Spanischer Forennutzer fordert 1 Mio. Euro von Eltern für Geburt

Ein spanischer Forennutzer, der sich als "Mondkind" bezeichnet, verlangt eine Million Euro von seinen Eltern dafür, ihn ohne Einwilligung auf die Welt gebracht zu haben.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanischer Forennutzer fordert 1 Mio. Euro von Eltern für Geburt
Eine Million Euro für die Geburt: Die Entschädigungsforderung eines Forennutzers

Eine Million Euro. Das ist der Betrag, den ein Forennutzer, der sich selbst als "Mondkind" bezeichnet, von seinen Eltern fordert, weil sie ihn ohne sein Einverständnis auf die Welt gebracht haben. Die These, die in einem aktuellen Nachrichtenforum vorgestellt wurde, besagt, dass jeder Geborene ein Recht auf finanzielle Entschädigung für die Aufzwingung des Bewusstseins hat. Wenn die Eltern nicht zahlen können, lautet der Vorschlag, dass sie ihre eigenen Organe übergeben sollen. Die Debatte ist zu einem Zusammenstoß zwischen denen geworden, die diese Entschädigung als ein ontologisches Recht verteidigen, und denen, die sie als juristische Abirrung betrachten.

Die These des Mondkinds: Leben als erstattungsfähiger Schaden

Das anfängliche Argument, unterzeichnet von einer Figur, die sich als "Nando el Hispano, das intelligenteste Kind auf diesem blauen Planeten" vorstellt, geht von einer radikalen Prämisse aus: Geboren werden ist ein einseitiger Akt, der ein unschuldiges Bewusstsein in eine Umgebung aus Leid, Hunger, Durst und ewigem Verlangen wirft. Deshalb fordert er eine Mindestentschädigung von einer Million Euro, einen Betrag, den er im Vergleich zu dem, was der Staat den Eltern täglich wegnimmt, als "ziemlich armselig" ansieht. Die Argumentation stützt sich auf eine vermeintliche "Rechtsprechung des Fleisches": Wer den Käfig der Existenz öffnet, muss entweder die gesamten Unterhaltskosten des Gefangenen tragen oder mit seinen Organen bezahlen.

Laut seinem Autor ist die Zahl nicht willkürlich. Eine Million Euro kostet es, ein Wesen seiner "Empfindsamkeit" in einem Zustand der "halbruhigen Lethargie" zu erhalten. Es handle sich nicht um Vergebung, besteht er darauf, sondern um eine "strafende Abgabe" für den verursachten Schaden. Die Aufzwingung des Bewusstseins in einen physischen Körper wäre eine unbezahlbare Schuld.

Die juristische Antwort: Erst das Verbrechen beenden, dann entschädigen

Das stärkste Gegenargument kommt aus einer juristischen Analogie. Wenn ein Vergewaltiger sein Opfer nicht entschädigen kann, solange das Verbrechen andauert, macht es auch keinen Sinn, jemanden für seine Geburt zu entschädigen, solange er noch lebt. Die Schlussfolgerung, trocken formuliert, lautet, dass man das Opfer zunächst aus dieser Welt entfernen sollte, um dann die Million am Grabstein abzulegen. Der Autor dieser Antwort stellt sich als "der Anwalt Ihrer Eltern" vor, der vielleicht nicht der Klügste auf dem Planeten ist, aber "weiß, wie man zwei und zwei zusammenzählt".

Der Kläger lehnt die Analogie als "konzeptionell Analphabetentum" ab. Die Beendigung eines Schadens mit der physischen Eliminierung des Opfers zu verwechseln, sei seiner Ansicht nach eine Abirrung. Wenn jemand durch Fahrlässigkeit querschnittsgelähmt wird, verlangt die Justiz keine Euthanasie zur Zahlung; sie verlangt eine lebenslange Entschädigung für die Instandhaltung der "kaputten Maschine". Was der Anwalt vorschlage, so argumentiert er, sei keine Streitbeilegung, sondern ein Geständnis, dass der Erzeuger ein Verbrecher sei.

Das Aporie-Problem: Kein mögliches Einverständnis vor der Existenz

Das am häufigsten wiederholte Argument gegen die These ist logischer Natur. Die Erlaubnis, geboren zu werden, ist aporetisch, da zum Zeitpunkt der Geburt niemand vorhanden ist, den man fragen könnte. Es gibt kein vorheriges Bewusstsein, das den Vertrag akzeptieren oder ablehnen kann. Aus diesem Grund konnte die Forderung damals nicht gestellt werden; es mussten Jahre vergehen, bis dieses Bewusstsein entstand, das nun die Aporie rationalisiert. Selbst in Fällen unerwünschter Wiederbelebung neigen Gerichte dazu, anzunehmen, dass das gewaltsame Am-Leben-Halten allein keinen erstattungsfähigen Schaden darstellt.

Der Kläger antwortet, dass aufgezwungenes Bewusstsein absolute Nötigung sei, die schlimmste aller vorstellbaren Aggressionen, da das Opfer vollständig unfähig zur Verteidigung ist. Ein Sklave, ein Gefangener oder ein Vergewaltigungsopfer bewohnen bereits die Welt und behalten die biologische Kraft des Widerstands oder der Flucht. Das ungeborene Kind hingegen ist ein schutzloses Nichts, das metaphysisch angegriffen und in die Gefangenschaft des Fleisches geschleppt wird. Es gibt keinen möglichen Aufstand gegen das Trauma des Ursprungs.

Vom Forum zur Neurowissenschaft: Versuch, das Unerklärliche zu rechtfertigen

Im Verlauf der Debatte tauchen Versuche auf, die Fortpflanzung auf Biologie und Neurowissenschaft zu gründen. Begriffe wie fetaler Mikrochimismus, Spiegelneuronen, limbische Resonanz oder die biologische Uhr des Traumas werden erwähnt. Die Idee ist, dass eine reale, nicht mystische Verbindung zwischen Eltern und Kindern existiert. Der Kläger weist diese Argumente als "das letzte und raffinierteste Schmerzmittel" zurück, um das biologische Schlachten zu verschönern. Für ihn ist der Mensch ein exogener und monströser Akteur, "Das Ding", das alles auf seinem Weg zerstört.

Die Diskussion wendet sich der elterlichen Verantwortung zu. Manche behaupten, Eltern lebten ihr eigenes Leben, in dem die Reproduktion eine grundlegende Funktion lebender Wesen sei, nicht die ihrer Kinder. Die Gegenseite verlangt, dass Eltern die Konsequenzen tragen, ein Bewusstsein in die Welt gebracht zu haben. Der Austausch wird bitterer, wenn das Argument eingeführt wird, dass nur jemand mit "einem kaputten Kopf" das Leben ablehnt.

Die unerwartete Wendung: "Ich bin eine lesbische Frau, die sich als Nando ausgibt"

Gegen Ende des Threads die auffälligste Enthüllung: Der Autor der Mondkind-These gesteht, dass er in Wirklichkeit eine lesbische Frau ist, die sich als Nando ausgibt. Das Geständnis, ohne weitere Erklärung ausgesprochen, verwirrt diejenigen, die ganze Absätze damit verbracht haben, die Figur zu widerlegen. Es ist nicht die einzige Wendung. Ein anderer Teilnehmer liefert eine kuriose Information: Es kursiert die Version, dass der "Strandbummler", der versucht habe, seine Eltern zu verklagen, keinen Anwalt fand, der ihn vertrat, und dass seine Eltern genau Anwälte waren. Eine andere Version besagt, dass er die Klage tatsächlich eingereicht habe und der Richter sie abgewiesen habe.

Der Thread driftet auch hin zu strafrechtlichen Vergleichen: In Spanien kann die Tötung beider Eltern zwanzig Jahre Gefängnis kosten, während der Staat den Mörder schützt, wenn jemand Sie tötet, bis er in weniger als zwei Jahrzehnten freikommt. Der "Trick", so wird ironisch vorgeschlagen, bestehe darin, sie minderjährig zu töten.

Der Abschluss: Leben als Geschenk oder Verdammnis

Gegen die Entschädigungsthese treten Zeugnisse der Dankbarkeit hervor. Ein Teilnehmer erinnert daran, dass eine Million Euro zu wenig wären, um all das Materielle und die Zuneigung zurückzugeben, die ihm seine Eltern gaben, die starben, bevor das 20. Jahrhundert endete. Er hofft nur, dass Seelen bestehen bleiben, damit er ihnen sagen kann, wie dankbar er ist. Ein anderer, ein Vater, erklärt seine Absicht, dass sein Sohn ihm nichts vorwerfen und ihm viel verdanken soll. Die Antwort des Klägers ist unnachgiebig: Kinder sind Werkzeuge der elterlichen Heuchelei, und Elternsein bedeutet inhärent, ein sarracena und ethisch entblößtes Geschöpf zu sein.

Die Diskussion endet, wie sie begann, damit der Kläger seinen eigenen Thread in den frühen Morgenstunden nach oben schiebt. Wie viel ist ein Leben wert? Eine Million Euro, laut seinem Autor. Oder vielleicht nichts, wenn das Geschenk die Existenz selbst ist. Die Debatte bleibt offen, mit der schwebenden Frage: Ist Fortpflanzung ein Akt der Liebe oder die Aufzwingung einer Strafe?

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (131 Antworten).

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