Marokko setzt Spanien unter Druck mit US-Rückenwind

Keine öffentlichen Dokumente belegen das Abkommen zwischen Marokko und den USA, doch Fischerei, Phosphate und die Westsahara formen eine Beziehung, die Spanien unter Druck setzt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Marokko setzt Spanien unter Druck mit US-Rückenwind
Marokko setzt Spanien unter Druck mit US-Rückenwind

Der marokkanische Druck auf Ceuta, Melilla und die Kanaren scheint kein Ausbruch der alawitischen Monarchie zu sein, sondern eine Kalkulation mit externer Unterstützung. Und diese Unterstützung hat nach verschiedenen Lesarten des Themas einen Namen: Washington. Hier gibt es keine geschlossene Verschwörung mit versiegelten Papieren, sondern ein Puzzle mit Teilen, die man tatsächlich anfassen kann: Fischgründe, Phosphatminen, Lagerstätten in kanarischen Gewässern und eine Westsahara, die Spanien ohne einen Schuss abzugeben aufgab. Die Grundfrage – was wurde vereinbart und im Austausch wofür – bleibt ohne offizielle Antwort.

Was hat Marokko mit den Vereinigten Staaten vereinbart?

Kein öffentlicher Text legt dieses Abkommen offen, und hier beginnt das Problem. Es wird behauptet, dass die Vereinigten Staaten als Ausgangshafen für afrikanische Rohstoffe fungieren und dass Rabat als stabiler Partner in einer unbequemen Zone agiert. Wer auf die Karte schaut, fügt ein weiteres Argument hinzu: Algerien und die Sahrauis bleiben auf der prorussischen Seite, sodass Marokko zur bequemen Option für die NATO wird.

Diese Ausrichtung entstand nicht mit einem Wechsel im Weißen Haus. Die Politik bewegte sich keinen Millimeter beim Präsidentenwechsel, so jene, die die Akte verfolgen. Die Anerkennung der Westsahara wird der vorherigen Phase zugeschrieben, daher die Ironie, dass die US-Regierung als rot beschuldigt wird, obwohl es die andere war, die die Unterstützung unterzeichnete.

Ceuta, Melilla und die Kanaren: Erpressung, Pegasus und 11-M

Die am häufigsten wiederholte Hypothese ist die der Erpressung: kompromittierende Informationen über den spanischen Regierungschef, die erklären würden, warum Spanien alles schluckt. Der Fall Pegasus und der 11-M (Madrid-Bombenanschläge von 2004) tauchen immer wieder als Teile dieser vermeintlichen Zange auf. Man sollte dies klar sagen: Es sind Verdächtigungen, die ohne vorgelegte Beweise geäußert werden, keine bewiesenen Fakten, und keine Instanz hat diesen Mechanismus bestätigt.

Was die Analyse jedoch beschreibt, ist eine Asymmetrie der Behandlung. Die spanischen Provinzen in Nordafrika und der Kanarische Archipel sind in allen Prognosen des Drucks enthalten, mit oder ohne verbündeten Schutz, während Spanien mit symbolischen Gesten und wenig mehr antwortet. Für einige Beobachter ist das Problem nicht Marokko: Es ist eine Regierung, die lieber die andere Wange hinhält.

Illegale Fischerei im Alboránmeer und das Ressourcengeschäft

Hier sind die Daten konkreter als die Theorien. Marokkanische Schiffe fischen illegal in geschützten spanischen Gewässern und verwenden seit 2002 verbotene Treibnetze, laut Beschwerden von Umweltorganisationen, die in der Sache gesammelt wurden. Das Gebiet ist weit: im Norden Málaga, Granada und Almería; im Süden Ceuta, Melilla, Chafarinas, Vélez de la Gomera, Tétouan, Alhucemas und Nador.

Die Liste der wirtschaftlichen Benachteiligungen ist lang: die größten Fischgründe, die größten Phosphatminen und Öllagerstätten in kanarischen Gewässern. Die zugrunde liegende These ist, dass Arroganz aus der Schwäche anderer gespeist wird, nicht aus eigener Stärke. Jede Zugeständnis wird als Vorgriff auf das nächste gelesen.

Algerien, die marokkanische Armee und das Kriegsszenario

Auf militärischer Ebene prallen die Positionen frontal aufeinander. Eine Strömung behauptet, Rabat fehle es an echter Kampferfahrung und ein kurzfristiger Konflikt sei undenkbar. Eine andere antwortet mit Details über die Einheiten der 2. Fallschirmjägerbrigade, die als Beobachter in fremde Kriege entsandt wurden, um Erfahrung zu sammeln, und mit der Warnung, wer diese Kräfte ausgebildet hat; dies ist ein Extrem, das ohne weiteren Beweis als das Zeugnis des Erzählenden selbst behauptet wird.

Das Gegengewicht ist Algerien. Wer den Schlagabtausch mit Rabat plant, räumt ein, dass die algerische Armee Spanien heute sogar beim Personalausweis schlagen würde, was jedes Abenteuer zu einem schlechten Geschäft macht. Die logische Schlussfolgerung dieses Teils der Analyse ist unangenehm: Es wäre klug, wenn sie sich gegenseitig bekämpfen würden, ohne Spanien dazwischenzuziehen.

Der Widerspruch, der die halbe Erzählung entkräftet

Wenn Spanien von prorussischen Kommunisten regiert wird, wie ein Teil der Diagnose behauptet, und gleichzeitig die Vereinigten Staaten Spanien genau deshalb verachten, dann beißt sich das Argument in den Schwanz: Washington würde von demselben ideologischen Profil regiert, das es angeblich verachtet. Die logische Falle ist offensichtlich und lässt die Erzählung der ideologischen Bestrafung in der Luft hängen.

Gegen diese Linie konzentrieren andere Lesarten den Fokus auf ein einverstandenes Vasallentum über Jahrzehnte hinweg, unabhängig davon, wer La Moncloa (den Sitz der spanischen Regierung) besetzt. Die Unterordnung käme von der Struktur, nicht von der Farbe der Regierung. Und im historischen Kapitel stapeln sich nie bewiesene Episoden: der Untergang des Atomprojekts, die Ermordung von Carrero Blanco oder der Entzug der Finanzierung für das Atompogram. Keines stützt eine feste Anklage, aber alle kursieren.

Vorhersage mit Vorbehalten: Wenn niemand die Kartenverteilung ändert, wird der Druck auf Ceuta, Melilla und die kanarischen Gewässer weiter steigen durch vollendete Tatsachen, ohne Kriegserklärung und ohne Schlagzeilen. Wenn etwas bricht, liegt es nicht daran, dass das Skript geändert wurde, sondern daran, dass jemand aufgehört hat hinzuschauen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (115 Antworten).

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