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Madrid: 18 Zimmer zu 550 Euro in einer 300-m²-Wohnung
Eine 300 m² große Wohnung in Madrid bietet 18 Zimmer für je 550 Euro: 9.900 Euro monatlich bei voller Auslastung belasten den Mietmarkt.
18 Zimmer zu 550 Euro: 9.900 Euro pro Monat für eine 300 m²-Wohnung in Madrid
Wohngemeinschaften machen Wohnraum nicht günstiger, sondern verteuern ihn. Ein Inserat auf einem Immobilienportal bietet Zimmer für 550 Euro monatlich in einer Wohnung im Madrider Stadtteil Francos Rodríguez an. Das Objekt im dritten Stock ohne Aufzug umfasst 300 Quadratmeter mit 18 Zimmern, sechs Bädern, einer Küche-Esszimmer und einer Terrasse, verfügbar ab Januar 2024. Bei vollständiger Belegung summiert sich die Miete auf 9.900 Euro monatlich.
Das Inserat: 300 Meter, 18 Zimmer und sechs Bäder
Der Anbieter vermarktet die Wohnung als Coliving, das Label für Zimmervermietung mit gemeinsamen Diensten. Der Text betont die Gemeinschaft: über 44 Nationalitäten seit 2020, laut eigener Zählung. Im Kleingedruckten stehen übliche Regeln wie ein Rauchverbot. Mehrere der 18 Zimmer sind geteilt, sodass die tatsächliche Zahl der Bewohner höher ist als vom Inserat suggeriert.
Der Preis steht im Mittelpunkt der Diskussion. Es ergibt sich etwas mehr als 18 Euro pro Nacht zum Schlafen nahe dem Park Dehesa de la Villa, neben dem Universitätscampus und zwei U-Bahn-Stationen vom Bahnhof Chamartín entfernt. Manche verteidigen es als Marktpreis für Studenten, andere lesen darin den Beweis, dass Angebot und Nachfrage nichts mehr mit den Baukosten zu tun haben.
Was kostet das Zusammenleben in Madrid?
550 Euro monatlich für ein Zimmer in einer 18-Zimmer-Wohnung. Andere Referenzen im Material geben Aufschluss über die Größenordnung: 800 Euro für ein Zimmer in einem Einfamilienhaus und 1.200 Euro für einen sogenannten Design-Miniloft von 25 Quadratmetern.
Die Logik ist einfach. Wenn das Angebot knapp ist, treibt der Markt nicht nur die Preise: Er zerlegt das Produkt, um jeden Meter auszureizen. Ein Wohnzimmer wird zum Schlafzimmer, ein Schlafzimmer wird zu zweien, und der Mieter zahlt für das, was früher selbstverständlich war.
Die Rechnung des Eigentümers: 9.900 Euro monatlich bei voller Auslastung
Multiplizieren ist leicht. Achtzehn Zimmer zu 550 Euro ergeben 9.900 Euro Bruttomonatseinnahmen, fast 119.000 Euro jährlich. Eine andere kursierende Rechnung reduziert das Volumen auf zehn Zimmer zu 500 Euro, bringt aber immer noch 5.000 Euro monatlich und 60.000 Euro jährlich, ohne mehr Aufwand als das Inkasso. Daraus entsteht die unbequeme Frage: Wie viel davon ist Kapitalrendite und wie viel einfach verwaltete Knappheit?
Und das Wort, das den Unmut zusammenfasst, taucht auf. Viele sprechen direkt von Rentierschaft, um eine Tätigkeit zu beschreiben, die Wohnungsnot ausnutzt, ohne neuen Wohnraum zu schaffen. Man muss entscheiden, ob dies eine Beschreibung oder eine Diagnose ist.
Warum wird kein erschwinglicher Wohnraum gebaut, wenn die Mieten explodieren?
Weil die Rechnung nicht aufgeht, lautet die häufigste Antwort. Für heutige Mieter zu bauen und zu verkaufen, bringt nicht die Renditen, die Investoren fordern. Daher verschiebt sich die Produktion hin zu teuren Objekten oder zur Zimmervermietung, die pro Quadratmeter profitabler ist. Geförderter Wohnbau bleibt unterdessen auf historischem Tiefstand, während öffentlicher Mietwohnungsbau praktisch vom Markt verschwunden ist.
Der Vergleich mit dem Bauboom Mitte des 20. Jahrhunderts folgt sogleich: Damals schuf die öffentliche Politik Millionen Wohnungen. Warum wiederholt man das nicht? Die Erklärung lautet, dass billiger Wohnraum viele Eigentümer geerbter Wohnungen stört, die Wertverlust befürchten.
Achtzehn Fremde, vierundvierzig Nationalitäten und Preise, die nicht fallen
Das Zusammenleben ist die andere große Herausforderung. Einige argumentieren, dass 18 Menschen unterschiedlicher Herkunft auf 300 Metern eine tickende Zeitbombe sind: kreuzende Zeiten, Lärm, geteilte Küche in Schichten, ständiger Wechsel der Mitbewohner.
Beim Kleingedruckten sind sich fast alle einig. Die Zimmervermietung in Wohnungen mit Wohnnutzungsgenehmigung ist rechtlich umstritten, ohne dass das Inserat oder die Diskussion Verwaltungsentscheidungen dazu liefern. Die Unsicherheit bleibt, was kein Detail ist, wenn das Geschäft darauf beruht, Betten unter einem einzigen Stromzähler zu vermehren.
Der Kern der Sache
Madrid ist zum Laboratorium für diese Formate geworden. Wachsende Bevölkerung, knappe Flächen, konzentrierte Investitionen und eine Verwaltung, die nicht baut. Das Ergebnis ist ein Markt, auf dem der Zimmerpreis unabhängig von der Qualität ist und das Teilen mit Fremden als Lebensstil verkauft wird.
Die Frage ist nicht, ob jemand diese 550 Euro monatlich zahlen wird. Er wird es tun, wahrscheinlich mit Warteliste. Die Frage ist, wie viele weitere Zimmer in eine Stadt passen, bevor ihr eigener Immobilienmarkt zum besten Argument wird, sie zu verlassen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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