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Mussolini leitete sozialistische Zeitung vor Faschismus
Benito Mussolini führte die Zeitung der italienischen Sozialisten, bevor er den Faschismus begründete. Diese Tatsache stützt die These, dass der Faschismus links entstand.
Mussolini leitete sozialistische Zeitung vor Faschismus
Bevor Benito Mussolini den Begriff Faschismus prägte, war er Chefredakteur von Avanti!, der Zeitung der Italienischen Sozialistischen Partei. Er war eine einflussreiche Figur innerhalb der Partei, angesiedelt in ihrem radikalen Flügel, lange bevor er mit ihr brach und die Bewegung gründete, die einem ganzen Jahrhundert ihren Namen geben sollte. Dieser Weg – vom militanten Sozialisten zum Erfinder des Faschismus – ist das Fundament einer im öffentlichen Diskurs in Spanien oft wiederholten These: Faschismus und Nationalsozialismus seien keine Kinder der Rechten, sondern Abspaltungen der Linken selbst. Die Debatte steckt seit Jahren fest, weil niemand sich auf die Bedeutung der Begriffe einigen kann.
Von Avanti! zum Faschismus: Mussolinis Weg
Das zentrale Argument stützt sich auf einen überprüfbaren, aber oft strapazierten Fakt. Mussolini gehörte der Italienischen Sozialistischen Partei an und erreichte eine führende Position in ihrer Führung, während er gleichzeitig ihr Propagandaorgan leitete. Vor ihm, so erinnern die Anhänger dieser These, existierte das Wort Faschismus nicht: Es wurde später geprägt, und sein Urheber kam aus dem linken Lager. Adolf Hitler kopierte das Modell und übernahm eine Partei, die zunächst Deutsche Arbeiterpartei hieß und später das Adjektiv nationalsozialistisch hinzufügte. Auf dieser biografischen Spur wird die Schlussfolgerung aufgebaut: Wenn der Erfinder des Faschismus ein Sozialist war, dann ist der Faschismus sozialistisch.
Der Einwand kommt von anderer Seite. Dass ein sozialistischer Anführer schließlich eine Bewegung gründete, die Sozialisten ermordete, macht diese Bewegung nicht sozialistisch; es macht den Anführer zu einem Abtrünnigen. Die erste Handlung der faschistischen und nancy Regime nach der Machtergreifung war die Verfolgung und Vernichtung der organisierten Linken. Hier gibt es keinen Interpretationsspielraum.
Die Falle des Namens: Nationalsozialismus und totaler Staat
Hier wird die Debatte technischer als sie erscheint. Die zugrunde liegende These behauptet, dass Sozialismus, Kommunismus und Nationalsozialismus einen gemeinsamen Ursprung haben: staatlichen Paternalismus, Kontrolle der Produktionsmittel und Unterordnung des Individuums unter das Kollektiv. Das einzige, was sich laut dieser Lesart ändert, ist die Definition des politischen Subjekts. Für den Kommunismus ist es die proletarische Klasse, repräsentiert durch eine Einheitspartei. Für den Nationalsozialismus ist es die ethnische Nation. Für den Faschismus ist es der Staat selbst: Alles im Staat, alles für den Staat, nichts außerhalb des Staates.
Die Gegenargumentation leugnet die familiäre Ähnlichkeit nicht, interpretiert sie aber umgekehrt. Der Faschismus, so argumentiert ein Teil der Analyse, war die Antwort der verängstigten Bourgeoisie auf den Vormarsch des Kommunismus. Das Großkapital finanzierte und duldete Diktaturen, wenn seine Interessen gefährdet waren, und verwarf sie, sobald sie nicht mehr fügsam waren. In dieser Lesart ist der Faschismus kein Zweig des Sozialismus, sondern ein Instrument der Reaktion.
Die Zahlen, die nie aufgehen: Stalin und die sowjetische Volkszählung
Das andere große Schlachtfeld sind die Zahlen. Dem Stalinismus werden 60 Millionen Tote zugeschrieben, und hier beginnt der arithmetische Streit. Die sowjetische Volkszählung von 1937 wies 137 Millionen Einwohner aus. Addiert man dazu die 27 Millionen Todesopfer des Zweiten Weltkriegs, bleiben 50 Millionen Überlebende im Jahr 1945. Dennoch zeigt die Volkszählung von 1959 205 Millionen Einwohner. Um diesen Sprung zu erklären, wäre ein natürliches Bevölkerungswachstum nötig, das nahe an der Unmöglichkeit grenzt.
Die vollständige Berechnung, aufgeschlüsselt nach Annexionen und Jahrzehnten, ergibt ein überraschendes Ergebnis, das Posten für Posten diskutiert wird. Befürworter der hohen Zahl argumentieren, dass sich die Grenzen des Landes geändert haben; Skeptiker entgegnen, dass die Zählung zu spät beginne, als Stalin die Partei bereits nach Lenins Tod kontrollierte. Keiner überzeugt den anderen.
Die Links-Rechts-Achse als politisches Label
Parallel dazu driftet die Debatte hin zur alltäglichen Verwendung des Begriffs. Manche behaupten, dass der Begriff „faschistisch“ zu einem Joker geworden sei, mit dem jeder abgewertet wird, der widerspricht, und dass diese unterschiedslose Nutzung den Begriff seines Inhalts beraube. Auch wird mit gewisser Ironie angemerkt, dass verschiedene linke Strömungen einander grausamer bekämpft hätten als ihre erklärten Gegner: Die Säuberungen innerhalb des Kommunismus sind das bevorzugte Beispiel. Der Nationalkatholizismus hingegen wird ohne Diskussion im traditionellen rechten Spektrum verortet.
Die Ironie durchzieht den gesamten Austausch. Alfonso Guerra wird zitiert, der die Salon-Linken kritisiert, Videos werden verlinkt, die den sozialistischen Charakter des Nancy leugnen, und darauf wird mit einer religiösen Analogie geantwortet: Zu sagen, Hitler sei kein Sozialist gewesen, wäre wie zu sagen, nur Protestanten seien wahre Christen. Die Diskussion verhärtet sich, wiederholt sich und kehrt immer zum Ausgangspunkt zurück.
Mit diesem Material bleibt nur eines klar: Labels halten dem Kontakt mit Fakten schlecht stand. Genügt es, in einer sozialistischen Partei Mitglied gewesen zu sein, um zeitlebens zur Linken zu gehören, oder genügt es, sie verraten zu haben, um für immer auszutreten?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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