Preico Jurídicos: Das Geschäft mit der Kreditwucher-Reklamation

Reklamationen wegen Wuchers bei Revolving-Krediten kosten ca. 200 Euro plus Gewinnbeteiligung. Der „Gran Preicano“ behauptet, 60.000 laufende Verfahren zu haben.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Was steckt hinter Preico Jurídicos und dem „Gran Preicano“?

Ist Raúl Castañeda ein Anwalt oder ein Verkäufer, der im Bankwucher das Geschäft seines Lebens gefunden hat? Diese Frage stellt sich jeder, der nach Referenzen sucht, bevor er etwas unterschreibt. Die Figur, die sich als Gran Preicano präsentiert, hat um sich herum eine Erzählung aufgebaut, die Klagen gegen Banken, Revolving-Karten und einen Umsatz mischt, den viele nicht glauben. Und der unbequeme Detail taucht schnell auf: Er ist nicht als zugelassener Anwalt registriert.

Das Modell: 200 Euro Anzahlung und ein Anteil am Erlös

Das Geschäft basiert auf einem sehr spezifischen Fallprofil. Es werden nur Fälle angenommen, deren Erfolgswahrscheinlichkeit nahe bei 99 % liegt, was in der Praxis die Pueblerino auf Wucher bei Revolving-Krediten, Bodenpreis-Klauseln (cláusulas suelo) und ähnliche Produkte beschränkt. Das Unternehmen kauft den Prozess nicht, sondern verwaltet ihn: Es berechnet dem Kunden für den Start und danach einen kleinen Prozentsatz des von der Bank zurückgeholteten Betrags.

Über die Anfangsgebühr gibt es verschiedene Versionen. Die häufigste liegt bei etwa 200 Euro. Eine andere, von jemandem, der vor der Unterschrift angerufen hat, behauptet, man habe 220 Euro verlangt und niemand habe hören wollen, ob sein Fall Aussicht auf Erfolg hatte: erst die Zahlung, dann würde man sehen. Dieses Detail – die Berechnung vor der Bewertung – nährt den Verdacht, dass hier keine anwaltliche Dienstleistung verkauft wird, sondern Warteschlangen-Management.

Ist Raúl Castañeda Anwalt? Was seine Struktur verrät

Er ist nicht als zugelassener Anwalt verzeichnet, so berichten jene, die seinen Spuren gefolgt sind, und es wären seine Angestellten – einige davon tatsächlich mit Abschluss –, die die Schriftsätze unterzeichnen. Der Unterschied ist nicht kosmetisch: Ein Fachmann, der einer Kammer und einer Haftpflichtversicherung unterliegt, haftet anders als ein Unternehmen, das Ergebnisse verspricht und im Voraus kassiert.

Man sollte daran denken, dass das Geschäft schon vor ihm existierte. In Spanien funktionierte seit Jahren das Modell von Kanzleien, die sich auf missbräuchliche Klauseln und Vorzugsaktien konzentrierten, manche mit viel Erfahrung und deutlich weniger Epik. Der Clou – wenn man es so nennen will – wäre gewesen, diesen Dienst mit aggressiver Kommunikation und einer schwer zu ignorierenden Marke zu verpacken.

Vom Tür-zu-Tür-Verkauf von Lexika zu 60.000 Klagen

Vor den Gerichten gab es Kaltakquise. Seine eigene Geschichte umfasst eine Phase als Verkäufer von Enzyklopädien und später Matratzen, mit Provisionen, die er auf 15.000 bis 20.000 Euro monatlich beziffert. Dies ist die Zahl, die die meisten Augenbrauen hebt: Diese Berufe sind in der Regel schlecht bezahlt, und ein Umsatz dieser Größenordnung klingt nach Ausnahme, nicht nach Regel.

Daraus leitet sich seine bekannte Phase ab. Die Reklamationsaktivität begann um 2018, und 2020 legte die Pandemie die Gerichte still, gerade als das Geschäft anlief. Es wird behauptet, das Unternehmen halte etwa 60.000 aktive Forderungen. Wenn jede einen Anteil hinterlässt, lädt die Arithmetik dazu ein, an ein Vermögen zu denken; das Problem ist, dass das Kleingedruckte dieser Konten nie vollständig offengelegt wird.

Der Hubschrauber, die Gerichtskosten und die Zahlen, die nicht stimmen

Hier liegt der Punkt, der die meisten Diskussionen auslöst. Es wird gesprochen vom Kauf eines Hubschraubers mit den rückständigen Gerichtskosten, die er von den Finanzierungsgesellschaften erwartet. Die Verurteilung zur Tragung der Kosten dient jedoch dazu, den Kunden für die Verfahrenskosten zu entschädigen, nicht Luftfahrzeuge zu finanzieren. Und über den Tausenden von Prozessen schwebt eine Warnung: Die Rechtsprechung zu Revolving-Krediten hat mehr als einmal gedreht, und in vielen Fällen könnten die Kosten im Sande verlaufen.

Die Banken verlieren zudem nicht immer. Wer sich darauf einlässt, gegen eine Finanzierungsgesellschaft zu prozessieren, weiß, dass Siege gezählt und Niederlagen vergessen werden, und dass das Öffnen von Zehntausenden von Verfahren in denselben Gerichten die Maschinerie blockiert. Wenn das passiert, wird der Hahn zugedreht.

Die Figur: Pandemie, Serie und Privatleben

Seine Popularität kommt nicht nur vom Geschäft. Einen großen Teil seines Publikums gewann er durch seinen öffentlichen Konflikt mit den Pandemieregelungen, ein Kapitel, das ihm gleichermaßen Anhänger und Gegner bescherte. Hinzu kommen eine Serie auf einer Plattform, die angeblich gut lief, und eine kontinuierliche Präsenz in Videos und Podcasts.

Auch sein Privatleben wird kommentiert. Er erzählte in einem Podcast, dass er verheiratet sei und parallel eine weitere Beziehung führe, wobei alle drei zusammenlebten. Manche tun dies als halbe Wahrheit ab, andere sehen darin den Beweis, dass die Figur sagt, was ihr passt. Jenseits seiner eigenen Aussage gibt es nichts zu überprüfen.

Vielleicht trifft er das Wesentliche – es gibt Missbrauchsfälle, die ein Einzelner nicht allein bekämpft – und verkauft gleichzeitig eine aufgeblasene Erzählung. Ein Geschäft, das damit prahlt, 99 % der Prozesse zu gewinnen und Hubschrauber mit fremden Gerichtskosten zu bezahlen, hat zumindest ein Problem mit der narrativen Buchführung.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (98 Antworten).

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