N26: Deutsche Mobilbank mit fünf Gratisabhebungen

N26 startete in Spanien als gebührenfreie deutsche Konto-Lösung, verlangt nun aber monatliche Kartennutzung und begrenzt kostenlose Abhebungen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

N26: Deutsche Mobilbank mit fünf Gratisabhebungen
N26 eröffnet deutsche Konten per App und führt Gebühren für die Karte ein

Kann man ein Girokonto in Deutschland eröffnen, ohne dort zu leben, ohne Filiale und ohne Papierkram? Eine Zeit lang lautete die Antwort ja. N26 —ursprünglich Number26— versprach die Eröffnung eines Kontos innerhalb weniger Minuten per Smartphone, mit deutscher IBAN, Mastercard und kostenlosen Überweisungen im SEPA-Raum. Der Preis dafür: Verständnis von geschriebener englischer Sprache und eine Videoidentifikation.

Das anfängliche Angebot war kaum zu schlagen. Null Wechselkursgebühren bei Kartenzahlungen, null Kontoführungsgebühren und null Kosten für Bargeldabhebungen am Automaten. Hinter der App stand keine spanische Bank, sondern die Wirecard Bank AG mit deutscher Banklizenz. Eine moderne Marke auf der Infrastruktur eines anderen Instituts. Ein „Schlitzohr-Geschäft“, wie manche sagen würden.

Ist N26 eine echte Bank oder nur eine Marke unter dem Dach einer anderen?

Die häufigste Frage betraf die Einlagensicherung. Wenn das Konto nicht bei einem Institut mit Filialen in Spanien liegt, wer haftet dann? Die technische Antwort lautet: Das Geld wird bei der Wirecard Bank AG verwahrt, und N26 fungiert als Plattform für mobile Banking-Aktivitäten. Man eröffnet ein normales deutsches Konto vom Sofa aus, ohne Wohnsitz oder Anmeldung in Deutschland. Das Modell erinnert an lokale Eigenmarken, Online-Filialen unter dem Schirm einer Mutterbank.

Laut einem Thread-Teilnehmer ist der Gründer des Unternehmens einer der Mitgründer von PayPal, ein Detail, das als Vertrauenssignal diente. Einlagen sind durch den deutschen Einlagensicherungsfonds geschützt, der bis zu 100.000 Euro abdeckt. Diese Zahl beruhigte einige, überzeugte andere jedoch nicht, die weiterhin eine Bank mit lokaler Filiale bevorzugten, um Beschwerden vorzubringen.

Identifikation: Video, Pass und gute Beleuchtung

Die Registrierung versprach Minuten und lieferte im besten Fall etwa zehn. Die Verifizierung erfolgte per Videokonferenz mit einem Mitarbeiter, der bat, das Dokument näher an die Kamera zu halten und einen Code auf dem Handy abzuwarten. Die erste Hürde war dokumentarisch: Anfangs wurde ein Reisepass verlangt, der Personalausweis wurde nicht akzeptiert, was alle ausschloss, die keinen gültigen Pass besaßen.

Die zweite Hürde war häuslicher Natur. Die Handykamera, die Auflösung und das Licht zu Hause machten so manche Transaktion zur kleinen Komödie: Mitarbeiter, die das Scannen für unmöglich hielten, Nutzer im Bademantel mit dem Pass in der Hand und einer Stehlampe als Ersatz-Spotlight. Im Laufe der Zeit verbesserte sich der Prozess, und auch der Personalausweis wurde zugelassen. Die Sprache blieb der eigentliche Filter: Ausreichend Englisch in Wort und Schrift war erforderlich, um sich verständigen zu können.

Wann begann N26, Gebühren zu erheben?

Anfänglich nie. Es gab kein Mindestguthaben —Konten wurden mit 50 Euro eröffnet—, Überweisungen waren kostenlos, und Bargeldabhebungen an spanischen Automaten kosteten nichts. Das Geschäftsmodell basierte nicht auf ruhendem Guthaben, sondern auf Aktivität: Das Institut wollte Umsatz, Zahlungen und Kartennutzung.

Der Wandel kam mit der Umwandlung in eine Vollbank. Die Bedingungen verlangten nun mindestens 9 Kartenzahlungen pro Monat über drei Monate hinweg oder es fielen Gebühren an, und kostenlose Abhebungen wurden auf 5 pro Monat begrenzt. Zu einem anderen Zeitpunkt wurde eine Gebühr von 2,90 Euro monatlich für die Karte festgelegt, wenn nicht mindestens drei Einkäufe pro Monat getätigt wurden. Die offizielle Begründung: Langfristige Preisstabilität. Die freie Übersetzung vieler Kritiker: Kunden mit Gratisangeboten locken und später nachziehen.

Muss man ein deutsches Konto in Spanien melden?

Nach Aussagen mehrerer Thread-Teilnehmer muss man nur informieren, wenn das Auslandsguthaben 50.000 Euro übersteigt. Diese Schwelle ist eine Meldepflicht gegenüber den Behörden —Banco de España und Agencia Tributaria—, keine Obergrenze für Einlagen: Nichts hindert daran, mehr einzuzahlen, obwohl die Meldung ordnungsgemäß erfolgen sollte. Hier gilt Klarheit: Das Konto ist legal, Teil des Eurosystems, und das Institut haftet gegenüber den Behörden, wenn diese dies verlangen.

Kontokündigungen und fünfzehn Abhebungen pro Monat

Der Vorfall, der den Ruf des Instituts am stärksten beschädigte, waren einseitige Kontokündigungen. Das Unternehmen veröffentlichte eine Erklärung, dass die Anzahl der Kündigungen vernachlässigbar sei, jeder Fall begründet war und das Gesetz sie deckte. Die gemeldeten Fälle hatten zwei Profile: Betrugs- oder Geldwäscheverdacht sowie intensive Automatennutzung, mit Kunden, die zwischen 15 und 30 Abhebungen pro Monat tätigten.

Das Problem war nicht die Politik der angemessenen Nutzung, die auch andere Institute anwenden, sondern dass sie nicht vorher kommuniziert wurde. Ohne schriftliche Bedingungen herrscht Unsicherheit in der Beziehung: Wenn ich nicht weiß, welches Limit mich zum unbequemen Kunden macht, kann jede Transaktion die letzte sein. Laut dem Unternehmen und seinen Verteidigern war das Geld nie gefährdet, aber die Art der Kommunikation half nicht.

Gehaltsempfang mit deutscher IBAN

Hier zeigt sich der hartnäckigste Engpass. Viele Stromversorger, Telekommunikationsanbieter und Fitnessstudios lehnten Lastschriften ab, weil sie von einem nicht-spanischen Konto stammten, so die im Thread geschilderten Fälle. Die praktische Lösung bestand darin, das Konto in eine „Wallet“ umzufunktionieren: Eine monatliche Überweisung vom Hausbankkonto, von wo aus Lastschriften und Kartenzahlungen beglichen werden.

Das passiert nicht immer. Manche berichten, dass sie problemlos Strom, Wasser, Telefon, Fitnessstudio und sogar ihr Gehalt domiciled haben, das am selben Tag wie bei allen anderen eingeht. Alles absolut kostenlos, in den Fällen, die am besten liefen.

Die Frage ist nicht mehr, ob das Konto gratis ist. Sie lautet, wie lange es noch gratis bleibt, ohne Gegenleistung.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (299 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

Volver