Nobelpreisträger Fama prophezeit Bitcoin-Absturz auf null

Eugene Fama, Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, erwartet, dass Bitcoin in zehn Jahren wertlos wird, während der Kurs die Marke von 100.000 US-Dollar überschreitet.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Nobelpreisträger Fama prophezeit Bitcoin-Absturz auf null
Bitcoin fällt auf null: Die Prophezeiung des Nobelpreisträgers Fama

Ein Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften prognostiziert, dass Bitcoin in den nächsten zehn Jahren wertlos werden wird. Das Paradoxon: Der Asset, über den er spricht, stieg von nahezu nichts auf über 100.000 US-Dollar und blickt auf fünfzehn Jahre gleichermaßen unerfüllter Vorhersagen zurück. Eugene Fama diskutiert nicht den heutigen Preis, sondern das Schicksal. Seine These lautet, dass Kryptowährungen die Regeln eines Tauschmittels verletzen und dass Bitcoin keinen nachhaltigen echten Nutzen hat.

Es gibt ein drittes Element in seiner Warnung, das seltener zitiert wird und mehr Diskussion verdient: Wenn das Krypto-Ökosystem zusammenbricht, wird die Branche nach einem staatlichen Rettungspaket suchen. Fama argumentiert, dass sie vom traditionellen Finanzsystem getrennt bleiben sollte. Anders ausgedrückt: Wer die Rettung fordert, ist nie derjenige, der zu 50 Dollar gekauft hat, sondern die Infrastruktur, die von Gebühren lebt.

Was hat Eugene Fama über Bitcoin gesagt?

Drei Ideen, geordnet nach Härte. Erstens: Bitcoin wird in der nächsten Dekade auf null fallen. Zweitens: Kryptowährungen erfüllen die Anforderungen eines Tauschmittels nicht, da niemand damit bezahlt und ihr Preis ohne eine dahinterstehende Wirtschaft schwankt. Drittens: Wenn der Sektor einbricht, fließen öffentliche Gelder.

Die Warnung ist beiden Seiten unangenehm. Für Enthusiasten klingt sie wie eine der bereits gescheiterten Prophezeien. Für institutionelle Akteure zeigt sie auf, als wären sie die Ersten, die um Hilfe bitten würden. „Seid gewarnt“, sagt er im Grunde. Das Problem ist, dass dieser Satz seit fünfzehn Jahren wiederholt wird.

Fiat-Geld hat bereits 99 % seines Wertes verloren

Die am häufigsten wiederholte Antwort widerlegt Fama nicht: Sie dreht den Spieß um. Fiat-Geld hat in hundert Jahren 99 % seines Wertes verloren, sodass es für einen Teil des Publikums bereits bei null liegt. Und Bitcoin, gemessen in Euro oder Dollar, hat nicht aufgehört zu steigen.

Um dies zu messen, gibt es einen oft zitierten Vergleich: Im Jahr 1975 kostete eine 150 m² große Wohnung im Bereich Plaza de Castilla in Madrid 2.500.000 Pesetas, etwa 15.000 Euro. In der Calle Velázquez lag der Preis für 162 m² bei 2.800.000 Pesetas, also 16.500 Euro. Dies ist das andere Diagramm der Debatte, das auf Krypto-Plattformen nicht erscheint: Was mit dem Geld geschieht, während Assets steigen und fallen. Daraus ergibt sich die unbequeme Frage: Null im Verhältnis wozu?

Ist Bitcoin ein Schneeballsystem?

Hier wird das Gespräch schonungslos. Eine Strömung vertritt die Ansicht, dass Bitcoin nur deshalb an Wert gewinnt, weil jemand bereit ist, ihn teurer zu kaufen, und dass dies im Extremfall ein Pyramidenschema ist. Das Argument stützt sich auf Daten: 2.000 Halter kontrollieren 40 % aller Bitcoins; das Mining wurde entmantelt; China verbot den Asset; und der Kurs steigt, so heißt es, ausschließlich wenn neues Fiat-Geld hineinfließt, da er nirgendwo als Währung verwendet wird.

Die Gegenreaktion leugnet den Mechanismus nicht, sondern setzt ihn in Kontext. Auch eine Aktie ist so viel wert, wie jemand dafür zahlt, und auch sie hat einen letzten Käufer. Der Unterschied, so die Antwort, ist, dass hinter einem Unternehmen mögliche Gewinne stehen und hinter einem Token allzu oft nur ein Versprechen. In der Historie gibt es ein gnadenlos zitiertes Präzedenzfall: Projekte, die kollabierten, deren Entwickler das Geld nahmen und in Steueroasen verschwanden.

Die 9 % der Börsen und die Erinnerung an Afinsa

Ein weiteres auftauchendes Argument ist das der Rendite. Jede Börse bietet 9 % Jahreszins für digitale Euro oder Dollar im Depot, jederzeit abhebbar, im Gegensatz zum Zins von null bei traditionellen Banken. Dies sei, so wird argumentiert, Grund genug, einen Teil der Ersparnisse dort anzulegen.

Die Antwort kommt mit Eigennamen: Afinsa. Jenes Briefmarkenunternehmen zahlte hohe Sätze, und das Geld der zuletzt Eingetretenen diente dazu, die Zinsen der früheren Investoren zu zahlen. Als die Leute ihr Kapital abheben wollten, war es verschwunden. Die schwebende Frage bleibt: Woher kommen diese 9 % bei einem Asset, das nirgends investiert wird?

Wer bestimmt den Bitcoin-Preis?

Der Konzentrationssatz ist der meistzitierte: Wenige Hände bewegen den Markt. Wenn 2.000 Halter 40 % des Angebots besitzen, kann eine koordinierte Gruppe den Kurs lenken, wohin sie will, da der Markt nicht die Tiefe eines diversifizierten Marktes hat. Bitcoin ist in dieser Lesart keine Währung: Es ist ein Casino mit wenigen Spielern und teuren Chips.

Es gibt eine statistische Grenze für das Null-Szenario, die ebenfalls mit elementarer Logik verteidigt wird. Alle verlorenen Bitcoins, die in Wallets Verstorbener liegen und die niemand je bewegen kann, werden niemals verkauft. Mit diesem toten Teil des Angebots, so das Argument, kann der Preis nicht exakt null sein: Es gäbe niemanden, dem man sie abkaufen könnte. Es ist derselbe Grund, warum kein Asset mit begrenztem Angebot vollständig verschwindet.

Die Rettung, die niemand bezahlen will

Es bleibt der Teil von Famars Warnung, der am wenigsten diskutiert wird. Niemand hat erklärt, wie man einen Sektor mit Vermittlungsplattformen, Karten und börsengehandelten Fonds fallen lässt, ohne dass der Schlag den Rest des Systems trifft. Die Befürworter des Assets zeigen in eine andere Richtung: Mainstream-Medien erwähnen es kaum und wenn, dann zur Abschreckung; Großbanken hätten, so argumentieren sie, ein Interesse daran, dass jeder Euro, der in Bitcoin fließt, nicht in ihre Produkte geht.

Und die Rettung, falls sie kommt, wird nicht vom Privatanleger gefordert, der billig kaufte. Sie wird von der Struktur gefordert.

Mit diesen Bausteinen kann Famars Vorhersage richtig sein oder die nächste einer langen Liste falscher Prognosen. Was passiert, wenn er in zehn Jahren immer noch falsch liegt und sich niemand daran erinnert?

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (203 Antworten).

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