Ist das normal? Die Hälfte der Spanier hat weniger als 5.000 Euro gespart

Laut dem Barometer von Mintos geben 33,6 % der spanischen Haushalte mehr aus, als sie einnehmen, und jeder Zehnte hat überhaupt kein Geld zurückgelegt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Fast die Hälfte der spanischen Bevölkerung verfügt über weniger als 5.000 Euro Ersparnisse, und jeder Zehnte hat gar nichts zurückgelegt, wie eine Umfrage von Mintos unter mehr als 1.200 Personen zeigt. 33,6 % der Haushalte weisen eine negative Sparquote auf: Sie geben mehr aus, als sie einnehmen.

Es gibt eine Zahl, die immer wieder in Gesprächen am Esstisch auftaucht und die, einmal auf den Tisch gelegt, so manchen verlegen macht. Fast die Hälfte der Spanier hat weniger als 5.000 Euro gespart. Wir sprechen nicht von Investments oder privaten Altersvorsorgeplänen: Wir sprechen über Geld, das für einen Notfall zur Verfügung steht, jenes Polster, das angeblich die Gelassenheit von der Angst trennt. Und einer von zehn Bürgern hat schlicht nichts. Null. Die Umfrage stammt von **Mintos**, wurde unter mehr als **1.200 Personen** in Spanien durchgeführt und ihre Ergebnisse wurden zum Weltspartag veröffentlicht, der am **31. Oktober** begangen wird.

Das Bild ist natürlich nicht einheitlich. Manche sparen mit Disziplin, andere kommen kaum über die Runden. Aber die grobe Zahl ist hartnäckig: Die durchschnittliche Sparreserve der Spanier ist fragil, sehr fragil. So fragil, dass jeder unerwartete Schlag — eine Autopanne, eine Arztrechnung, ein Monat ohne Arbeit — zu einem ernsten Problem werden kann. Und das hat in einer Wirtschaft, in der der Konsum einen Großteil des Wachstums trägt, Folgen, die über das Girokonto jedes einzelnen Haushalts hinausgehen.

## Jeder dritte Haushalt gibt mehr aus, als er einnimmt

Die Studie von **BBVA Research** mit dem Titel „Wer spart in Spanien? Heterogenität der Sparfähigkeit der Haushalte“, erstellt von den Ökonominnen **Noelia Cámara** und **Sirenia Vázquez**, setzt diese Fragilität in Zahlen. Nach ihren Schätzungen weisen **33,6 %** der spanischen Haushalte eine negative Sparquote auf: Ihr Jahresverbrauch übersteigt das verfügbare Einkommen. Das heißt, jeder dritte Haushalt lebt über seine Verhältnisse — nicht unbedingt aus Übermut, sondern weil das Einkommen nicht reicht.

Der Zusammenhang mit dem Einkommensniveau ist unmittelbar. Unter den Haushalten im **untersten Einkommenszehntel** geben **75,8 %** mehr aus, als sie einnehmen. Am anderen Ende, unter den 10 % der Haushalte mit den höchsten Einkommen, sinkt dieser Anteil auf **9,2 %**. Das mittlere Jahreseinkommen der Haushalte mit negativer Sparquote liegt bei **25.759 Euro**, gegenüber **42.896 Euro** bei denen, die tatsächlich sparen können. Der Unterschied ist nicht gering: Fast 17.000 Euro pro Jahr trennen die beiden Gruppen.

Diese Kluft erklärt, warum eine hohe nationale Sparquote Situationen der Verwundbarkeit verbergen kann. Familien mit weniger Mitteln verwenden einen größeren Teil ihres Einkommens für Grundausgaben — Wohnung, Essen, Nebenkosten — und es bleibt wenig oder nichts übrig, um etwas zurückzulegen. Die Makrozahl, die in den Zeitungen steht, verwässert diese Realitäten. Laut dem **INE** (spanisches Statistikamt) lag die Sparquote im zweiten Quartal des Jahres bei **11 %** des verfügbaren Bruttoeinkommens, bereinigt um Saisonalitäts- und Kalendereffekte. Ein Prozentsatz, der bei genauerem Hinsehen leere Geldbörsen verbirgt.

## Wie viel die Spanier Monat für Monat sparen

Die Daten von **Mapfre**, zusammengetragen im Bericht „Wie sparen die Spanier? Trends und Meinungen zu Sparen und Investieren“, liefern eine weitere Perspektive. Sieben von zehn Spaniern schaffen es zu sparen, wenn auch in geringem Umfang. Im Durchschnitt legen sie rund **265 Euro pro Monat** zurück. Mit Geschlechterunterschied: Männer sparen **306 Euro** monatlich, Frauen dagegen **236 Euro**. Eine Gruppe, etwa **20 %** der Gesamtzahl, treibt den Durchschnitt mit mehr als **400 Euro** pro Monat nach oben.

Durchschnittswerte, das ist bekannt, haben ihre Tücken. Laut einer Umfrage von **Funcas** aus dem Jahr **2025** sparen Haushalte mit monatlichen Einkommen zwischen **4.000 und 5.000 Euro** rund **750 Euro pro Monat**, während jene mit Einkommen zwischen **600 und 1.000 Euro** gerade einmal **190 Euro** zurücklegen. Der Unterschied beträgt mehr als **560 Euro** monatlich, über **6.700 Euro** pro Jahr. Das ist der Kern: Für die einen ist Sparen ein Polster, für die anderen ein unerreichbarer Luxus.

Die Mapfre-Studie nennt auch die Gründe, warum viele nicht sparen können: unzureichende Einkommen, Schwierigkeiten über die Runden zu kommen und die gestiegenen Lebenshaltungskosten. Tatsächlich geben **59 %** derjenigen, die derzeit nicht sparen, an, es früher getan zu haben. Das heißt, es handelt sich nicht nur um ein strukturelles Problem niedriger Einkommen, sondern auch um eine Sparfähigkeit, die mit der Zeit immer weiter abgenommen hat.

## Auch die Haushaltsstruktur spielt eine Rolle

Die BBVA-Research-Studie ergänzt einen oft übersehenen Faktor: die Familienstruktur. Jedes zusätzliche Mitglied ist — im Durchschnitt und bei konstanten anderen Merkmalen — mit einer um **9,75 Prozentpunkte niedrigeren** Sparquote verbunden. Der Zusammenhang ist bei Familien mit geringerer wirtschaftlicher Kapazität noch ausgeprägter. Kinder zu haben, einen Angehörigen zu pflegen oder mit mehr Menschen unter einem Dach zu leben verteuert den Alltag und verringert den Spielraum zum Sparen.

Dieses Detail hilft zu verstehen, dass Sparen nicht nur vom eigenen Willen abhängt. Manche behaupten, es genüge, Ausgaben zu kürzen und auf Luxus zu verzichten, aber die Zahlen zeigen, dass in vielen Haushalten die Grundausgaben bereits fast alles auffressen. Die Mintos-Umfrage, die Studie von BBVA Research und die von Mapfre zeichnen dasselbe Bild: Ein erheblicher Teil der Bevölkerung lebt am Rand seines Einkommens, ohne Sicherheitsnetz. Und das ist in wirtschaftlicher Hinsicht eine Verwundbarkeit, die sich früher oder später rächt.

Wir sprechen über Geld, also ist Vorsicht geboten: Die Daten stammen aus Umfragen und Studien mit unterschiedlichen Methoden, und keine einzelne Zahl sollte als absolute Wahrheit über die Lage eines konkreten Haushalts verstanden werden. Aber das Gesamtbild ist schwer zu bestreiten.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (14 Antworten).

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