La Cabra eröffnet in Madrid mit Kaffee für 20 Euro pro 250 Gramm
La Cabra, ein dänisches Unternehmen, das 2011 in Aarhus gegründet wurde, ist in Madrid angekommen – mit einem Laden in der Calle de las Infantas 25 im Stadtteil Justicia. Es verkauft Specialty Coffee, Sauerteigbrot und Kardamombrötchen in den Räumen einer ehemaligen Silberschmiede aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Und bietet einen äthiopischen Geisha von Gesha Village, das Mikrolot Oma, für 20 Euro pro 250 Gramm an. Die Zahl genügte, um die Debatte zu entfachen: Manche lesen das Etikett als Preis für eine Tasse; andere als Preis für eine Packung, aus der – einer kursierenden Rechnung zufolge – rund 30 Kaffees kommen.
Die Verwirrung ist nicht gering. Der ursprüngliche Artikel vermischt zwei Dinge: den Preis der Packung und den der Zubereitung an der Theke. Im Laden kosten die handaufgegossenen Filterkaffees mit Hario Switch zwischen 8 und 20 Euro pro Zubereitung, wie der Text selbst angibt. Der Espresso, mit zwei Profilen – Terra, Schokolade und Haselnuss, und ein rotierender wie der kenianische Kiangoi für 13 Euro –, bewegt sich in bodenständigeren Rahmen. Die Rechnung ändert sich stark, je nachdem, ob man aufs Gramm oder auf die Tasse schaut.
Was ein Kaffee bei La Cabra wirklich kostet
Die am häufigsten wiederholte Rechnung ist einfach: Aus 250 Gramm werden ungefähr 30 Kaffees, was den Service auf etwa 0,66 Euro pro Tasse bringt, wenn man ihn sich zu Hause zubereitet. Das Problem: Diese Rechnung deckt das Thekenerlebnis nicht ab. Saisonale Mikrolots, Auktionskaffees und empfindliche Sorten – der Geisha ist die berühmteste, seit die Esmeralda-Farm in Panama 2004 Wettbewerbe gewann – werden zu Preisen ausgeschenkt, die das Geschäft selbst mit bis zu 20 Euro pro Zubereitung beziffert.
Da liegt der Knackpunkt. Der eigentliche Vorwurf ist nicht nur der Preis, sondern das Gefühl, dass Specialty Coffee eine tägliche Routine zum Schaustück gemacht hat. Ein Teil des Publikums sieht darin einen Betrug, verpackt als Gastronomiekultur; der andere die einzige Möglichkeit, etwas zu trinken, das nicht nach verbranntem Torrefacto schmeckt.
Torrefacto, das Erbe, das den spanischen Kaffee belastet
Die Debatte driftet bald zum Kaffee von immer ab. Torrefacto – mit Zucker geröstete Bohnen, bis zu 15 % des Gewichts – verbreitete sich in Spanien zwischen Bürgerkrieg und Nachkriegszeit: Der Zucker schützte die Bohnen vor Feuchtigkeit, erhöhte das Gewicht und überdeckte den Geschmack schlechter Kaffees. Das Ergebnis ist diese verbrannte Bitterkeit, die viele mit dem Café-Barkaffee verbinden und die erklärt, warum ein Teil des Publikums jede Alternative erleichtert begrüßt – auch wenn sie acht Euro kostet.
Der Einwand wiederholt sich: In Spanien gibt es keine Mitte zwischen der Stammkneipe mit Torrefacto-Kaffee für 1,20 Euro und dem Specialty-Coffee-Shop, in dem ein Filterkaffee zum Preis eines Cocktails bezahlt wird. In Italien, so das Argument, sei der Espresso gut und günstig zugleich. Dieser Vergleich taucht immer wieder auf, und niemand beendet ihn.
Ein Geschäftsmodell, das vom Foto und vom Viertel lebt
Die häufigste Kritik zielt auf die Schaufensterwirkung. Manche behaupten, diese Läden existierten vor allem für das Social-Media-Foto, und ohne Instagram würden viele keine zwei Monate durchhalten. Die Antwort der anderen Seite ist demografisch: Manche sagen, Madrid habe sich mit kaufkräftigen Ausländern gefüllt – Deutsche, Franzosen, Schweden, Briten, Amerikaner –, die 20 Euro für einen Kaffee ohne mit der Wimper zu zahlen bereit sind, und das Viertel Justicia sei ihr natürlicher Lebensraum.
Der Laden, mit Theke, langer Tabelle und einsehbarer Bäckerei, fügt sich in diese Logik. Es gibt Buchweizen-Choux mit Feigenkompott, Safran-Törtchen und einen Morning Plate mit Brot, gereiftem Käse und Butter der Madrider Käserei Formaje. Der herzhafte Teil wird mit Sandwiches wachsen. Alles sehr sorgfältig, alles sehr teuer, alles sehr fotografiert.
Wer in Madrid 20 Euro für einen Kaffee zahlt
Die Diskussion über den echten Kunden kreuzt sich mit der über das Geld. Gegen die Vorstellung, diese Läden lebten von Neureichen, steht das Gegenteil: Wer am meisten auflegt, um Eindruck zu machen, hat oft am wenigsten, während etablierte Besserverdiener am wenigsten zeigen müssen. Und eine dritte, unbequemere Lesart: 20 Euro sind nicht mehr das, was sie waren, und den, der sie für einen Kaffee ausgibt, reich zu nennen, sagt mehr über den Sprechenden aus als über den Zahlenden.
Im Hintergrund steht eine Stadt im Wandel. Eingesessene Läden koexistieren mit Angeboten aus Kopenhagen, und jede Eröffnung wird als Thermometer des Viertels gelesen. La Cabra fordert seit fünfzehn Jahren eine andere Art, Kaffee zu verstehen – und prüft nun, ob Madrid bereit ist, dafür zu zahlen.
Bleibt die Frage, die niemand ganz beantwortet: Wie viele dieser 20 Euro sind Kaffee, und wie viele sind das Recht, erzählen zu können, dass man ihn getrunken hat.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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