Vox: Von Öko-Skepsis zu Migrationspolitik

Von der Kritik an 'Schamanen-Ökologie' bis zur Gesundheitskrise in Ceuta: Wie Vox eine Erzählung von Ordnung und Regierungsopposition aufbaut.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Vox: Von der Skepsis gegenüber 'Schamanen-Ökologie' bis zur überlasteten Gesundheitsversorgung in Ceuta

Wie viele Themen passen in eine einzige Botschaft? Bei Vox fast alle. Die Partei unter Santiago Abascal verknüpfte monatelang Kommunikation, die vom mittelständischen Umweltschutz über Stromrechnungen bis zu den katalanischen Wahlen am 14. Februar und dem Zustand des Gesundheitssystems in Ceuta sprang. Der Rahmen wechselt; das Ziel bleibt gleich. Jedes Thema dient dazu, zum selben Territorium zurückzukehren: Ordnung, Sicherheit und scharfe Kritik an der Regierung. Dies ist der Faden, der ein Mosaik aus unterschiedlichen Kampagnen verbindet.

'Realer Konservatismus' gegen 'Schamanen-Ökologie'

Der Ausgangspunkt dreht sich nicht um Steuern oder Grenzen, sondern um Bäume. Die Partei forderte ein "grünes, sauberes und prosperierendes Spanien" und stellte ihr Modell dem sogenannten "falschen Umweltaktivismus von Schamanen" gegenüber. Die Kernthese: Der Schutz der Natur sollte kein Monopol der Linken sein. Es ist eher ein Marketing-Element als ein Programm und passt zur Ambition, Felder zu besetzen, die die klassische Mitte-Rechts-Politik als verloren galt. Das Motto endete mit "RT, wenn du diese Sicht auf die Umwelt teilst": Inhalt für Viralität, nicht für Debatte.

Strompreise +27% und die Erzählung vom Versagen

Im Januar 2021 wurde das Argument elektrisch. Die Partei kritisierte einen Anstieg der Strompreise um 27% während einer Kältewelle und fragte wörtlich, wo die Regierung sei. Der Abgeordnete Iván Espinosa nannte die Schlüsselzahl: "70% der Kosten der Stromrechnung haben nichts mit den Energiekosten zu tun." Hinzu kamen 4 Millionen Arbeitslose und über 700.000 Arbeitnehmer in Kurzarbeit (ERTE). Am selben Tag war von einem "hinterhältigen Anstieg von Strom und Gas" mitten in der "größten Kältewelle des Jahrhunderts" die Rede, und die Exekutive wurde zur "Regierung der Lüge" umbenannt.

Wahltag 14F und der Kampf für Recht und Ordnung in Katalonien

Mit Blick auf die katalanischen Wahlen am 14. Februar 2021 wurde die Botschaft geschärft. Santiago Abascal und Ignacio Garriga präsentierten die Abstimmung als Gelegenheit, "das uns entrissene Recht und die Ordnung wiederherzustellen". Jorge Buxadé fasste es in Cancelar in drei Worten zusammen: "Wir wollen Sicherheit." Dahinter stand der Schutz für Arbeitnehmer, Arbeitslose, Betroffene von Kurzarbeit und Inhaber geschlossener Betriebe ohne Entschädigung. In Tarragona rief Javier Ortega zum Widerstand auf; in Sabadell wurde ein Kandidat umzingelt und machte den Vorfall zum Argument. Die Partei bezeichnete Gegner als "totalitäre Separatisten" und versprach, keinen "Zentimeter" nachzugeben.

Die patriotische Internationale: Von Meloni bis Kast

Mitte Januar 2021 internationalisierte die Partei ihre Erzählung. Unter dem Titel Die Zukunft des Patriotismus versammelte sie Giorgia Meloni (Italien), José Antonio Kast (Chile), Mattias Karlsson (Schweden) sowie Ted R. Bromund und Grover Norquist (USA), moderiert von Buxadé und Garriga. Die Botschaft war klar: Es gibt Verbündete jenseits der Grenzen, und die Achse ist nicht mehr nur national. Ein Netzwerk, das sich im Laufe der Zeit eher als Schaufenster denn als Wahlhebel nützlich erwies.

Fernsehen, politische Industrie und Parteistimmen

Die andere Front sind die Medien. Espinosa griff den öffentlich-rechtlichen Rundfunk an und prägte einen Kampagnensatz: "Die einzige Branche, die in diesem Land jedes Jahr wächst, ist die politische Industrie." Zuvor hatte er behauptet, dieses System "funktioniert unabhängig davon, wer regiert". Parallel damit prahlte die Partei damit, dass ihre Sprecher in Talkshows Gegenwehr leisteten, und warnte, dass Meinungen von "Betrügern, Separatisten und zwanghaften Lügnern" ihren Kurs nicht bestimmen würden.

Migration als ständiger Schwerpunkt

Das Migrationsthema zieht sich durch den gesamten Zeitraum. Im November 2020 beschuldigte die Partei die kanarische Abgeordnete Ana Oramas, die Kanarier "zu verraten", wegen einer Politik, die sie als "offene Türen" bezeichnete, und stellte Geringverdiener, Arbeitslose, junge Auswanderer, Selbstständige und Händler vor anderen Gruppen. Monate später lag der Fokus auf Ceuta: Die Partei verbreitete ein Video, in dem sie dem Migrationsdruck eine Liste von Vorfällen im Gesundheits- und Sicherheitsbereich zuschrieb, die angeblich das Gesundheitssystem der autonomen Stadt überlastet hatten. Es ist eine einseitige Behauptung; der Ursache-Wirkungs-Zusammenhang wird in den Materialien nicht quantifiziert.

Abascal, Alvise und die Rollenverteilung

Hier spaltet sich die Erzählung. Manche sehen Abascals Entscheidung, die Migrationskontrolle vor andere Fahnen zu stellen, als taktischen Erfolg und fast als Zeichen politischer Großzügigkeit, mit dem Argument, man müsse zusammenarbeiten und Egos zurückstellen. Andere kritisieren, dass eine aufstrebende Figur der digitalen Szene, Alvise, diese Linie nicht öffentlich unterstützte und sich darauf beschränkte, Reichweitenanalysen auf seinem Kanal zu veröffentlichen. Die Kritik betrifft nicht das Programm, sondern die Rollenverteilung.

Das provinciale Thermometer, das die Partei zeigte

Neben der Rede legte die Partei ihre eigenen Zahlen zum territorialen Fortschritt offen. Las Palmas, 29 (+20); Segovia, 36 (+29); Jaén, 34 (+21). Dies waren die Indikatoren, die die Partei als Beweis nutzte, dass ihre Botschaft dort stärker ankam, wo die PP sicher regierte. Was diese Zahlen nicht klären, ist genau, was sie messen.

Die Partei, die versprach, über alles zu sprechen, hat entdeckt, dass ihr tatsächlich ein Thema und sieben Arten, es zu erzählen, reichen. Der Rest ist Dekoration. Die Stromrechnung hingegen verhandelt nicht: Sie kommt jeden Monat, egal wer regiert.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (1348 Antworten).

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