Nando, das Mondkind, das fragt, ob es existiert oder eine Figur ist

Nando gibt sich als Autor von „El Niño Lunar: la imposición de nacer“ (Das Mondkind: Die Zumutung, geboren zu werden) und als das klügste Kind des Planeten zu erkennen. Figur oder echter Mensch?

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Nando, das Mondkind, das fragt, ob es existiert oder eine Figur ist
Nando, das Mondkind, das fragt, ob es existiert oder eine Figur ist

Nando gibt sich als das klügste Kind des Planeten und als Autor von „El Niño Lunar: la imposición de nacer“ (Das Mondkind: Die Zumutung, geboren zu werden) zu erkennen. Das Werk sei, so der Autor selbst, das einzige axiomatische in einer Ödlandschaft aus Schlamm und Mittelmäßigkeit, die sich als Intellektualität verkleidet. Auf dieser Basis baut er eine öffentliche Figur auf, die die tragisch-romantische Rolle mit dem dreistesten Exhibitionismus vermischt. Die Frage, die alles andere zusammenhält, ist einfach: Existiert er, oder ist er eine erfundene Figur?

Was das Mondkind ist und was es behauptet

Die zentrale Prämisse ist eine Frage an ihn selbst: Ob er allein und hilflos ist, ob er schwer krank ist, ob er jung sterben wird — er antwortet selbst, dass dies höchstwahrscheinlich der Fall sein wird —, ob er die Liebe dem Sens vorzieht oder ob sein Ego ontologisch ist. Die letzte Frage beantwortet er selbst: Ja. Eine konkrete finanzielle Forderung gibt es in dem Material nirgends.

Um diese Idee herum entfaltet sich ein Katalog von Fragen, die Nando selbst in die Luft wirft. Er nennt sich klein und süß, aber auch den letzten Romantiker des Ödlands. Er fragt sich, ob er hübsch oder hässlich ist oder ob er beides zugleich verkörpert. Er schreibt sich ein blaues Le-Mans-Ross namens Matilde zu, einen Rückspiegel, der auf sein eigenes Gesicht statt auf die Straße gerichtet ist, und eine Tanzroutine zwischen Friedhofsgräbern zum Ruf „Ich will die ganze Nacht tanzen“.

Die Figur wird aus bewussten Widersprüchen aufgebaut.

Vom Buch zum Kommentarbereich: wie die Leute reagieren

Die Resonanz ist keineswegs einstimmig. Ein guter Teil der Antworten beschränkt sich darauf, einen Spruch über herabhängende Eier und einen schleppenden Schwanz zu wiederholen, der zur unfreiwilligen Strophe der Figur geworden ist. Andere erledigen die Sache kurzerhand mit Beleidigungen und dem Entschluss zu ignorieren.

Es gibt auch welche, die mit einem Grinsen einsteigen. Ein Teilnehmer feiert die Schau mit einem „Brooootal, ich sterbe“ und einem „verdammter Nando“, was den allgemeinen Ton gut trifft: Niemand scheint es ernst zu nehmen, aber niemand schaut so recht weg. Die Figur funktioniert gerade deshalb, weil sie genau so viel verunsichert, dass man ihr antwortet.

Nando selbst lässt sich nicht beirren. Er erwidert die Beleidigungen mit Ironie über das Prosaniveau seiner Gesprächspartner, nennt sich „den süßen Nando“ und „das im Ödland geborene Mondkind“ und krönt alles mit einer nächtlichen Szene: auf einer improvisierten Bühne stehend, die Arme ausgebreitet, verkündend, dass er das Nichts liebt, und dann in Gesang und Tanz im reinen Broadway-Stil verfallend. „Ich habe es selbst nicht geglaubt, während ich es gemacht habe“, gibt er zu.

Ist es eine erfundene Figur oder steckt jemand dahinter?

Den Zweifel wirft Nando selbst in der ersten Zeile auf, und niemand löst ihn. Was es gibt, sind Schichten: ein Buch mit eingetragenem Titel, eine sorgfältig kultivierte Ästhetik des Verfalls und eine bemerkenswerte Fähigkeit, in jeder Antwort aufzutauchen, ohne den Ton zu verlieren.

Das Ganze passt besser zu einer literarischen Figur als zu einem gewöhnlichen Menschen, aber das klärt nicht viel. Eine Figur, die lange genug und mit genügend Kohärenz durchgehalten wird, funktioniert am Ende wie eine Identität. Die Frage, ob er existiert, hat keine saubere Antwort mehr, sobald die Figur anfängt, für sich selbst zu antworten.

Sagen lässt sich nur, dass die Figur eine erkennbare Achse hat: die Idee, dass die Geburt eine Zumutung war. Alles andere — das Ross, die Gebäckteilchen auf dem Silbertablett, die Frauen ohne Namen, die Haute-Couture-Outfits, die Küsse auf die Schaufenster — sind Variationen über dasselbe Thema.

Der genaue Punkt, an dem die Analyse stockt

Hier endet das, was sich mit dem verfügbaren Material halten lässt. Es gibt keine Möglichkeit zu überprüfen, ob das Ross existiert, ob das Buch tatsächlich verkauft wird oder ob alles eine narrative Konstruktion ist, die keinen anderen Halt hat als die eigene Beharrlichkeit. Niemand hat in irgendeine Richtung einen belastbaren Fakt geliefert.

Übrig bleiben die Figur, ihr Schlamm-Ödland und ihre unbeantwortete Ausgangsfrage. Und vor allem bleibt das Gefühl, dass die Antwort weniger wichtig ist als die Tatsache, dass weiter gefragt wird.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (17 Antworten).

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