Madrid: Nur 12.000 Teilnehmer bei Wohnungsprotest

Analysen der Luftaufnahmen zeigen nur 8.000 bis 16.000 Demonstranten in Madrid, weit unter den offiziellen Zahlen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Madrid: Nur 12.000 Teilnehmer bei Wohnungsprotest
Wohnungsprotest in Madrid floppt: Nur 8.000 bis 16.000 Teilnehmer

Das Ergebnis stand fest. Die für diesen Sonntag in Madrid einberufene Demonstration zur Lösung der Wohnraumkrise endete mit einer Teilnehmerzahl, die alle Erwartungen widerlegt. Im Gegensatz zu den offiziellen Angaben von 70.000 Personen und den Forderungen der Organisatoren nach 500.000 zeigt die Analyse der Luftbilder eine reale Zahl zwischen 8.000 und 16.000 Teilnehmern. Eine konservative Berechnung basierend auf der belegten Fläche – etwa 8.000 Quadratmeter auf der Gran Vía – und einer mittleren Dichte von ein bis zwei Personen pro Quadratmeter ergibt rund 12.000 Demonstranten.

Die vom linken Spektrum jenseits der PSOE initiierte Mobilisierung hat eine tiefe Kluft im politischen Raum offenbart, der sie eigentlich hätte nutzen sollen. Weit davon entfernt, Stärke zu demonstrieren, bestätigte die Veranstaltung die organisatorische Schwäche der Initiatoren und die Demobilisierung eines Wählerschaftssegments, das laut wiederholten Analysen nicht mehr auf Aufrufe des radikalen Linksflügels reagiert.

Warum füllte die Wohnungs-Demo die Gran Vía nicht?

Die Schätzung der Teilnehmer ist keine Meinung, sondern Geometrie. Das Luftbild zeigt zwei getrennte Kolonnen, eine über die Calle de Alcalá und eine über den Paseo del Prado, die am Platz Cibeles zusammenlaufen. Die belegte Fläche überschreitet laut Kritikern an den offiziellen Zahlen 8.000 Quadratmeter nicht. Wendet man eine Standarddichte für solche Versammlungen an – ein bis zwei Personen pro Quadratmeter –, liegt das Ergebnis zwischen 8.000 und 16.000 Menschen. Die Zahl von 12.000 erscheint daher als die realistischste.

Der Unterschied zu den von den Veranstaltern verbreiteten Zahlen ist enorm. Eine virale Nachricht sprach sogar von 2.220.000 Teilnehmern, eine Zahl, die selbst bei einem WM-Finale unwahrscheinlich wäre. Die Manipulation der Beteiligungsdaten ist bei Linken-Mobilisierungen üblich, doch diesmal war die Absurdität so offensichtlich, dass selbst wohlwollende Medien die Darstellung nicht aufrechterhalten konnten.

Linke protestiert gegen ihre eigene Regierung

Die Veranstaltung bot schwer verdauliche Szenen für die Organisatoren. Die Präsidentin des Kongresses, Francina Armengol, führte den Protest in Palma an, während andere Sozialisten dies in verschiedenen Städten taten. Die Paradoxie ist offensichtlich: Sie protestieren gegen die Wohnungspolitik einer Regierung, die seit acht Jahren im Amt ist und der sie angehören. Die Vizepräsidentin und Anführerin von Sumar, Yolanda Díaz, vermied es, sich zu diesem Widerspruch zu äußern.

Analysten schlussfolgern, dass die PSOE nicht daran denken kann, einen Koalitionsvertrag mit diesen Partnern zu erneuern. Die Mobilisierung zeigte eher Schwäche als Stärke, was die Exekutive nutzen könnte, um zukünftige Forderungen abzuwehren.

Podemos fehlt: Wahltaktik und juristischer Druck

Die Abwesenheit von Podemos und seinem Anführer Pablo Iglesias bei der Organisation war eines der meistdiskutierten Themen. Die vorherrschende These ist, dass der Aufruf nicht von der violetten Partei, sondern von Sumar und kleineren Gruppierungen ausging. Für den ehemaligen Vizepräsidenten ist das Scheitern paradoxerweise gut: Es erlaubt ihm, sich als einzige echte Alternative links der PSOE zu präsentieren, ohne sich in einer gescheiterten Mobilisierung zu verausgaben.

Die juristische Situation des Podemos-Anführers mit laufenden Verfahren, die zu Verurteilungen führen könnten, erhöht die Vorsicht. Unter diesen Umständen ist die Wahrscheinlichkeit, dass er vor den Regional- und Kommunalwahlen ein Misstrauensvotum aufruft oder der Regierung ein Ultimatum stellt, nahezu null. Die Straße folgt nicht, und ohne Straße gibt es kein Druckmittel.

Gewalt in Valencia und Schatten über dem Zusammenleben

Der Tag blieb nicht frei von Zwischenfällen. In Valencia eskalierte die Demonstration zu Unruhen, bei denen laut der Partido Popular der Comunitat Valenciana neun Polizisten verletzt wurden. Die Organisatoren verurteilten die Vorfälle nicht, was als Toleranz gegenüber Gewalt durch radikale Sektoren gewertet wurde.

In Madrid endete die Nacht mit Versuchen, die Einheit der Stadtpolizei in der Calle Montera zu stürmen. Dieser Vorfall stärkt die These, dass solche Mobilisierungen als Katalysator für gewaltbereite Gruppen dienen, die nichts mit dem ursprünglichen Protestanlass zu tun haben.



Das Scheitern der Wohnungs-Demonstration wirft eine Frage auf: Wenn die Linke nicht in der Lage ist, in Madrid mehr als 12.000 Menschen zu mobilisieren, welche reale Kapazität hat sie dann, die Regierungsagenda zu beeinflussen? Angesichts der Daten ist die Antwort eher dürftig. Und mit den bevorstehenden Wahlen könnte der politische Preis des Scheiterns auf der Straße schwer auszugleichen sein.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (15 Antworten).

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