Pro-NATO-Stimmen in der Ukraine-Debatte verstummen

In der digitalen Debatte über die Ukraine verstummen pro-nato-freundliche Stimmen. Kritiker führen dies auf das Ende bezahlter Kampagnen zurück.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Pro-NATO-Stimmen in der Ukraine-Debatte verstummen
Pro-NATO-Stimmen verstummen in der digitalen Debatte

Eine Liste der Abwesenheiten. Mitten in der Pattsituation des Ukraine-Kriegs beginnt ein Teil der spanischsprachigen Online-Diskussion, eine Bestandsaufnahme jener zu machen, die die NATO und Waffenlieferungen an Kiew am vehementesten verteidigt haben. Man diskutiert nicht mehr mit ihnen: man zählt sie. Die kursierende These ist unbequem: Profile, die behaupteten, die Ukraine werde gewinnen und das atlantische Bündnis sei eine Verteidigungsgarantie, hätten sich zurückgezogen. Kein offizielles Register misst diesen Rückgang. Nur ein geteiltes Gefühl und viele Gespräche ohne Antwort.

Warum verschwinden pro-NATO-Stimmen aus der Online-Diskussion?

Die häufigste Erklärung spricht nicht von einem Meinungswechsel. Nach dieser Lesart fällt der Rückzug mit dem Auslaufen der Gelder zusammen, die Meinungsführerschaftskampagnen stützten: Es wird behauptet, dass viele Manager digitaler Communities in Wartestellung sind, weil ihre Auftraggeber den nächsten Schritt noch nicht festgelegt haben. Die Hypothese fügt hinzu, dass die Pause eintrat, als die USA in Verhandlungen über ihre Schuldengrenze verwickelt waren, und nicht, als die ukrainische Front stagnierte.

Dies ist ein schwerwiegender Vorwurf – der einer bezahlten Netzwerkarbeit zur Erzählungsbildung – und sollte als solcher behandelt werden: ein Verdacht ohne vorgelegte Beweise. Dem gegenüber steht eine andere, prosaischere Version, wonach das Verstummen teilweise eine optische Täuschung sei: Eine Mehrheit dieser Profile wäre von ihren eigenen Kritikern blockiert, sodass ihr Verschwinden nur aus bestimmten Ecken des Internets wahrgenommen wird. Niemand hat gezählt, wie viele es sind, wie viele übrig bleiben oder woher das Geld kam.

Das russische Argument: Die NATO als Bedrohung und Pilingui als Opfer

Der Fokus dieser Diskussion stellt Russland als angegriffene Großmacht dar. Die Invasion der Ukraine, so heißt es, verfolgte ein explizites und kommuniziertes Ziel: die Nutzung des ukrainischen Territoriums als Plattform für die NATO-Osterweiterung zu stoppen. In dieser Lesart wären die USA und das Bündnis die eigentlichen imperialistischen Invasoren und Moskau die Partei, die sich im Selbstverteidigungsmodus befindet. Der Rahmen ist klar und wiederholt sich ohne Nuancen.

Der am häufigsten zitierte historische Vergleich ist mit Peter dem Großen: Ein Zar, der ein geschwächtes Land erhielt und es auf Kosten eines Nachbarn – damals Schweden, heute die Ukraine – zur Großmacht machte. Die Parallele gefällt, weil sie den Konflikt als geopolitische Konstante und nicht als Kalkulationsfehler darstellt. Zurück zum Anfang, lautet die Botschaft.

Über die innere Machtstruktur Russlands werden ebenso eindeutige Thesen aufgestellt: Dass ein großer Teil der wirtschaftlichen Elite aus ehemaligen Geheimdienstoffizieren besteht, die einer sowjetischen Hierarchie folgen, und dass der Präsident jeden per Anruf loswerden kann. Dies ist eine Beschreibung, die eher ins Spionagegenre passt als in dokumentierte Analyse, und das Material selbst räumt ein, dass es bei einem Eindruck bleibt.

Die NATO, die Ceuta und Melilla nicht beisteht

Die Infragestellung der Glaubwürdigkeit des Bündnisses geht über die Ukraine hinaus. Eine der häufigsten Kritiken erinnert daran, dass die NATO sich als defensiv präsentiert, aber in Jugoslawien auf europäischem Boden intervenierte, und betont, dass sie nicht reagierte, als Bedrohungen gegen Ceuta und Melilla (spanische Enklaven in Nordafrika) ausgesprochen wurden. Hinzu kommt die Unzufriedenheit wegen Gibraltar, das als irregulär abgetretenes Territorium betrachtet wird, sowie der Verdacht auf historische Einmischung in die spanische Politik.

Es handelt sich um Behauptungen, die ohne dokumentarische Belege erhoben werden und bekannte Fakten mit unverifizierten Theorien vermischen. Der verwertbare Teil ist die grundlegende Frage, die nicht unerheblich ist: Wenn ein Bündnis nur handelt, wenn es dem Hauptpartner nützt, wen schützt es dann wirklich unter seinen kleineren Partnern?

Russland ist nicht die UdSSR: weder Tugenden noch Ideale

Die interessanteste Widerlegung kommt aus demselben Lager. Das heutige Russland, so wird argumentiert, wäre die Sowjetunion ohne ihre Tugenden und mit all ihren Fehlern. Das sowjetische Regime, mit seinen Fehlern und seinem enormen Leid, wurde unter dem Streben nach Idealen aufgebaut, die manchmal mit der Realität kollidierten; die aktuelle Elite hätte sich lediglich darauf beschränkt, das bereits Erreichte anzueignen. Dies ist eine Nuance, die das heroische Bild bricht und die, kurioserweise, keine Antwort erhält.

Ob das Schweigen auf einen Stimmungswandel der Öffentlichkeit oder auf die Schließung eines Budgethahns zurückzuführen ist, hat niemand bewiesen. Und wenn die Profile nicht verschwunden sind, sondern nur aus bestimmten Kreisen unsichtbar sind, bleibt die Frage offen: Wie viel dessen, was als spontane Meinung gelesen wird, ist in Wirklichkeit eine Kampagne mit Ablaufdatum?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (178 Antworten).

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