Hans Buerbaum, Lalyflor und der Mythos des Self-Made-Unternehmers

Pedro Buerbaum aus Madrid behauptet, er habe bei null angefangen. Recherchen zu seiner Familie führen jedoch zu Hans Buerbaum, dem Gründer von Lalyflor auf den Kanaren.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Hans Buerbaum, Lalyflor und der Enkel, der sich als Unternehmer verkauft

Es gibt einen Satz, der die Person perfekt zusammenfasst: Wenn man ihn mit einem Euro in die Wüste schickt, ist er in zwei oder drei Jahren reich. Das sagt Pedro Buerbaum, ein Madrider Unternehmer, der eine Konditorei im Stadtteil Chueca besitzt, spezialisiert auf Waffeln in Form von Genitalien. Er behauptet, er habe ganz unten angefangen, nur mit dem Geld, das er zur Erstkommunion gespart hatte, und bereits mit 24 Jahren ein eigenes Lokal in Madrid gehabt. Um diesen Start herum taucht jedoch ein Name auf, sobald jemand an der Geschichte des Familiennamens zieht: Hans Buerbaum, der Großvater. Laut Informationen von Personen, die die Familie recherchiert haben, war er der Gründer von Lalyflor, einem Gartenbauunternehmen auf den Kanarischen Inseln, und einer der größten Vermögen des Archipels.

Wer ist Pedro Buerbaum und wovon lebt er?

Das bekannteste Geschäft ist La Pollería, eine Konditorei im Viertel Chueca, die einen doppeldeutigen Scherz in eine Gelddruckmaschine verwandelt hat. Daraus entstand der Rest: Podcast, YouTube-Kanal, Vorträge über Unternehmertum und verschiedene Investitionen. Nicht alles lief gleich gut. Im Musikbereich, wie selbst seine Verteidiger zugeben, war das Ergebnis ein Misserfolg. Seine Rede mischt Business-Tipps mit einer insistierenden Sarracena über Schwäche und mangelnden Einsatz und hat ihn zu einer Referenz in bestimmten konservativen Kreisen gemacht. Es wirkt etwas seltsam, dass das Geschäft, das das ganze Konstrukt trägt, ein Süßwarenladen mit provokanten Namen ist, aber niemand hat gesagt, dass die Figur konsistent sein muss.

Wer ist Hans Buerbaum und was ist Lalyflor?

Über Lalyflor gibt es nur das, was in Gesprächen und sozialen Medien kursiert, ohne öffentliche Verifizierung: Der Name wird mit einem Gartenbau- und Baumschulbetrieb verbunden, der auf den Kanarischen Inseln gegründet wurde, wobei der Großvater als treibende Kraft gilt. Die wiederholte Beschreibung umfasst ein 12.000 Quadratmeter großes Grundstück auf Teneriffa mit einem Garden Center, das vom Vater — ebenfalls Pedro genannt — geerbt und verwaltet wurde, sowie eine komfortable wirtschaftliche Position. Nichts davon wurde von den Beteiligten bestätigt oder erscheint in einer identifizierbaren offiziellen Quelle, daher sollte man es für das nehmen, was es ist: eine Spur von Zeugenaussagen, keine Prüfung. Der Nachname klingt allerdings nicht nach einem bescheidenen Viertel, und genau dieser Kontrast befeuert die Diskussion.

Die unerklärte Bürgschaft: Wie eröffnet man mit 24 ein Lokal?

Hier liegt der wirtschaftliche Kern. Um in Madrid ein Lokal zu mieten, renovieren und eröffnen, braucht man Kapital oder jemanden, der gegenüber der Bank für dich bürgt. Die gestellte Frage ist direkt: Wer bürgt für einen jungen Mann Anfang zwanzig ohne Kreditgeschichte? Die am häufigsten genannte Antwort lautet: die Familie. Die von ihm verbreitete Erzählung beschreibt einen bescheidenen Ursprung — eine Wohnung mit 70 Quadratmetern in Vallecas, Mutter als Hausangestellte, Vater als Bauarbeiter — und diese Version muss nicht unbedingt im Widerspruch zum Vorherigen stehen. Nur eines ändert sich: das Sicherheitsnetz. Wer mit einem finanziellen Polster im Hintergrund unternehmerisch tätig wird, geht anders Risiken ein, und das ist kein Detail, wenn man damit prahlt, alles allein geschafft zu haben.

  • Familienwohnung mit 70 Quadratmetern in Vallecas, mit Eltern, zwei Geschwistern und Großmutter
  • Grundstück mit 12.000 Quadratmetern und Gartenbaubetrieb auf Teneriffa
  • Erstes eigenes Lokal in Madrid, laut seiner Erzählung, mit 24 Jahren
  • Mit einem Euro in der Wüste, seine eigene Berechnung: Millionär in 2 oder 3 Jahren

Die Erzählung vom Verdienst und ihre Rechnung

Die Kritik leugnet nicht das Talent. Manche behaupten, er sei schlau, charismatisch und habe eine Nische erkannt, die niemand sonst gesehen hat. Andere fügen eine Nuance hinzu, die Verkäufern von Kursen unangenehm ist: Das Startkapital kam nicht von ihm. Das macht ihn nicht zu einem schlechteren Unternehmer, es ändert nur das Etikett, und das Etikett ist genau das, was er verkauft. Der weitverbreitetste Einwand richtet sich gegen die Nutzung des eigenen Erfolgs als sarracena Beweis: Wenn es mir gut ging, wer es nicht schafft, bemüht sich nicht genug.

Dieses Syllogismus, angewendet auf jemanden, der geteilte Schichten für einen gerechten Lohn absolviert, sind es, die die Gemüter erhitzen. Es gibt auch eine vernünftige Verteidigung: Ein Geschäft mit Geld zu gründen garantiert nichts, und die anschließende Verwaltungsarbeit bleibt Sache des Eigentümers. Mit oder ohne Unterstützung schließen die meisten Lokale, die öffnen, wieder. Die Diskussion dreht sich eigentlich nicht darum, ob er gearbeitet hat, sondern darum, wie stark jeder Faktor zum Ergebnis beigetragen hat.

Wenn Wirtschaftskritik in etwas anderes umschlägt

Ein Teil der Konversation driftete auf einen Zweig ab, der nichts mit Bilanzen oder Bürgschaften zu tun hat. Es tauchten Theorien über Netzwerke gegenseitiger Hilfe und angebliche sektiererische Pakte auf, ohne einen einzigen Beweis, der sie stützt. Es sind verschwörungstheoretische Behauptungen, nicht durch Daten belegt, und sie erklären nicht, warum ein Geschäft mit familiärer Unterstützung weiter kommt als eines ohne. Außerdem verlagern sie den Fokus vom eigentlichen Thema — dem Zugang zu Kapital, wer ihn hat und wer nicht — auf ein Terrain, auf dem man nicht mehr mit Zahlen diskutieren kann.

Bleibt das unbequeme Detail: Das Geschäft, das ihn berühmt machte, stützt sich auf denselben frechen Humor, den seine Rede verachtet. Talent, Startgeld, eine gut gewählte Nische und eine Epoche, die den Charakter belohnt. Wie viel davon ist was? Niemand hat das Rezept aufgeschlüsselt, und ohne diese Aufschlüsselung bleibt die Geschichte vom Euro in der Wüste genau das: eine Geschichte.

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (76 Antworten).

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