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Madrid verlassen: Wo Beamte günstiger und besser leben
Madrid bietet Jobs, aber hohe Lebenshaltungskosten. Außerhalb sind Immobilien bis zu 40 % günstiger, Wohnungen ab 100.000 € verfügbar.
Wo lebt man besser nach dem Umzug aus Madrid? Die Rechnung entscheidet das Gehalt
Die Suche nach einer Stadt außerhalb von Madrid mit Strand, Universität und Preisen, die das Gehalt nicht auffressen, wirkt wie eine einfache Gleichung. Das ändert sich, sobald zwei Kinder auf dem Weg zur Universität sind und ein konkretes Ziel vor Augen haben: Medizin. Dann wird der Radius enger, denn die Zulassungsgrenze (nota de corte) zählt mehr als das Klima. Wer den Umzug unter diesem Aspekt plant, stößt auf das bekannte Dilemma: Madrid bietet Arbeit und verlangt dafür einen hohen Preis; der Rest Spaniens bietet niedrige Preise, kostet aber an Chancen. Und mittendrin steht eine Variable, die in keinem Reiseführer steht: die Luftqualität.
Einkauf: Bis zu 40 % Unterschied innerhalb derselben Stadt
Bevor man die Provinz wechselt, sollte man prüfen, was es kostet, den Kühlschrank ohne die Innenstadt zu verlassen zu füllen. Der Preisunterschied innerhalb von Madrid beträgt je nach Markt bis zu 40 %]. Im Vergleich zum Mercado de Pacífico, dem teuersten Markt im Test, ist der Mercado de Los Mostenses im Schnitt 35-40 % billiger, der Mercado de Ventas zwischen 20 % und 30 %. Das Fazit lautet nicht, dass Madrid teuer ist, sondern dass innerhalb Madrids zwei Wirtschaftssysteme nebeneinander existieren, die kaum miteinander kommunizieren.
Wohnraum: Oviedo ab 100.000 Euro und der Rest der Landkarte
Der zweite Filter ist der Immobilienmarkt. Eine Dreizimmerwohnung mit etwa 70 Quadratmetern in Oviedo kostet mindestens 100.000 Euro. Valencia und Murcia gelten aufgrund des Klimas und der Preise als natürliche Kandidaten, allerdings mit Nuancen: In Elche, einer Stadt mit 200.000 Einwohnern, sei das Angebot an Wohnungen und Landhäusern „noch etwas überhitzt“, so Bewohner dort. Die Liste der Empfehlungen verteilt sich über halb Spanien: La Alberca (Murcia), sechs Kilometer von der Hauptstadt entfernt und dörflich geprägt; San Vicente del Raspeig, direkt an Alicante angrenzend mit öffentlicher Universität; Teneriffa; oder die Achse Palencia, Burgos, Logroño und Pamplona. Auch Soria wurde genannt, selbstverständlich.
Luft: Sechs Jahre als europäische Hauptstadt der Verschmutzung
Das Argument, das die meisten Diskussionen auslöst, ist kein wirtschaftliches. Madrid trägt seit sechs Jahren in Folge den Titel der europäischen Hauptstadt der verschmutzten Luft, und manche behaupten, die Stadt liege bei den Maßnahmen gegen Umweltverschmutzung 10 bis 15 Jahre hinter dem Rest Europas zurück, gehemmt durch die Unbeliebtheit von Verkehrsbeschränkungen. Warnungen beziehen sich auf Fahrverbote bei Smog-Episoden und mögliche EU-Strafen. Dem gegenüber steht die klassische Verteidigung: Städtische Echtzeit-Karten zeigen kaum Probleme außer an Tagen mit hohem Ozonwert, und Ozon steigt auch auf dem Land. Beides kann gleichzeitig wahr sein. Aber nichts davon nimmt dir den Ruß aus der Lunge.
Der Trugschluss der Mittelstadt: Günstiger, aber mehr Auto nötig
Doch der Auszug hat seinen Haken. Die häufigste Kritik an der Erzählung vom „Flucht“ besteht darin, dass viele gute Jobs außerhalb von Madrid und Barcelona nur über Vitamin B (Netzwerke) zu finden sind und dass das berühmte charmante Dorf oft zwei Autos erfordert, um täglich zur Arbeit zu fahren. Die Ersparnis bei der Hypothek wird durch Benzin und Zeit aufgefressen. Hinzu kommt ein unbequemer Fakt für Vorort-Siedlungen: Die Quote der Einbrüche pro Einwohner in diesen Gebieten wäre höher als in den Zentren großer Städte. Billig weit weg vom Zentrum kaufen bedeutet meist, billig wegen eines Mangels zu kaufen.
Medizin und Uni: Die Zulassungsgrenze entscheidet
Hier fällt die Entscheidung. Wenn zwei Kinder Medizin studieren wollen, wählt man die Stadt nach der Abiturnote (nota de selectividad), nicht nach dem Meerblick. Und die Plätze werden nicht gleichmäßig verteilt: Santiago de Compostela bietet 360 Plätze, deutlich mehr als Alicante, Oviedo oder Salamanca, obwohl seine Zulassungsgrenze zu den höchsten in Galicien gehört. In der Comunidad Valenciana erfolgt der Unterricht in Kastilisch, außer bei Sprachfächern, so berichten Studierende; die Angst vor dem Valencianischen in der Sekundarstufe ist unbegründeter als oft kolportiert.
Mit diesen Fakten bleibt die Frage unbeantwortet. Madrid zahlt gut und erstickt langsam. Mittelstädte schonen die Geldbörse, kosten aber Chancen. Während man abwägt, erlaubt das Gehalt eines Beamten (funcionario) den Umzug. Das der anderen nicht. Fast möchte man gar nicht umziehen. Fast.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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