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Más Madrid will Algorithmen von Idealista und Fotocasa regulieren
Die Partei Más Madrid fordert eine Regulierung der Immobilienportale, um Preismanipulation zu verhindern, während 35 % der Saisonmieten das Gesetz umgehen.
Más Madrid rückt die Algorithmen in den Fokus, die Mietanzeigen sortieren
Más Madrid möchte die Algorithmen von Immobilienportalen wie Idealista oder Fotocasa regulieren. Die Partei argumentiert, dass diese Systeme Preise manipulieren können, und fordert «Transparenz und fairen Wettbewerb», um Verbraucher und kleine Vermieter zu schützen. Die Ankündigung erfolgt in einem angespannten Mietmarkt, bei dem mehrere Puzzleteile noch nicht zusammenpassen.
Der Widerspruch ist offensichtlich: Der Vorschlag kommt erst, nachdem das Wohnraumgesetz (Ley de Vivienda) versucht hatte, über rechtliche Wege auf die Preise einzuwirken. Und die Daten deuten darauf hin, dass das Problem nicht nur in der Sortierung der Anzeigen liegt.
Was Más Madrid vorschlägt und welche Rolle der Algorithmus spielt
Es geht nicht darum, Preise per Dekret festzulegen, sondern die Software zu überwachen, die entscheidet, welche Angebote Nutzer sehen und in welcher Reihenfolge. In der Praxis kann ein Algorithmus teurere Wohnungen zuerst anzeigen, ähnliche Suchen bündeln oder Bereiche basierend auf dem Nutzerverhalten anpassen.
Der Verdacht, dass diese Sortierung den Markt verzerrt, ist nicht neu. Er wurde bereits im Zusammenhang mit Fluggesellschaften und weiten Teilen des digitalen Handels geäußert. Einige behaupten, dass fast jeder Online-Verkauf Algorithmen nutzt und es daher irreführend sei, jetzt die Software zu beschuldigen – man verwechsle hier «das Fieberthermometer mit dem Fieber». Auf der anderen Seite wird argumentiert, dass Portale so viele Angebote konzentrieren, dass ihre Klassifizierung letztlich den Referenzpreis für ganze Stadtviertel bestimmt. Manche fordern Aufsicht, andere warnen, dass die Regulierung des Rankings keinen einzigen Quadratmeter Wohnraum schafft.
Spannungsgebiete: Zehn Bürgermeister gegen Ayusos Kurs
Während die Details der Algorithmus-Regulierung diskutiert werden, bleibt die politische Front offen. Zehn sozialistische Bürgermeister aus Gemeinden der Region Madrid haben eine Initiative gestartet, um ihre Orte als «Spannungsgebiete» (zonas tensionadas) einzustufen und Mieten zu begrenzen. Laut den Initiatoren vertreten sie 800.000 Einwohner.
Die PP der Autonomen Gemeinschaft Madrid lehnte die Initiative ab. Ihr Argument: Die Preisbegrenzung «ist gescheitert» und «funktioniert nicht». Der Streit führt zu einer fragmentierten Landkarte, mit Rathäusern, die Obergrenzen wollen, und einer Regionalregierung, die sich weigert nachzugeben. Niemand unternimmt Schritte ohne Kalkül hinter den Kulissen.
35 % der Saisonmieten umgehen das Gesetz
Wenn der Preis das Schlachtfeld ist, dann sind Saisonmieten die Schützengräben. Die kursierenden Daten zeigen, dass 35 % der Anzeigen für Saisonmieten das Wohnraumgesetz umgehen, da sie nicht als Vermietung von Hauptwohnsitzen gelten und somit unter die Deckelung fallen.
Diese Lücke zeigt laut Kritikern der Regulierung, dass Eingriffe in die Preise ohne Schließung der gesetzlichen Schlupflöcher das Problem nur verschieben. Für Befürworter hingegen belegt sie die Dringlichkeit, auch die Kanäle zu kontrollieren, über die Angebote veröffentlicht werden. Interessant: Dasselbe Gesetz dient sowohl als Schild als auch als Sieb.
Eingefrorene Mieten: Eine offene Wunde
Im Hintergrund schwelt ein alter Konflikt. Die Altverträge (renta antigua), von einigen als Schutz für Mieter verteidigt und von anderen als Ruin für Vermieter geschmäht, stehen wieder im Mittelpunkt der Debatte. Die am häufigsten von Vermietern geäußerte Diagnose lautet, dass eingefrorene Mieten bei steigender Inflation und Steuern dazu führen, dass Immobilien mehr kosten, als sie einbringen: Vernachlässigte Instandhaltung und Vermieter, die den Boden als einzige Ausstiegsmöglichkeit betrachten.
Daraus ergeben sich zwei gegensätzliche Lesarten. Die optimistische zieht eine Lehre für den Markt; die pessimistische sieht darin den Beweis, dass jede Intervention scheitert. Keine erklärt vollständig, warum das Angebot weiterhin nicht reagiert.
Der Kampf um die Narrative
Parallel zu den Daten hat sich die öffentliche Diskussion mit Stimmen gefüllt, die Bücher und Programme vorstellen. Die Präsentation von «El secuestro de la vivienda» (Die Entführung des Wohnraums) des Wirtschaftsanthropologen Jaime Palomera hat im Fernsehen die Idee verankert, dass Boden ein «natürlich knappes» Gut und ein Grundbedürfnis sei, das nicht wie eine beliebige Ware behandelt werden kann.
Dieser Ansatz widerspricht denen, die das Gegenteil behaupten: Dass in Spanien genug Boden vorhanden sei und das Problem in der Konzentration der Nachfrage liege. Der Kampf wird vorerst eher in Talkshows als im Staatsanzeiger (BOE) ausgetragen.
Kann man den Wohnungspreis steuern, indem man die Reihenfolge der Anzeigen regelt, oder macht der Algorithmus nur eine Knappheit sichtbar, die kein Gesetz korrigieren kann?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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