PayPal sperrt 1.852 Euro für 180 Tage ohne Begründung
Was passiert mit Ihrem Geld, wenn PayPal beschließt, Ihr Konto zu schließen? Offiziell gibt es eine Frist: 180 Tage. Gegen diese Wand lief ein Kunde mit fast 14 Jahren Plattform-Historie, dem nach der Vorlage von Ausweis, Führerschein und Überweisungsbelegen das Konto mit 1.852 Euro Guthaben gesperrt wurde. Der Betroffene behauptet, er habe keine konkrete Erklärung für den Grund der Schließung erhalten.
Der Betroffene nahm die Unterhaltung mit dem Support auf und veröffentlichte sie. Er schickte auch eine Akte an die Polizei, die Presse und Verbraucherschutzverbände. Was er beschreibt, wirkt nicht wie ein Einzelfall, sondern wie eine Sequenz, die sich mit Uhrwerksgenauigkeit wiederholt: Kontolimitierung, Aufforderung zur Dokumentenvorlage, Schließung und Sperre des Guthabens für sechs Monate.
Warum PayPal keine Bank ist, obwohl es sich wie eine verhält
Hier liegt die Wurzel des Problems, die vielen entgeht. PayPal ist kein Kreditinstitut mit dem Aufsichtsschirm, der Bankeinlagen schützt. Es ist ein Zahlungsinstitut. Wenn das Guthaben einbehalten wird, gibt es keinen Garantiefonds, der haftet, und keine Bankaufsicht, an die man sich einfach wenden kann. Wer versuchte, beim Banco de España (Spaniens Zentralbank) Beschwerde einzulegen, blieb laut diesem Bericht in derselben Situation.
Das Detail, das Analysten am meisten empört, ist wirtschaftlicher Natur. Die 180 Tage sind kein Käuferschutz, sondern, wie in Diskussionen argumentiert wird, eine feste Zeitspanne, die fremdes Geld untätig auf dem Firmenkonto liegen lässt. „Die 180 Tage, die Käufern für Reklamationen gewährt werden, sind eindeutig unverhältnismäßig – es wird argumentiert –, sondern dienen dazu, durch die Investition der einbehaltenen positiven Salden Geld zu verdienen.“ Dies ist die Float-Theorie, die einige Teilnehmer vorschlagen: Nutzung des einbehaltenen Saldos als kostenlose Finanzierung, während der Nutzer wartet.
Wie viel Geld im Spiel ist und welche Fälle sich wiederholen
Das Ausmaß überrascht. Neben dem Fall der 1.852 Euro tauchen andere, viel größere auf: Ein Konto mit 90.000 Euro unter Prüfung, von denen 75.000 Euro sechs Monate eingefroren wurden, nachdem versucht wurde, 15.000 Euro auf die Bank zu überweisen. Auch kleine Beträge sind dabei, wie die 420 Euro einer Nutzerin, die nur Online-Kleidung kaufte und deren Geld aus Rückerstattungen stammte.
Es gibt ein dokumentiertes Muster in der Branche: In Spanien war die Rede von mehr als 100.000 betroffenen Nutzern bei einem früheren Vorfall mit Karten, verbunden mit Sammelbeschwerden und Sanktionen des Banco de España. Erwähnt werden zudem Fälle von Online-Shops, einer Online-Apotheke, Crowdfunding für eine verschlüsselte E-Mail-Plattform und sogar gekaufte, aber nie ausgestellte Bahntickets.
Was tun bei einbehaltenem Guthaben: Der Weg, der funktioniert
Laut geteilten Fällen führt der effektivste Ausgang nicht über das Telefon, sondern über rechtliche Schritte. Der am besten gelöste Fall wurde per Burofax (beglaubigtes Rechtsschreiben) beigelegt: „Anwälte in Madrid angerufen, die auf Tech-Fälle spezialisiert sind, ein paar Burofaxes geschickt und nach drei Tagen war mein Konto wieder offen, inklusive telefonischer Entschuldigungen.“ Wenn der einbehaltene Betrag klein ist, lohnt sich der Klageweg laut dem Betroffenen nicht; wenn er groß ist, neigt das Unternehmen dazu, vor einem Richtertermin aktiv zu werden.
Es gibt auch eine Methode, die ein Betroffener als wenig bekannt beschreibt. Wenn der Zahler von seinem mit PayPal verknüpften Bankkonto zahlt und nicht von seinem PayPal-Guthaben, hat dieser Vorgang ein Zeitfenster von 54 Tagen, um per Banküberweisung rückgängig gemacht zu werden und das Geld zum Ursprungskonto zurückzuholen. Dies ist der einzige Weg, der, laut einem Nutzer, der dies im Thread erklärt, es ermöglichen würde, Gelder ohne Wartezeit von sechs Monaten zurückzuerhalten.
Guthaben schnell abheben: Rat der Veteranen
Die am häufigsten wiederholte Empfehlung ist gesunder Menschenverstand: Lassen Sie kein Geld auf dem Konto. „PayPal ist keine Bank, man sollte versuchen, Geld schnell auf das eigene Bankkonto zu bewegen.“ Das Problem ist, dass diejenigen, die aufgrund einer aktiven Sperre nicht können, keine Option haben. Manche fügen einen besorgniserregenden Aspekt hinzu: Die Plattform meldet, laut dieser Version, Abbuchungen nicht ans Finanzamt, sodass die Einbehaltung nichts mit Steuern zu tun hat. Es sei Datensammlung, keine Steuerpflicht, lautet dieselbe Ansicht.
Als Alternativen treten Zahlungsanbieter mit etwas niedrigeren Gebühren und ohne vorherige Verifizierung auf. Ihr Achillesferse, laut einem beschreibenden Nutzer, ist eine andere: Durch fehlende Absicherung der Registrierung könnten sie Personen anziehen, die gestohlene Karten testen. E-Commerce eben, mit seinen Regeln und Lücken.
Die Pattsituation eines Dienstes, auf den kaum jemand verzichten kann
Die zugrunde liegende Beschwerde ist nicht nur wirtschaftlich, sondern betrifft die Asymmetrie. Laut Berichten gibt es keinen namentlich bekannten Ansprechpartner, der entscheidet, keinen Vorgesetzten, an den man eskalieren kann, und kein Schreiben, das das Warum erklärt. Für einen kleinen Online-Verkäufer kann der Verzicht auf den Zahlungsbutton bedeuten, die Hälfte der Verkäufe zu verlieren, sagt ein Teilnehmer. Für jene, die nur Server und Domains bezahlen, ist es ein Ärgernis, das zum Albtraum wird.
Die Zahlen bleiben, die Audiomitschnitte sind gespeichert und die Betroffenen erzählen weiterhin dasselbe. Jemand drückt, laut dieser Beschreibung, auf irgendeinem Server weiterhin den Button „Zur Überprüfung senden“. Und in sechs Monaten wird man sehen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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