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Luftreinigung zu Hause: 180 Euro gegen Hausstauballergie
Zwei HEPA-Luftreiniger, ein Luftbefeuchter, ein Ionisator und ein Ozonisator für 180 Euro sollen laut einem Bericht 95 % der Allergiesymptome lindern.
Madrid bei 20 % Luftfeuchtigkeit: 180 Euro gegen den Staub
180 Euro. Das ist der Preis, der damit verbunden wird, eine Wohnung in Madrid in eine Kammer mit gefilterter Luft zu verwandeln. Zwei Luftreiniger mit HEPA-Filtern, ein Luftbefeuchter, ein Ionisator und ein Ozonisator. Das Ziel: Die relative Luftfeuchtigkeit in der spanischen Hauptstadt von 20 % auf 60 % in den Innenräumen zu erhöhen und laut dem Erfahrungsbericht der Person, die das System aufgebaut hat, 95 % der Allergiesymptome ohne Medikamente zu eliminieren. Die Kehrseite der Medaille: Das funktioniert nur innerhalb der eigenen vier Wände. Sobald man auf die Straße geht, bleibt das Problem bestehen.
Zusammensetzung und Kosten des Systems
Die Aufstellung ist konkret: 60 Euro für HEPA-Filter, 40 für den Ozonisator, 20 für den Ionisator und 60 für den Luftbefeuchter. Insgesamt 180 Euro. Die Filter sind für zwei Convair-Geräte angepasst und fangen laut Beschreibung alles über 0,02 m auf. Die Luftfeuchtigkeit ist das zentrale Element: Wenn die Luft feuchter ist, wird der Staub schwerer und sinkt zu Boden – dasselbe Prinzip, das in Laboren genutzt wird, um partikelreine Luft zu erhalten. Deshalb muss der Staubsauger alle paar Tage zum Einsatz kommen.
Dem Bericht zufolge lag die relative Luftfeuchtigkeit in Madrid bei 20 %, weit entfernt von den angestrebten 60 %. Der gewählte Luftbefeuchter, ein Medisana 60065, wird als leistungsstark und leise beschrieben. Der Ionisator erfüllt eine weitere Funktion: Er verändert die Ladung der Partikel, sodass sie verklumpen, schwerer werden und entweder auf dem Boden landen oder von den Filtern eingefangen werden. Der Ozonisator soll theoretisch Stickoxide zersetzen.
Ozon: Dosierung, Toxizität und Zweifel
Hier beginnen die Nuancen. Der Nutzer behauptet, dass Ozon ab 200 Teilen toxisch sei, ohne die genaue Maßeinheit zu nennen, und dass sein Gerät 200 Teile pro Stunde produziert; daraus schließt er, dass man sich zwei Stunden lang in zwei Kubikmetern einschließen müsste, um Auswirkungen zu spüren. Es gibt Warnungen, dass übermäßige Hygiene jene Mikroorganismen zerstört, die eine immunologische Funktion erfüllen, und selbst der Ersteller des Systems gibt zu, das Ozon entweder ganz zu entfernen oder nur noch für Küche und Bad zu nutzen.
Auch die Chemie macht die Sache nicht einfacher. Ein Teilnehmer bietet eine technische Analyse an: Die Oxidation von Stickoxiden mit Ozon ist nicht so einfach, da die Moleküle im Vergleich zu Sauerstoff und Stickstoff in der Umgebung in sehr geringen Konzentrationen vorliegen und ein Trägermaterial mit Affinität sowie ein Katalysator benötigt werden, um die Reaktion zu beschleunigen. Als häusliche Alternative wird die Fotokatalyse genannt – Farben, die laut Herstellern NOx in harmlose Substanzen umwandeln.
Die Ernährungshypothese: Milch, Histamin und 35 Jahre Allergie
Parallel zur technischen Ausrüstung verlagert sich das Thema auf die Ernährung. Ein Erfahrungsbericht besagt, dass die größte Besserung der Allergie durch den Verzicht auf Milch eintrat, da Casein laut seiner Erfahrung die Schleimhäute reizt und die Reaktion auf die Umgebung verstärkt. Er wechselte von täglichen Antihistaminika und einem Ventolin-Inhalator in der Tasche zu lediglich einer halben Tablette gelegentlich. Ein anderer Teilnehmer behauptet, dass eine 35-jährige Hausstauballergie im Kern auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit zurückzuführen war.
Ein Teilnehmer listet Alkohol, Wurstwaren, Zucker, eingelegtes Gemüse, gereiften Käse, Gluten und verarbeitete Lebensmittel als Histamin-Auslöser auf. Der Ersteller des Systems testete es selbst: 24 Tage ohne Milch brachten keine spürbare Besserung. Er hielt bis zum 26. Tag durch, als er bereits keine Lust mehr auf Milchprodukte hatte, und kam schließlich zu dem Schluss, dass er nicht gegen Milch allergisch war. Die Allergie war weiterhin genauso kontrolliert wie zuvor, und die Verschlechterung trat erst beim Verlassen der Wohnung in die schmutzige Außenluft ein.
Heimselbstbau und die tatsächlichen Unterhaltskosten
Der andere Aspekt ist wirtschaftlicher Natur. Ein Teilnehmer nennt 130 Euro als den günstigsten kommerziellen Luftreiniger, den er gesehen hat; ein Eigenbau mit einem Ventilator und einem HEPA-Filter ist günstiger. Die geteilten Regeln lauten: Der HEPA-Filter kommt vor den Ventilator, der Aktivkohlefilter nach den HEPA-Filter und ein Vorfilter, der Haare und große Partikel zurückhält. Auf dem Gebrauchtmarkt findet man zwei Daikin-Geräte für insgesamt 80 Euro, inklusive HEPA-Filtern.
Das Problem sind die Ersatzteile. Die Hersteller sprechen von einer Lebensdauer von einem bis drei Jahren bei einer täglichen Nutzung von vier bis sechs Stunden. Für einen Allergiker erscheint diese Frist lächerlich: Wohnungen sind nicht hermetisch abgedichtet, und Schadstoffe dringen kontinuierlich ein. Ein Potentiometer an der Steckdose ermöglicht es, den Verbrauch auf unter 10 W zu senken und die Laufzeit bei weniger Geräuschentwicklung zu verlängern, allerdings auf Kosten einer geringeren Filterleistung pro Zeiteinheit.
Die Hintergrundbelastung lässt sich zu Hause nicht filtern
Das System folgt einem Zeitplan. Innerhalb des M-30-Gürtels (einer Autobahnring in Madrid) wird um 8 Uhr morgens gelüftet; außerhalb um 14:30 Uhr. Den Rest des Tages, also 16 Stunden, laufen die Luftreiniger. Im Dezember 2015, mit Warnungen vor aufgewirbeltem afrikanischem Staub und möglichen Verkehrsbeschränkungen in Madrid, wurde das Protokoll aktiviert. Laut der These des Nutzers stammt die schwere Verschmutzung der Hauptstadt nicht mehr aus Kohlekesseln, sondern aus Bussen, Taxis und in geringerem Maße aus Privatwagen. Sein Vorschlag sieht vor, die Dieselbus-Flotte durch Erdgasbusse zu ersetzen.
Angesichts dieser Umstände ist es absehbar, dass die Reinigung der häuslichen Luft weiterhin als individuelle Lösung verkauft wird, solange das zugrunde liegende Problem nicht angegangen wird. Ob das ausreicht, um ohne Husten schlafen zu können, bleibt abzuwarten.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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