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Sagrada Familia: zwischen Vorahnung und Pollern
Der Anschlagzelle von Alcanar soll 2017 die Sagrada Familia in die Luft sprengen wollen, heißt es in einem unbestätigten Bericht. Seitdem umgeben Hunderte Poller die Basilika.
Die Sagrada Familia und die Angst vor einem Anschlag, den niemand benennen kann
Eine Warnung ohne Datum und ohne Urheber. Das steckt hinter der Vorstellung, die Sagrada Familia könnte brennen: eine Vorahnung, die von jemandem, der sie gehabt haben will und sie nicht erklären kann. Von da an füllt sich das Gespräch mit überprüfbaren Eigennamen: dem Anschlag auf der Las Ramblas 2017, der Zelle von Alcanar, die mit Gasflaschen hantierte und bei der Explosion starb, und den Hunderten Pollern, die seitdem die Basilika umgeben und den vorderen Bereich für den Verkehr gesperrt haben. Die Angst hat also ein reales Fundament. Die Gewissheit, keine.
Was 2017 geschah und warum der Tempel weiter abgeriegelt bleibt
Über der gesamten Diskussion schwebt der August 2017. Nach der Darstellung, die kursiert, war die Zelle, die den Anschlag in Barcelona verübte, kurz davor, die Sagrada Familia in die Luft zu sprengen; nur die versehentliche Explosion in Alcanar beim Hantieren mit Gasflaschen verhinderte es. Daraus wäre eine Tragödie mit „Hunderten Toten“ geworden, wie es bei denen heißt, die sich an das Ereignis erinnern. Die Antwort danach war physisch: ein Kranz aus Pollern und ein Fahrverbot vor dem Tempel. Es ist die Art von Maßnahme, die niemand anzweifelt und die zugleich auch niemand überprüft.
Das Gerücht eines Treffens und die Baseballschläger
Das Gespräch driftet zu etwas Unmittelbarerem: dem angeblichen Aufruf einer rechtsensrecht Gruppe, Menschen in Halloween-Masken zu verprügeln. Es gibt keine Bestätigung, dass dieses Treffen stattgefunden hat oder wer daran beteiligt war; es wird als Gerücht erwähnt, das die Runde macht. Was allerdings auftaucht, ist die Versuchung, Gewalt mit mehr Gewalt zu beantworten, mit einer expliziten Rechnung: Hundert Vermummte in einer einzigen Nacht ausschalten, damit niemand wieder etwas aufruft. Das ist eine Fantasie von harter Hand, kein Plan. Man sollte sie auch so lesen.
Der Kern der Sache: wer zahlt und wer wieder aufbaut
Zwischen Vorahnung und Gerücht stellt das Wirtschafts-Unterforum die erwartete Frage: nach den Kosten. Brennte der Tempel nieder, würde der Wiederaufbau, so die hämische Andeutung, aus europäischen Geldern finanziert. Der Witz hat Substanz: Derselbe Mechanismus, der bei jeder anderen Katastrophe kritisiert wird, würde hier ohne Zögern angewendet. Und im Hintergrund der Verdacht, dass der Tempel neben besetzten Wohnungen steht, wo eigentlich der monumentale Eingang sein sollte – ein städtebauliches Detail, das niemand so recht einordnen kann.
Religion als Argument und der Kalender als Alibi
Der Thread verweilt auch beim Datum. Manche schlagen vor, den Jahrestag auf Epiphanias zu verlegen, weil das „mystischer“ wirke, andere antworten mit dem Dreifach-Kombi: heilig, christlich und familiär. Die Ironie dient als Ventil. Kein einziger Fakt zur konkreten Bedrohung wird genannt; diskutiert werden der Kalender, die Symbolik und die Zahl der Poller. Das ist die spanische Art, über Angst zu sprechen: sie zum Gesprächsthema machen.
Wie viele Poller braucht es, um ruhig zu schlafen? Die Frage bleibt unbeantwortet, weil niemand das tatsächliche Risiko gemessen hat. Nur die Vorahnung liegt vor – das Gegenteil eines Faktums.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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