kritischen Moment würde La Moncloa den Alarm-, Ausnahme- oder Belagerungszustand verhängen, was die automatische Auflösung des Parlaments blockieren würde. Mit Unterstützung der sogenannten Frankenstein-Mehrheit würde diese Maßnahme immer wieder verlängert, und Sánchez bliebe ohne Gang an die Urnen an der Macht.

Befürworter dieser Lesart weisen darauf hin, dass der Präsident „darin erfahren sei, Normen per Dekret nach Belieben zu ändern“, und dass Sánchez’ Aussagen gegenüber den Bewohnern von Ceuta – „sie müssen diese Normalität akzeptieren“ – auf eine chronische Krise hindeuten. Zudem hat der Tribunal Supremo das Gesetz über Enkelkinder ausgesetzt, und die Regierung hätte nun einen weiteren Grund, die Wahlen hinauszuzögern, bis das Tribunal Constitucional das Urteil des Obersten Gerichtshofs korrigiert.

Es gibt auch skeptische Stimmen. Es wird daran erinnert, dass selbst während der Pandemie keine Wahlen ausgesetzt wurden, sodass etwas Durchschlagenderes nötig wäre, wie Panzer auf den Straßen, um dieses Ziel zu erreichen. Außerdem wird betont, dass die Stimmen aus Ceuta in der parlamentarischen Arithmetik kaum ins Gewicht fallen und die Krise dort für den größten Teil des Landes ein fernes Thema ist.

Die Spannung ist greifbar. Manche warnen, dass ein solcher Schritt ein tyrannischer Akt wäre, der eine Kettenreaktion sozialer Unruhen auslösen könnte. Andere sehen es hingegen als Hirngespinst: Das Gesetz verfügt über Mechanismen – Misstrauensantrag, Weigerung des Königs, Dekrete zu unterzeichnen, Generalstreik –, die diesen Plan unmöglich machen würden.

Ist alles kalkuliert, oder eher Improvisation? Bislang steht Ceuta am Rande des Zusammenbruchs, mit Tausenden Migranten an der Grenze und einem Wahlhorizont, der laut Theorie niemals eintreten könnte.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (31 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

Volver